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: Sabine Gildemeister, Indra Scholz, Frank Timmermann, Bärbel Schnitker, Uschi Burkert und Carmen Neumann (v. l.) in Elmar Vogts Komödie "Tod und Vererben", aufgeführt von der VHS-Gruppe "Theater Theater". - © FOTO: ROLF BIRKHOLZ
: Sabine Gildemeister, Indra Scholz, Frank Timmermann, Bärbel Schnitker, Uschi Burkert und Carmen Neumann (v. l.) in Elmar Vogts Komödie "Tod und Vererben", aufgeführt von der VHS-Gruppe "Theater Theater". | © FOTO: ROLF BIRKHOLZ

Rheda-Wiedenbrück Testamentseröffnung mit Quartett der Gegensätze

Gruppe "Theater Theater" der VHS Reckenberg-Ems führte im Stadthaus die Komödie "Tod und Vererben" auf

12.11.2013 | Stand 10.11.2013, 19:36 Uhr

Rheda-Wiedenbrück (rb). Wenn es etwas zu erben gibt, kennt mancher keine Verwandten mehr – oder glaubt gerade, sie zu kennen. So halten es jedenfalls vier junge Damen, die nach dem Tod einer ihnen bis dato unbekannten Verwandten zur Testamentseröffnung geladen werden. "Tod und Vererben" heißt die Komödie, die von der Gruppe "Theater Theater" der VHS Reckenberg-Ems jetzt in Anwesenheit des Autors Elmar Vogt im Stadthaus aufgeführt wurde.

Ein Quartett der Gegensätze trudelt da auf dem Anwesen der verstorbenen Freifrau von Gessen ein. Da ist die sich kultiviert gebende Opernsängerin Mercedes (Uschi Burkert), angeblich eine Nichte der Hingeschiedenen, da sind die von Sabine Gildemeister gespielte Geschäftsfrau Helene und der "Ich will verbranntes Gummi riechen"-Spät-Punk Lee (Indra Scholz), die Cousinen sind und Cousinen auch der Freifrau gewesen sein sollen. Und dann taucht noch die Automechanikerin Jule (Bärbel Schnitker) auf. Ihr eröffnet der von Frank Timmermann als zunehmend genervter Erbinnenbegutachter verkörperte Notar Eveready, sie sei ein leibliches, einst zur Adoption freigegebenes Kind der Verstorbenen.

Wenn Jule sich deshalb für die Alleinerbin hält, täuscht sie sich. Er solle die als Erbin auswählen, die am meisten den Vorstellungen der Freifrau entspreche, erläutert nämlich der Notar. Was dieser gefallen hätte, bleibt indes offen. Dies unter den Augen des Beauftragten zu erahnen, bleibt den Damen ein Wochenende.

Soll man sich familiär geben, elegant auftreten? Frühsport machen? Wenn die vier versuchen, sich möglichst positiv darzustellen, können sich auch die Schauspielerinnen unter der Regie von Diana Hoffmann-Baljak gut einbringen, indem sie ihrer eigentlichen Rolle Facetten hinzufügen. Der Schauspieler wiederum hat mit seinen Reaktionen auf das Theater seiner Gäste genug zu tun.

Die zeigen sich recht flexibel. Erst beschließen sie, zusammenzuhalten: Wer auserkoren wird, teilt mit den anderen. Dann wollen zwei ihr eigenes Süppchen kochen. Bestechungsversuche mit weiblichem Charme bleiben auch nicht aus. Schließlich ist da noch die stumme Haushälterin (Carmen Neumann). Ist sie womöglich die gar nicht tote Freifrau, die sich das alles vorführen lässt, um die Kandidatinnen zu prüfen?

So ganz falsch ist dieser Verdacht nicht. Aber von dem Grund für den Zirkus werden die vier so wenig erfahren wie sie zuvor von ihrer reichen Verwandten wussten. Viel Beifall nach der Premiere, bei der es da und dort noch nicht ganz rund lief. Aber das wird sich geben bei den weiteren Aufführungen an den folgenden Samstagen in Herzebrock-Clarholz , Rietberg und noch einmal im Stadthaus.

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