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Neues Zeltlager: In Schloß Holte-Stukenbrock soll ein neues Zeltlager für Flüchtlinge entstehen. Dabei soll es sich nicht wie auf dem Foto um ein temporäres Zeltlager handeln, denn das Land NRW setzt auf Hallen oder winterfeste „Zelthallen“, die beheizt und klimatisiert sind sowie einenfesten Boden haben. - © picture alliance / dpa
Neues Zeltlager: In Schloß Holte-Stukenbrock soll ein neues Zeltlager für Flüchtlinge entstehen. Dabei soll es sich nicht wie auf dem Foto um ein temporäres Zeltlager handeln, denn das Land NRW setzt auf Hallen oder winterfeste „Zelthallen“, die beheizt und klimatisiert sind sowie einenfesten Boden haben. | © picture alliance / dpa

Schloß Holte-Stukenbrock NRW baut in Stukenbrock Zeltstadt für 1.000 Flüchtlinge

Notunterkunft für Wintermonate: Landespolizeischule stellt 3,5-Hektar-Fläche

Christine Panhorst
04.08.2015 | Stand 04.08.2015, 09:02 Uhr

Bielefeld. Tausend kommen täglich. Weil die Zahl der Flüchtlinge in nordrhein-westfälischen Erstaufnahmeeinrichtungen zuletzt rasant angestiegen ist, will das Land jetzt klimatisierte Großzelte als Notunterkünfte einsetzen. Auch in Schloß Holte-Stukenbrock-Senne wird in den kommenden Wochen auf über drei Hektar eine Zeltstadt entstehen, beheizt und mit 1.000 Betten. Allein in der vergangenen Woche hat NRW rund 5.700 Flüchtlinge aufgenommen. Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat den chronisch überlaufenen Erstaufnahmeeinrichtungen in Bielefeld und Dortmund jetzt Entlastung zugesichert. In Großzelten sollen auf dem Gelände der Polizeiliegenschaften in Schloß Holte-Stukenbrock und Selm-Bork im Münsterland in Zukunft je 1.000 Flüchtlinge untergebracht werden. In einigen Wochen sollen die Zeltstädte bezugsfertig sein. Weitere neue Standorte will Jäger in Kürze bekanntgeben. Das Land setze, "wo es sich anbietet", auf Zelthallen oder sogenannte Traglufthallen, teilte das Innenministerium mit. Diese seien beheizbar und verfügten über einen festen Boden. Sie sollen die nordrhein-westfälische Flüchtlingsunterbringung fit für den Winter machen - als zeitlich begrenzte Lösung. Die Zelte treten auch an die Stelle von Turnhallen, die mit dem bevorstehenden Schulanfang nicht länger als Notunterkünfte zur Verfügung stehen. In Stukenbrock-Senne waren bereits im letzten Winter bis zu 400 Flüchtlinge übergangsweise in Gebäuden der Landespolizeischule beherbergt worden. "Ein selbstverständlicher Akt der Menschlichkeit", sagt Victor Ocansey, Pressesprecher beim Landesamt für Ausbildung, Weiterbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW. "Schließlich geht es darum, Menschen, die in einer Notlage sind, vor der Obdachlosigkeit zu bewahren." Eine Freifläche von 3,5 Hektar stellt die Polizei auf dem Gelände zur Verfügung - mit separatem Ausgang. Doch bevor die Zelte auf dem ehemaligen Trainingsfeld für Spürhunde stehen können, muss der Boden geschottert werden. Etwa eine Woche dauere das, schätzt Andreas Moseke von der Bezirksregierung Detmold. Die ist federführend bei der Organisation des Pilotprojekts. Bisher hatte die Bezirksregierung Arnsberg die Flüchtlingsunterbringung zentral betreut. In Detmold steht man jetzt vor einer Mammutaufgabe. Zunächst müsse ein Betreiberverband gefunden werden, so Moseke. Das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser, die Johanniter, der umstrittene Betreiber European Homecare kämen in Frage. "Wir verhandeln noch." Ein Vertrag sei noch nicht unterzeichnet. Auch ein Sicherheitsdienst müsse beauftragt werden und ein Sicherheitskonzept erstellt werden. Zudem will das Land per neuem Erlass alle Landeseinrichtungen mit zusätzlichen Polizeistreifen unterstützen, nachdem es in Bonner Einrichtungen zu Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen gekommen war. Bis in Stukenbrock alles steht, wird es noch drei bis fünf Wochen dauern, wie es heißt. Unterdessen haben erste Flüchtlinge Betten in der Paderborner Eishalle bezogen. In Herford soll die Harewood-Kaserne bald Flüchtlingsunterkunft werden.

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