Der jüngste der zwölf Geschwister aus der legendären Familie unterhielt mit vielen Geschichten, seiner eigenen Familie und seiner Gitarre. - © FOTO: KATHARINA GEORGI
Der jüngste der zwölf Geschwister aus der legendären Familie unterhielt mit vielen Geschichten, seiner eigenen Familie und seiner Gitarre. | © FOTO: KATHARINA GEORGI

Schloß Holte-Stukenbrock/Paderborn Kulturwerkstatt im Kelly-Fieber

Hauptsache Stimmung: Angelo Kelly breitet Familienleben auf der Bühne aus

VON ULLA MEYER

Schloß Holte-Stukenbrock/Paderborn. Joey rennt, Maite tanzt und einige aus der legendären Kelly-Familie singen immer noch. Auch Angelo Kelly (33), der Jüngste von zwölf Kindern, ist noch auf Tour. Und nicht nur das, als Einziger der Sippe knüpft er sein Leben an Vergangenes, hat geheiratet, aktuell vier Kinder, einen 20 Jahre alten Mercedes-Bus und ist unterwegs. Um das freie Leben zu genießen, wie er nicht nur in Talkshows beteuert. Doch jetzt hat er ein Haus in Irland gekauft.

Mit solchen Geschichten unterhielt Angelo am Wochenende gut 220 Zuschauer in der Kulturwerkstatt, meist junge Leute, die zu den Zeiten von "Over the hump" (1994), dem Opus-Magnum, besser dem "Sergeant Pepper" der Kellys, noch Kinder waren und heute zum Teil selbst Eltern sind.

Selbstverständlich sind bei Angelo Kellys Konzerten Kinder gern gesehene Gäste, zahlen nur die Hälfte des stolzen Eintrittspreises von 25 Euro und bekommen die besseren Plätze. Wer früher Kelly-Fans in der Familie hatte, hätte Angelo auch heute noch auf der Straße wiedererkannt. Der damals blond gelockte Teenie wurde häufig als engelsgleich beschrieben, heute ist er das immer noch, wenn man die etwas puttigeren Engel favorisiert.

Man erkennt ihn auch an dem sympathischen Überbiss, der anscheinend niemals von irgendwelchen Kieferchirurgen gerade gerückt wurde. Die Klamotten verströmen immer noch den Öko-Charme von "Unsere kleine Farm" und seine Frau Kira spielt Blockflöte. Dieses Erdige ist so retro, dass es richtiggehend anrührt. Auch als alle vier Kinder Angelos die Bühne betreten und der sowieso schon grenzwertig abgemischte Sound plötzlich nach Schülerband klingt.

Die Angelo-Kelly-Band ist nur komplett mit Gabriel Jerome (12), Helene Josephine (11), Emma Maria (gerade 8 geworden) und Joseph Ewan Gregory Walter (3), alle freie Kinder, die nicht in die Schule müssen. Die sind niedlich und Helene sieht aus wie ihr Vater vor zwanzig Jahren. Der Anblick ist zauberhaft, darf aber nicht fotografiert werden.

Wer diese Kinder auch zu Hause bewundern will, muss ein autorisiertes Fotoset vom Devotionalienstand kaufen oder ins Netz schauen. Denn auf der Homepage www.angelokelly.com gibt es eine Dokuserie über das beschauliche Familienleben in Irland. Jeden Samstag gibt es eine neue Folge auf Youtube.

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