Robert D. - © Patrick Menzel
Robert D. | © Patrick Menzel

Rietberg/Bielefeld Urteil im Rietberger Raubmord-Prozess: Lebenslänglich für Robert D.

Die Richter des Bielefelder Landgerichts sind überzeugt, dass Robert D. der Täter war

Nicole Hille-Priebe
28.05.2019 | Stand 28.05.2019, 19:56 Uhr

Rietberg/Bielefeld. Im Revisionsverfahren um den Raubmord im Rietberger Ortsteil Westerwiehe hat das Bielefelder Landgericht am Dienstag auch den zweiten Angeklagten Robert D. verurteilt. Die Kammer befand ihn des Mordes in Tateinheit mit besonders schwerem Raub und gefährlicher Körperverletzung für schuldig. Laut Gerichtssprecher Guiskard Eisenberg waren die Richter überzeugt, dass D. das Opfer Heinrich S. aus Rache und Wut erwürgt habe. Der ebenfalls angeklagte Artur T. war bereits in der vergangenen Woche verurteilt worden. Er hatte zugegeben, das Tatfahrzeug gefahren zu haben, eine Tötungsabsicht bestritt er. Mehrere dramatische Wendungen Im ersten Prozess im Dezember 2016 waren D. und T. vom gleichen Gericht bereits wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Habgier, versuchtem Raub mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte der Verteidiger von Robert D., der Gütersloher Anwalt Martin Rother, erfolgreich Beschwerde beim Bundesgerichtshof eingereicht. Der BGH hob das Urteil Ende 2017 auf und rügte, dass Tatplan und Vorsatz in der Beweisführung zu wenig gewürdigt worden seien. Der zweite Prozess hatte Ende Februar 2018 begonnen und wurde von mehreren teils dramatischen Wendungen begleitet. Einer der Angeklagten brach während der Verhandlung zusammen, es gab überraschende Einlassungen, neue Zeugen, komplizierte Beweisanträge, die Verteidigung sah sich mehrfach seitens des Gerichts mit dem Vorwurf der Prozessverschleppung konfrontiert und zuletzt drohte der Prozess auch noch zu platzen, weil eine Richterin schwanger wurde und nicht ersetzt werden darf. Während die Richter T. offenbar glaubten und ihn nur wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilten, bekam D. lebenslänglich. „Die Kammer geht davon aus, dass er der Täter war", erklärte Gerichtssprecher Eisenberg. Er sei gewaltbereit und leide unter einer Persönlichkeitsstörung.

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