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Durch den Umzug an die Industriestraße werden an der Heinrich Kuper-Straße 7.000 Quadratmeter Produktionsfläche frei. - © Birgit Vredenburg
Durch den Umzug an die Industriestraße werden an der Heinrich Kuper-Straße 7.000 Quadratmeter Produktionsfläche frei. | © Birgit Vredenburg

Rietberg Insolvenzverwalter kündigt deutlichen Personalabbau bei Kuper an

Die Bündelung am Standort Industriestraße und einen Verkauf des Unternehmens plant der Insolvenzverwalter für das Unternehmen in Rietberg. Bereits zuvor hatte es schon Entlassungen gegeben.

Birgit Vredenburg
18.09.2019 | Stand 18.09.2019, 17:26 Uhr

Rietberg. Am 1. August hat der Rietberger Maschinen- und Anlagenhersteller Kuper beim Amtsgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag gestellt. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens, das am 1. November eröffnet wird, soll das Unternehmen saniert werden. „Kuper trägt einen zu groß gewordenen Anzug und muss sich sowohl räumlich, wie personell verkleinern", teilte der Bankkaufmann, Rechtsanwalt und Steuerberater Hendrik Heerma, seit Ende August so genannter „starker vorläufiger Insolvenzverwalter",  gegenüber der Presse mit. „Wir werden die Personalanzahl in beachtlicher Größe reduzieren", kündigte Heerma an, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Erst nach einer Einigung mit dem Betriebsrat – voraussichtlich im Oktober – sollen die insgesamt 248 Mitarbeiter (davon 16 Auszubildende) über den Umfang des Personalabbaus informiert werden. Hallen sollen neu vermietet werden Weiterhin ist geplant, die Räumlichkeiten an der Heinrich-Kuper-Straße (hier sind derzeit 35 Mitarbeiter beschäftigt) endgültig aufzugeben und die Unternehmenskapazitäten am Standort Industriestraße zu bündeln. „Wir schaffen dort auch neue Büro-Arbeitsflächen, die vorher industriell genutzt wurden. Die Bauarbeiten werden in Kürze beginnen", teilte Heerma mit. Lediglich die Leimwerkstatt verbleibe an der Heinrich-Kuper-Straße. Die frei werdenden Hallen sollen neu vermietet werden. Dass Kuper bereits seit Jahren negative Jahresergebnissen verbucht, erklärte Heerma damit, dass es nicht gelungen sei, den Kostenapparat durch die laufenden Umsätze zu decken. Zudem sei in der Vergangenheit versäumt worden, sich dem extrem schnell wandelnden Markt anzupassen. Heerma: „Man muss kundenorientierter sein, mehr in den Markt hinein horchen, vielleicht auch den Vertrieb reorganisieren. Da gibt es eine Menge an Möglichkeiten und Stellschrauben". Aus seiner Sicht müsse Kuper jetzt liefern und das leisten, was der Markt verlange. Das Unternehmen habe deutlich über 300 Lieferanten und über 750 aktive Kunden. Über den Exportanteil machte Heerma keine Angaben. Gläubigerausschuss trägt Konzept mit Darüber hinaus ist geplant, die Heinrich Kuper GmbH & Co. KG in neue unternehmerische Hände zu geben. Mögliche Interessenten und Finanzinvestoren sind bereits angesprochen. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bedeutet nicht, dass das Unternehmen stillgelegt wird. „Wir werden das Geschäft fortführen und in dieser Phase die Verkaufsgespräche finalisieren", so Heerma. Den Abschluss des Verfahrens strebe er innerhalb des ersten Quartals 2020 an. Bei Interesse könne auch Stefan Kuper als Gesellschafter das Unternehmen restrukturiert zurück kaufen. Finde sich bis zum anvisierten Termin kein Investor und stelle sich heraus, dass durch eine Betriebsfortführung Vermögen vernichtet werde, sei eine Schließung des Unternehmens die logische Folge. „Der Gläubigerausschuss trägt dieses Konzept vollumfänglich mit", betonte Heerma. Bereits im Zuge einer Neuausrichtung im Jahr 2013 hat die 1933 gegründete Firma Kuper 109 Mitarbeiter entlassen. Damals erklärte sich die verbliebene Belegschaft bereit, bis 2020 auf Sonderleistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld zu verzichten. Jürgen Kürlemann, seit 2015 Geschäftsführer, behält in dem Unternehmen, so Heerma, auch weiterhin die Leitungsfunktion.

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