Mehrere Hunde haben in Rietberg Giftköder gefressen. - © Pixabay
Mehrere Hunde haben in Rietberg Giftköder gefressen. | © Pixabay

Rietberg Hund frisst Giftköder - weitere Fälle sind bekannt

Lena Vanessa Niewald

Rietberg. Ein Hundehasser ist offenbar derzeit in Rietberg unterwegs. Mehrere Vierbeiner haben in den vergangenen Tagen Giftköder im Park an der Johannes-Kapelle gefressen. Ein Hund soll bereits an den Ködern gestorben sein, die anderen konnten durch schnelle tierärztliche Hilfe gerettet werden. Solche Fälle seien schon lange keine Einzelfälle mehr, sagt Corinna Koptik, Pressesprecherin der Polizei Gütersloh. "Das kommt leider häufig vor. Vor einiger Zeit hatten wir Probleme mit Ködern in der Gütersloher Innenstadt. Jetzt ist Rietberg betroffen." Eine Anzeige liege der Polizei bereits vor, sagt Koptik. Sie habe aber darüber hinaus von mehreren weiteren Fällen in der Umgebung der Johannes-Kapelle gehört. "Das ist eine Straftat" Aus polizeirechtlicher Sicht handele es sich bei Giftköder-Fällen um Sachbeschädigung. "Das ist eine Straftat", sagt Koptik. Diese aufzuklären, sei aber fast unmöglich. Koptik ist kein Fall bekannt, in dem die Täter gestellt werden konnten. "Man muss einfach hoffen, dass der Kommissar Zufall mal zuschlägt und jemand einen Täter dabei erwischt, wie er die Köder austeilt." Ulrike Wagner war mit ihrem einjährigen Tibet-Terriermix Felix auch im Kapellen-Park unterwegs. "Ich habe gesehen, dass er irgendetwas gefressen hat, aber so schnell konnte ich gar nicht mehr dazwischen gehen", sagt sie. In den ersten Stunden danach sei auch noch alles normal gewesen. Erst als ihre Tochter später wieder mit Felix rauswollte, fiel auf: Irgendetwas stimmt mit dem Hund nicht. Hund hängt zwei Tage am Tropf "Er kippte einfach immer wieder um und sein Kopf schlackerte hin und her", sagt Wagner. Sie sei sofort mit ihrem Liebling zum Tierarzt. Und dort war schnell klar: Felix wurde vergiftet. Der Terriermix wurde sofort behandelt und das Gift aus dem Körper gepumpt. "Felix war dann am Tropf. Zwei Tage lang haben wir echt gezittert um ihn." Jetzt ist Felix wieder zu Hause. Topfit sei er noch nicht, aber so langsam würde es besser, sagt Wagner. Angst habe sie aber trotzdem, wieder mit ihrem Hund spazieren zu gehen. Den Kapellen-Park werde sie erstmal meiden. In den Sozialen Netzwerken warnt sie gemeinsam mit weiteren Hundebestizern vor den Ködern: "Damit anderen Hunden nicht auch etwas zustößt." Hunde lernen, auf Kommando etwas auszuspucken Mittlerweile nehmen auch immer mehr Hundeschulen und Hundetrainer das Thema Giftköder in ihre Trainingseinheiten auf. Claudia Blank ist gelernte Tierverhaltenstherapeutin und sagt: "In diesem Jahr ist im Kreis Gütersloh schon echt viel passiert. In den vergangenen Jahren hatte das Thema kaum einer auf dem Schirm." Es sei wichtig, Hundehalter zu sensibilisieren, damit sie beim Spazieren gehen besonders darauf achten, was ihre Lieblinge auf offener Straße oder im Park fressen. "Wir üben mit den Hunden, dass sie Dinge, die sie in den Mund nehmen, auf Kommando wieder ausspucken können. Das klappt in der Regel schon nach wenigen Übungen richtig gut." Das sei ein erster entscheidender Schritt- Denn: Den Hunden beizubringen, gar nichts mehr vom Boden zu fressen, sei viel schwieriger.

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