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Kurz nach dem Start zum 2. Trainingslauf sind die Abstände zwischen den einzelnen Motorradfahrern noch recht gering. Die Superbiker kommen die Startgerade herunter, fahren auf die erste von 14 Kurven und Schikanen zu. Links, mit der Nummer 10, Thilo Günther mit seiner 200 PS starken Kawasaki. - © FOTOS: GUNTER HELD
Kurz nach dem Start zum 2. Trainingslauf sind die Abstände zwischen den einzelnen Motorradfahrern noch recht gering. Die Superbiker kommen die Startgerade herunter, fahren auf die erste von 14 Kurven und Schikanen zu. Links, mit der Nummer 10, Thilo Günther mit seiner 200 PS starken Kawasaki. | © FOTOS: GUNTER HELD

SHS "Wer später bremst, ist eher da"

Sender Thilo Günther fährt beim Fischereihafenrennen auf Platz 3

von gunter held
11.06.2014 | Stand 11.06.2014, 14:33 Uhr |

Schloß Holte-Stukenbrock / Bremerhaven. "Laut. Roh. Echt." Das ist das Motto von Norddeutschlands einzigem Straßenrennen, dem Fischereihafenrennen in Bremerhaven. Am Pfingstwochenende kämpften 400 Fahrer aus neun Nationen um die Plätze auf dem Siegertreppchen. Mit dabei war auch Thilo Günther aus Sende. Mit seinen Brüdern Moritz und Felix und dem Bielefelder Marco Sundermann bildet er das Team GTR Racing.

Am Ende stand Thilo Günther als Dritter der Klasse 1, dass sind Motorräder ohne Hubraum-Limit mit bis zu 250 PS auf dem Treppchen. Schneller waren nur Toni Heiler aus Köln mit seiner BMW S 1000 RR als Zweitplatzierter und Thomas Kreutz aus Kelkheim mit seiner Aprilia RSV 4. Moritz Günther fuhr auf Platz 5, sein Bruder Felix erreichte Platz 16.

Die Günthers fahren Kawasakis ZX 10 R aus dem Jahren 2008 und 2010. Die Vierzylinder haben 998 Kubikzentimeter Hubraum und eine Leistung von 200 PS. Üblicherweise wird die Kawasaki verkleidet geliefert, doch die Günther-Brüder haben ihre Maschinen auf "Naked Bikes", also unverkleidet umgebaut. "Das macht einfach mehr Spaß", sagt Thilo Günther, "und die Strecke ist nicht so schnell, als dass sich eine Verkleidung lohnen würde." Und um Spaß geht es bei den Günther-Brüdern in erster Linie. "Wenn ich eine Runde auf der Rennstrecke fahre, zaubert mir das ein Grinsen ins Gesicht", sagt Thilo Günther. Auf Motorräder unterwegs ist er fast so lange, wie er laufen kann. Sein erstes Bike bekam er im Alter von zweieinhalb Jahren: eine Yamaha PW 50. "Meine Eltern hatten in Eckardtsheim einen ziemlich großen Garten. Da haben wir uns eine eigene kleine Crossstrecke gebaut."

Über Moto Cross und Enduro-Rennen kam er schließlich zu den Superbikes. Zum Rennen nach Bremerhaven kommt er seit 2009. Damals wurde er Vierter, danach rückte er Jahr für Jahr auf dem Treppchen weiter nach oben. Vor zwei Jahren gewann er die Fishtown Open, im vergangenen Jahr war er Trainingsschnellster und musste dann im Rennen den Sieg doch noch an Thomas Kreutz abgeben, weil er sich verbremst hat.

Überhaupt Bremsen. Die hält Günther gerade beim Fischereihafenrennen für extrem wichtig, weil die 2,7 Kilometer lange Strecke nur kurze Geraden, dafür aber 14 Kurven inklusive einer Spitzkehre hat. Als er gerade sorgfältig die Bremsen montiert – "das größte Vertrauen hat man doch, wenn man selbst schraubt" – schaut er mit einem Grinsen hoch: "Wer später bremst, ist eher da."

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