Mann mit grünem Daumen: Uwe Domres, Bio-Gemeinschaftsgärtner, freut sich, jetzt endgültig ein geeignetes Gelände gefunden zu haben. Dort wird er dann auch Wirsing, Porree und Petersilie anpflanzen. - © Archivfoto: Birgit Guhlke
Mann mit grünem Daumen: Uwe Domres, Bio-Gemeinschaftsgärtner, freut sich, jetzt endgültig ein geeignetes Gelände gefunden zu haben. Dort wird er dann auch Wirsing, Porree und Petersilie anpflanzen. | © Archivfoto: Birgit Guhlke

Schloß Holte-Stukenbrock Uwe Domres und Mitstreiter haben Bio-Gemeinschaftsgarten angelegt

Tobias Schreiner

Schloß Holte-Stukenbrock. Bio-Gemüse aus dem eigenen Garten. Ohne Gentechnik, nicht gespritzt und ökologisch angebaut. Das war das Ziel von Uwe Domres und fünf Mitstreiter aus Schloß Holte-Stukenbrock. Sie wollten einen Bio-Gemeinschaftsgarten anlegen und bewirtschaften, doch der Plan der eifrigen Bürger verzögerte sich. Inspiriert von der Transition-Town-Bewegung in Bielefeld (siehe Kasten) wollte Uwe Domres im Januar 2012 selbst einen Bio-Gemeinschaftsgarten anlegen. "Ich war dort in so einem Biogarten und habe mir gedacht, dass wir hier doch auch so etwas gebrauchen könnten", erklärt der 56-Jährige. Der ursprüngliche Standort für den Ökogarten sollte zwischen Rathaus, A33 und Scheipshofer Straße liegen. Doch das rund 3.000 Quadratmeter große Gelände eignete sich nicht für den ökologischen Anbau von Nahrungsmitteln, erklärt Uwe Domres: "Die Fläche, die uns die Stadt angeboten hat, war zwar günstig, lag jedoch direkt neben der Autobahn. Ein angrenzender Handymast und die Hochspannungsleitung haben die Situation auch nicht verbessert." 90 Euro Pacht im Jahr hätte die Ökogemeinschaft für das Gelände bezahlen müssen - doch angesichts der Bedingungen war dieser Standort keine Option. Sie suchten sich einen neuen Ort für ihren Gemeinschaftsgarten und fanden diesen unweit des alten Standorts auf der anderen Seite der A33 an der Mergelheide. Doch auch dieser Plan stand unter keinem guten Stern. Ein Missverständnis mit dem Grundstückseigentümer zwang Domres und seine Mitstreiter umzudenken. "Am Anfang hieß es, wir müssten nur 60 Euro Pacht im Jahr bezahlen. Aber dann wollte der Eigentümer 60 Euro im Monat haben, Das wären 720 Euro im Jahr gewesen." Aufgeteilt auf die sechs Mitglieder der Gruppe wären das zwar nur zehn Euro pro Person, doch müssen die Ökogärtner zusätzlich Geld für Saatgut und Dünger ausgeben. Angesichts der Zeit und Arbeit auf dem Acker war auch dieser Standort keine Option für Domres und seine Mitgärtner. "Es gab nur eine mündliche Vereinbarung mit dem Eigentümer, also sind wir nicht dort geblieben. So viel Gemüse können wir gar nicht ernten, dass sich das gelohnt hätte." Nun, beinahe drei Jahre später haben sie ihre endgültige Anbaufläche gefunden, die sie von einer Privatperson pachten. Mittlerweile ist die Gruppe der Biogärtner auf zehn Personen gewachsen. Uwe Domres resümiert: "Wir sind sehr zufrieden mit unserem Gemeinschaftsgarten. Wir bauen dort alle gemeinsam an." Beerensträucher, Obstbäume und Gemüse pflanzen die Hobbygärtner in ihrem 1.500 Quadratmeter großen Biogarten an. Besonders die Samenzucht hat es Uwe Domres angetan. "Wir wollen nicht diese Hybridsorten, die selbst keine neuen Samen bilden können. Wir züchten hier Samen aller Gemüsesorten und altes Saatgut." Der Familienvater mit dem grünen Daumen will so die Vielfalt der Saatgutsorten sichern, und verstärkt auf regionale Sorten bauen. "Wir haben hier Erbsensorten, die bis zu zwei Meter hoch wachsen. Auch die Lippische Palme, ein Braunkohl wird sehr groß." Ein weiteres Steckenpferd des 56-Jährigen ist die Herstellung von "Terra Preta". "Diese Schwarzerde ist besonders fruchtbar und hat die Eigenschaft, dass in ihr ein Humus entsteht, so dass wir nicht ständig nachdüngen müssen", erklärt Domres. Das bedeutet: Schluss mit den sandigen Senneböden, aus denen der Niederschlag im Winter den Großteil der Nährstoffe auswäscht. Mithilfe der "Terra Preta" will Domres endlich Blumenkohl und Weißkohl in seinem Biogarten anpflanzen. Uwe Domres konnte sich seinen Traum von selbst angebauter, ökologischer Nahrung verwirklichen. Wo sich die neue Anbaufläche befindet, darf er jedoch nicht verraten. Denn die Inhaberin möchte nicht mit ihrem kleinen Ökoparadies in die Öffentlichkeit. Wer Interesse und noch weitere Fragen zum Leben im Einklang mit der Natur hat, kann sich an Uwe Domres wenden: unter Tel. (0 52 07) 61 89, oder per E-Mail: unter : tt_shs_anastasia@hotmail.comTransition Town 2009 gründete sich als eine der ersten Initiativen in Deutschland „Transition Town Bielefeld“ – „Stadt im Wandel“; die Ziele: Gemeinschaft stärken, die Stadt verändern, lokal handeln, positiv denken und gestalten – alles im Sinne eines nachhaltigen Lebensstils mit Blick auf die Energiewende; seit 2006 arbeiten Umwelt- und Nachhaltigkeitsorganisationen an neuen Strategien zu diesen Zielen.

realisiert durch evolver group