An der Langenberger Straße, auf einer Grundfläche von 20.000 Quadratmetern, entsteht das neue Logistikzentrum des Mastholter Großhandelsunternehmens Vinnemeier. - © Birgit Vredenburg
An der Langenberger Straße, auf einer Grundfläche von 20.000 Quadratmetern, entsteht das neue Logistikzentrum des Mastholter Großhandelsunternehmens Vinnemeier. | © Birgit Vredenburg

Rietberg Dieses Millionenprojekt in Rietberg nimmt derzeit Formen an

Ein neues Logistikzentrums des Mastholter Großhandelsunternehmens Vinnemeier entsteht - aber womit handelt Vinnemeier eigentlich?

Birgit Vredenburg
14.06.2019 | Stand 14.06.2019, 16:08 Uhr

Rietberg. Das Mastholter Unternehmen Vinnemeier, ein Großhandel für Textil- und Schuhimport, investiert mehrere Millionen Euro in den Bau eines neuen Logistikzentrums mit Verwaltung. „Das ist sicherlich ein Thema, das viele von uns interessiert, denn die Ausmaße dieses Bauvorhabens sind unvergleichlich", sagte Bürgermeister Andreas Sunder bei einer Baustellenbesichtigung. Auf einem 5,8 Hektar großen Grundstück an der Langenberger Straße im Gewerbegebiet Löhner – die Stadt hat 960.000 Euro in die Erschließung investiert – entsteht ein Zentrallager mit 20.000 Quadratmeter Grund- und 25.000 Quadratmeter Nutzfläche. Vinnemeier, unter anderem Betreiber der Superschnäppchen-Märkte, plant hier eine Zentralisierung des gesamten Unternehmens, das sich seit der Firmengründung im Jahr 1984 (als Nebenerwerb auf der Hofstelle der Familie) an sieben Standorten entwickelt hat. Heute zählt das Unternehmen zu den wichtigsten Steuerzahlern der Stadt. Diese Hürden musste der Vorhaben nehmen „Um den Boden für dieses Bauvorhaben zu bereiten, haben wir in der Vergangenheit planerisch sehr viele Hürden bewältigt und etliche Klimmzügen unternommen, die zum Teil sehr kraftvoll waren. Sogar der Regionalplan wurde geändert", blickte Sunder zurück. Die Befürchtungen etwa, dass durch den hydrostatischen Druck des erhöhten Plangebietes Hochwasserflächen entstehen und benachbarte Ackerflächen durchnässen, hatte die Stadt durch ein weiteres Regenrückhaltebeckens entkräftet. Das Kompensationsdefizit durch die fehlende Eingrünung soll im Rahmen des Ökokontos der Stadt ausgeglichen werden. „Mir und der Stadt ist es wichtig, dem heimischen Gewerbe die Möglichkeit zu bieten, sich am Wirtschaftsstandort Rietberg zu festigen", erklärte Sunder. Wirtschaftsunternehmen seien die Antriebsmotoren der Stadt. Ohne sie sei Stadtentwicklung nicht möglich. Vor dem Hintergrund, dass die Stadt zwei Drittel ihrer Gesamterträge aus der Gewerbesteuer generiere, sei es geboten, den Unternehmen „immer auf eine sehr verträgliche Art und Weise" den benötigten Raum zu geben. Die Superschnäppchen-Märkte sind nur ein kleiner Teil Die Superschnäppchen-Märkte, die Vinnemeier in der Region betreibt, stellen nur einen winzigen Teilbereich der Unternehmensaktivitäten dar. „Zum allergrößten Teil machen wir Großhandel. Wir kaufen Ware ein und importieren sie mittlerweile auch selber. Die Beschaffungsmärkte sind heute in Asien", informierte Geschäftsführer Ralf Peterhanwahr. Vinnemeier beliefere europaweit einige hundert Kleinunternehmen mit zwei oder drei Läden, aber auch Discounter wie Edeka, Netto oder Kik. „Wir vermarkten in erster Linie Heimtextilien, Dekorationsartikel, Wäsche, Socken und Freizeitschuhe, die wir danach aussuchen, was der Markt verlangt", so Peterhanwahr. Um eine zügige Lieferung der verschiedenen Sortimente zu gewährleisten, benötige das Unternehmen Lagerfläche in großem Umfang. Durch die Zusammenführung der bisher sieben Lager am neuen Standort sollen die Wege kürzer, schneller und effektiver werden und damit die gewachsenen Anforderungen an eine leistungsfähige Logistik erfüllen. Zurzeit beschäftigt Vinnemeier 90 Mitarbeiter. Bürgermeister Sunder sagt: „Solange wir solch bodenständige, mit der Stadt verwurzelte Unternehmer vor Ort habe, die einen hohen Grad an sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung tragen, mache ich mir um die Zukunft der Stadt wenig Gedanken".

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