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Schloß Holte-Stukenbrock Politik favorisiert Gewerbegebiet gegenüber der Polizeischule

Sabine Kubendorff
30.04.2015 | Stand 29.04.2015, 22:39 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. 400 Hektar in Autobahnnähe stehen in ganz Ostwestfalen-Lippe noch für Gewerbeansiedlungen zur Verfügung. 100 davon befinden sich in Schloß Holte-Stukenbrock. Für die Zukunft der Stadt sind das mehr als rosige Aussichten. Zumal die Politik gewillt ist, diese 100 Hektar zu nutzen. Der Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung hat am Dienstagabend mehrheitlich beschlossen, dass im neuen Regionalplan ein 540.000 Quadratmeter großes Gewerbegebiet ausgewiesen werden soll. Und möglichst auch ein ähnlich großes am Kreuzkrug, spätestens aber bei der nächsten Regionalplanänderung. Mit diesem Beschluss ist die CDU-Mehrheitsfraktion abgewichen von ihrer ursprünglichen Linie, auf den Kreuzkrug als vorrangiges Objekt zu beharren. Der Grund für den Umschwung: ein Gespräch vor wenigen Tagen bei der Bezirksregierung, an dem auch die Fraktionsvorsitzenden des Regionalrates teilgenommen haben. Der CDU-Sprecher, Detlef Helling, soll ungeschminkt gesagt haben, dass die Stadt gar keine Gewerbefläche bekäme, wenn sie sich nicht darauf einlasse, dass zuerst das Gebiet in Stukenbrock-Senne ausgewiesen werde. So schildert es Jürgen Gärtner, CDU-Fraktionssprecher im Rat von Schloß Holte-Stukenbrock. Und weil dieses Gespräch eben "sehr, sehr zur Aufklärung beigetragen" habe, wähle die CDU nun "den Umweg, um ans Ziel zu kommen". Denn in diesem Gespräch hat man der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock offenbar glaubhaft versichert, dass über kurz oder lang auch die Fläche am Kreuzkrug für Gewerbeansiedlungen freigegeben werde. "Wenn sie ihr Versprechen so halten, wie sie das gegenüber Hövelhof getan haben", sagte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr im Fachausschuss über die Mitglieder des Regionalrates, "dann sind sie jetzt auch bei uns im Wort." Hövelhof. Der Nachbarkommune hatten Bezirksregierung und Regionalrat vor einigen Jahren überraschend ein weiteres Gewerbegebiet verweigert, aber zugesagt, der Gemeinde zu einer Beteiligung an einem interkommunalen Gewerbegebiet zu verhelfen. Das soll nun in Stukenbrock-Senne geschehen. Und deshalb schildert der grüne Fraktionssprecher Reinhard Tölke seinen Eindruck von dem Gespräch in Detmold so: "Am Ende vieler wohlfeiler Worte ging es immer nur um Hövelhof." Die Grünen sind als einzige Ratsfraktion nach wie vor gegen Gewerbe in Stukenbrock-Senne. "An dieser Stelle niemals mit uns", betonte Reinhard Tölke noch einmal. Den Grünen missfällt, dass Gewerbe (Tölke: "Das Wort Seveso-Betriebe ist gefallen") quasi am Tor zur Senne und so dicht an den FFH-Gebieten platziert werden soll. Das Gutachten, das Unbedenklichkeit attestiert, hat nach Ansicht der Grünen noch viele Fragen offen gelassen. Während Reinhard Tölke prognostizierte, "in tausend kalten Wintern werden wir den Kreuzkrug nicht bekommen, so lange es Stukenbrock-Senne gibt", sieht CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Gärtner die Stadt auf einem guten Weg. Er stellte seiner Partei ein exzellentes Zeugnis aus. Die Beharrlichkeit der CDU sei "mit ein Schlüssel dafür, dass wir jetzt beide Standorte haben". Denn bei früheren Verhandlungsrunden hatte die Bezirksregierung die Stadt immer vor die Wahl gestellt: ein Gewerbegebiet in der Senne oder keins. Allen Beteuerungen, das Gewerbegebiet Kreuzkrug auch zu realisieren, zum Trotz bestand die CDU noch auf eine spezielle Formulierung im Beschlussvorschlag. Um die handelnden Personen zu verpflichten, wie es Gärtner ausdrückte.

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