Serengeti 2014 - © Sarah Jonek
Serengeti 2014 | © Sarah Jonek

Schloß Holte-Stukenbrock Aus für das Serengeti-Festival

Im August findet es zum letzten Mal statt

Schloß Holte-Stukenbrock. Festivalorganisator Walent Cerkez hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Wie er jetzt überraschend mitteilte, wird das zehnte Serengeti-Festival zugleich das letzte sein. Er spricht von einem „Wettrüsten“ der großen Festivalveranstalter, bei dem die kleinen und mittleren über kurz oder lang auf der Strecke bleiben. Deswegen zieht Cerkez jetzt einen Schlussstrich. Cerkez stand als Chef des Ausrichters Vibra Agency nach eigenen Angaben vor der Wahl: ein Risiko einzugehen oder das Festival zu beenden. „Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt“, sagt er. Ausschlaggebend seien die Entwicklungen im deutschen und internationalen Festivalmarkt. Die hätten sich in den vergangenen Jahren zugespitzt. Die Künstlergagen seien exorbitant gestiegen, weil die Festivals in Konkurrenz um die angesagtesten Bands stehen. Die Schuld gibt er den großen Veranstaltern. Wenige Großkonzerne hätten eine Situation erzeugt, „in der ein unabhängiges Open Air im Format des Serengeti-Festivals nicht mehr nachhaltig und budgetär seriös arbeiten kann“. Cerkez: „Der Markt wird von wenigen diktiert, die sich alles holen.“ Und weiter: „Ich will nicht ein halbes Jahr lang planen und das Festival dann doch absagen müssen.“ Über diese Entscheidung habe er mit einem kleinen Kreis an Verantwortlichen gesprochen, sagte er. Zwei Optionen hätten die Entscheidungsträger von Anfang an ausgeschlossen: Das Festival soll nicht verkürzt werden und auch die Eintrittspreise nicht in unerschwingliche Höhen wachsen. Darüber seien sich alle einig gewesen. Walent Cerkez spricht von einem sauberen Abschluss: „Wir können erhobenen Hauptes gehen.“Zuspruch und Dankbarkeit So sieht es auch der Großteil der Internetgemeinde. Nachdem Cerkez die Entscheidung gestern Nachmittag publik gemacht hatte, habe es viele Reaktionen gegeben. „Ich wollte das Telefon eigentlich ausschalten“, sagte er. Dann war er aber doch glücklich über den großen Zuspruch – auch von mittlerweile befreundeten Bands – und über Dankbarkeit. Die ist in den Kommentaren auf der Facebook-Seite des Festivals zu lesen. Ein Musikmagazin postet zum Beispiel: „Damit geht ein großes, beachtliches und beeindruckendes Stück ostwestfälischer Musikgeschichte zu Ende. Danke für zehn tolle Serengeti-Festivals.“ Walent Cerkez bezeichnet das Serengeti-Festival, das er zum ersten Mal 2005 am Hallenbad organisiert hatte, als „Mutterschiff“, an dem er immer weiter gefeilt hat und auf das seine Karriere als Festivalorganisator gründet. Im Geschäft wird er weiterhin bleiben, zum Beispiel mit den Parklichtern in Bad Oeynhausen oder dem Campusfestival in Bielefeld. Die Frage, ob bereits die vergangenen Festivals defizitär waren, will er nicht direkt beantworten. „Wir haben immer in die Entwicklung investiert“, sagt er. 2011 ist das Festival auf die Wiese am Safaripark nach Stukenbrock-Senne gezogen. Die Festivaltage wurden auf drei erhöht, eine zusätzliche Zeltbühne wurde errichtet, zwischenzeitlich gab es ein Warm-up am Donnerstag. Der Zeltplatz wurde größer und 2013 stieg der renommierte „Rockpalast“ in die Liveübertragung des Festivals ein. „Wir sind immer ein Familienfest gewesen“, betont Walent Cerkez. Die Familie ist zuletzt auf 12.000 Tagesbesucher angewachsen. Zum definitiv letzten Serengeti-Festival vom 14. bis 16. August will Cerkez „das beste Programm bieten, dass wir jemals hatten“. Unter anderem werden The Offspring und Bad Religion dabei sein. Einen weiteren Headliner wird er Ende Juli bekannt geben.

realisiert durch evolver group