Stolz: Sarah, Alena, Nele, Sunny und Sofie zeigen ihr Kunstwerk "Tante Kordula".
Stolz: Sarah, Alena, Nele, Sunny und Sofie zeigen ihr Kunstwerk "Tante Kordula".

Schloß Holte-Stukenbrock Jung erklärt Alt

Grundschüler zeigen in neuer Ausstellung im Rathaus, wie sie sich das Altern vorstellen

Skeptisch: Lukas Wilk ist überrascht von der positiven Darstellung des Alters. - © FOTOS: TOBIAS SCHREINER
Skeptisch: Lukas Wilk ist überrascht von der positiven Darstellung des Alters. | © FOTOS: TOBIAS SCHREINER

Schloß Holte-Stukenbrock (tsc). Die fünf Mädel in den blauen T-Shirts der Pollhansschule präsentieren stolz ihr Gemälde. "Das ist Tante Kordula", erklärt Sunny. "Sie ist 79 und war früher Puddingtesterin. Deshalb ist sie dick und geht nun regelmäßig schwimmen, um etwas für ihre Figur zu tun." Sofie ergänzt: "Ihre Lieblingsfarbe ist Grün, das sieht man an ihrem Badeanzug."

Sarah, Alena, Nele, Sunny und Sofie haben mit ihren Mitschülern der Klassen 4a und 4b der Pollhansschule all ihre Kreativität in die Gemälde gesteckt. Die Acrylbilder zum Thema "Was ist alt?" sind seit gestern im Erdgeschoss des Rathauses zu bewundern. Mit den Bildern leistet die Pollhansschule ihren Beitrag zur Wanderausstellung "Was heißt schon alt?" des Bundesfamilienministeriums. "Die Ausstellung ist eine große Bereicherung für uns", sagte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr bei seiner Begrüßung der Kinder und Gäste im Rathaus. "Es ist schön zu sehen, dass wir kein mulmiges Gefühl haben müssen, wenn wir ans Altern denken." Mit Fotos,und Videos sollen die Lebensweisen der älteren Generation bekannter gemacht werden. Ergänzt wird die Ausstellung durch die Bilder der Pollhansschüler.

Leiterin des Schulprojekts ist Kunstlehrerin Heike Paul. "Die Kinder haben am Notizblock ihre Figuren entwickelt und sich Eigenschaften und Geschichten für sie ausgedacht. Anschließend haben sie ihre Vorstellungen mit Acrylfarbe auf Leinwand gebracht", erklärt sie.

"Alt ist man, wenn man Falten und einen Krückstock hat, wenn man nicht mehr richtig sehen oder hören kann", meint Konstantin. Uschi Wollenberg muss dem Schüler widersprechen: "Ich bin jetzt 68 und fühle mich wie Mitte 40. Jeder ist so alt, wie er sich fühlt." Sie ist mit Ehemann Günter aus Gütersloh angereist, um sich die Ausstellung anzuschauen. Beide sind begeistert. "Die Kinderbilder sind wirklich beeindruckend. Sie zeigen sehr gut die Lebensfreude, die wir im Alter noch haben können." Lukas Wilk (15) ist skeptisch: "Für mich ist die Darstellung des Alterns zu positiv. Was ist mit Altersarmut, Krankheit und Vereinsamung?"

Dagegen wüsste sich Sarah aus der 4b zu helfen: "Wenn ich alt bin, kaufe ich mir einen Hund, dann bin ich nie allein."

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