Beratung vor Ort: Der Infowagen vor Wapelhorst ist montags und freitags von 12 bis 13 Uhr und 14 bis 18.30 Uhr geöffnet. - © Birgit Vredenburg
Beratung vor Ort: Der Infowagen vor Wapelhorst ist montags und freitags von 12 bis 13 Uhr und 14 bis 18.30 Uhr geöffnet. | © Birgit Vredenburg

Rietberg Neuenkirchen hofft auf Anschluss ans Glasfasernetz

Neuenkirchen bekommt eine zweite Chance für den Anschluss an die Zukunftstechnologie. Sunder schließt einen Anbieterwechsel nach zwei Jahren nicht aus

Birgit Vredenburg

Rietberg. Nachdem jüngst der Startschuss für den Ausbau des Glasfasernetzes in Mastholte-Süd, Mastholte und Rietberg gefallen ist, könnte auch Neuenkirchen Ende 2019/Anfang 2020 an die Zukunftstechnologie angeschlossen werden - vorausgesetzt 40 Prozent aller Haushalte entscheiden sich für die Glasfaser. Wird diese Quote nicht erreicht, rechnet sich die millionenschwere Investition nicht. "Zeitlich begrenzt ist die Nachvermarktungsphase vorerst nicht", erklärte Niko Klose, Beratungsexperte der HeLi NET am Donnerstagabend im gut besuchten Kolpinghaussaal und gestand: "Wir fangen hier wirklich bei Null an." Die bereits 2016 gesammelten Aufträge würden erst dann gültig, wenn mit der HeLi NET neue Grundstücksnutzungsverträge abgeschlossen werden. Verträge mit der inzwischen ausgeschiedenen Breitband-Versorgung Ostwestfalen (BBV) und Easybell könnten nicht berücksichtigt werden. "Nach dem holprigen Start liegt uns jetzt daran, möglichst große Bereiche mit der Technologie zu versorgen, die die größte Zukunftsperspektive bietet", unterstrich Bürgermeister Andreas Sunder. Auch wenn die erste Vermarktungsphase vor zwei Jahren in Neuenkirchen viele enttäuschte Gesichter zurückgelassen habe, biete sich jetzt, "auch mit einer gewissen Portion bürgerschaftlichen Engagements", die zweite Chance, an das Netz angeschlossen zu werden. »Nach zwei Jahren werden die Karten neu gemischt« Um die Glasfaser in Neuenkirchen neu zu vermarkten, steht am ehemaligen Bekleidungsgeschäft Wapelhorst ein Infowagen, der montags und freitags geöffnet ist. "Darüber hinaus gehen wir von Tür zu Tür, um die Leute zu Hause zu erreichen und zu beraten, wir bieten Gruppenberatungen an und setzen auf Mund-zu-Mund-Propaganda", erläuterte Klose das Vorgehen. Bezüglich der Kritik aus den Zuhörerreihen, dass die neuen monatlichen Tarife gegenüber 2016 von 39 auf 49 Euro gestiegen seien, und der geäußerten Sorge, "mit dem Wechsel zur Glasfaser an einen Monopolisten zu geraten, der die Preise nach zwei Jahren weiter anzieht", erklärte Sunder: "Nach zwei Jahren werden die Karten neu gemischt, denn es besteht die Möglichkeit, das Netz auch für andere Anbieter zu öffnen". Zudem bleibe die alte Kupferkabel-Infrastruktur erhalten; wer die Glasfaser nicht mehr wolle, könne auch wieder auf die alte Leitung zurück. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter nach zwei Jahren? Davon war im Juli, beim Infoabend in der Basilika, noch keine Rede. Da hatte HeLi- NET-Geschäftsführer Ralf Schütte, der diesmal nicht anwesend war, erklärt: "Wir brauchen etwa vier bis fünf Jahre bis zur Amortisation der Vorlaufkosten. In dieser Zeit wird kein weiterer Provider aufs Netz gelassen." Letztendlich sei dies aber eine Entscheidung des Investors und Netzeigentümers. Und wo das Netz langfristig lande, sei noch nicht entschieden. Fünf Wochen später, beim ersten Spatenstich in Mastholte-Süd, sagte Sunder auf Nachfrage der NW, dass er selbst eine städtische Beteiligung an dem fertiggestellten Netz für erstrebenswert erachte, um einen "möglichst großen städtischen Einfluss auf eine so wichtige Infrastruktur" zu haben. Die Frage, ob die HeLi NET ihre seit 2010 in Westfalen betriebenen Netze schon für andere Anbieter geöffnet habe, beantwortete Klose knapp: "Die Nutzung muss von anderen Anbietern auch gewollt werden." Später, im Gespräch mit der NW, räumte er ein, dass die eigenen Netze bislang nur von der HeLi NET genutzt werden. "Die Mikro-Cluster, die wir aufbauen, sind für die großen Anbieter uninteressant."

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