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Schloß Holte-Stukenbrock 100 Hektar mehr Gewerbe möglich

Sabine Kubendorff
08.05.2015 , 09:13 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Für die einen ist es eine Katastrophe, für die anderen ein Gewinn. 100 Hektar Grünfläche können in der Stadt mittelfristig mit Gewerbebetrieben bebaut werden, mehr als die Hälfte davon am Tor zum Truppenübungsplatz. Das ist das Ergebnis zäher Verhandlungen mit der Bezirksregierung und dem Regionalrat. Weil sich jetzt der Stadtrat bereiterklärt hat zu akzeptieren, dass ganz nach dem Willen der Bezirksregierung zuerst Gewerbe in Stukenbrock-Senne am Lippstädter Weg angesiedelt wird, ist es wahrscheinlich, dass wenig später auch am Kreuzkrug ein Gewerbegebiet geschaffen wird. Bislang sah sich die Stadt vor die Entscheidung gestellt: entweder Senne oder Kreuzkrug. Jetzt soll beides möglich sein. Für den jungen CDU-Ratsherrn Maik Dück „eine Entscheidung, die die nächsten 50 Jahre beeinflussen wird“, und das meinte er durchaus positiv. Für SPD-Fraktionssprecher Jochen Gürtler „ein Kompromiss, mit dem wir leben können“. Für den Grünen-Fraktionschef Reinhard Tölke mit das Schlimmste, was er bisher in der Kommunalpolitik erlebt hat. Bislang waren sich nämlich die Grünen und die CDU ausnahmsweise mal einig gewesen. Beide Fraktionen wollten den Kreuzkrug – die Grünen, um die Sennelandschaft zu schonen, die CDU schon immer mit großer Vehemenz, weil ihrer Ansicht nach der Standort für Gewerbe ideal ist. „Jetzt haben wir beide verloren“, sagte Reinhard Tölke im Rat. „Die CDU, weil sie den Kreuzkrug nicht durchsetzen konnte“, und zwar als erste Präferenz, „die Grünen, weil wir die Landschaft nicht schützen konnten.“ Und er machte erneut deutlich, dass er an das Versprechen von Bezirksregierung und Regionalrat, der Kreuzkrug werde spätestens im übernächsten Regionalplan als Gewerbegebiet festgeschrieben, nicht glaubt. Uwe Thost, Fraktionssprecher der CSB, schon. „Der Kreuzkrug wird kommen, darüber brauchen wir uns keine Gedanken zu machen.“ Jürgen Gärtner (CDU-Fraktionschef) gab sich kämpferisch. „Wir haben jetzt noch nicht gewonnen“, sagte Gärtner, der sich selbst als Extremverfechter des Kreuzkruges einschätzt. Während er noch Verhandlungsspielraum sieht („Das Spiel ist noch nicht abgepfiffen“), ist sein Fraktionskollege Klaus Dirks pragmatischer. „Mehr ist nicht zu erreichen“, meinte er und appellierte an seine Ratskollegen, jetzt „das Machbare zu gestalten“. Thorsten Baumgart, Fraktionssprecher der FDP, versuchte, den sichtlich geknickten Reinhard Tölke wieder aufzumuntern. Er höre dem Fraktionssprecher der Grünen immer gerne zu, „weil Sie für Ihre Sache einstehen“. Aber er forderte ihn auch auf umzudenken und Gewerbe in Stukenbrock Senne als Chance für die Stadt sehen.

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