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Rheda-Wiedenbrück/Rietberg/Bielefeld

"Du trennst dich nicht, ich werde dich töten"

Versuchter Totschlag beschäftigt Landgericht

VON NILS MIDDELHAUVE
04.09.2013 | Stand 02.09.2013, 19:36 Uhr
Verteidiger Holger Rostek (l.) spricht mit seinem Mandanten Pekün B. (48). - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Verteidiger Holger Rostek (l.) spricht mit seinem Mandanten Pekün B. (48). | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Rheda-Wiedenbrück/Rietberg/Bielefeld. "Das Ziel meines Besuchs war es, meine Ehe zu retten – nicht, meine Frau zu töten", ließ Pekün B. (Namen aller Betroffenen geändert) über seinen Verteidiger vortragen. Seit gestern muss sich der 48-jährige Mann aus Rietberg wegen des Verdachts des versuchten Totschlags vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Er soll im März dieses Jahres versucht haben, seine Ehefrau in Rheda-Wiedenbrück zu erwürgen.

Die Bielefelder Staatsanwaltschaft – in der gestrigen Verhandlung vertreten durch Staatsanwältin Anke Schnadt – geht von folgendem Geschehen aus: Im Februar hatte sich B.s Ehefrau Talha von ihrem Mann getrennt und war in ein Schwesternwohnheim in Rheda-Wiedenbrück gezogen. Aufgrund seines gekränkten Ehrgefühls beschloss Pekün B., seine Frau zu töten. Er begab sich am 2. März zu ihrem Appartement und klopfte an der Tür. Als die Frau ihm öffnete, schlug er ihr unvermittelt gegen den Kopf und rief "Du trennst dich nicht, ich werde dich töten." Talha B. fiel zu Boden, ihr Mann würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit.

In der gestrigen Verhandlung vor der X. Großen Strafkammer des Landgerichts äußerte sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen, sondern ließ seinen Verteidiger Holger Rostek eine Erklärung verlesen. In dieser hieß es, die 1987 geschlossene Ehe sei eine Liebesheirat gewesen, aus der zwei Söhne hervorgegangen seien. Als sich, so ließ B. weiter erklären, seine Frau im Februar von ihm getrennt habe, habe er den Grund nicht verstanden und sei sehr traurig gewesen. Am 2. März habe er sie gegen Mittag in ihrem Appartement besucht, sei nach einem Streit jedoch "förmlich rausgeschmissen" worden. Dies habe er nicht hinnehmen wollen und sei nachmittags zurückgekehrt.

Er habe, so der nicht vorbestrafte B., an der Tür geklopft und seine Frau habe geöffnet. "Ich weiß nicht, was in mich gefahren is. Ich habe mich dazu hinreißen lassen, sie zu schlagen", ließ der 48-Jährige weiter erklären. Und weiter: "Ich glaube, ich habe sie auch gewürgt. Ich weiß nicht, was für einen Blödsinn ich geredet habe. Als ich sah, dass es ihr nicht gut ging, habe ich die Polizei angerufen. Hätte ich sie töten wollen, so hätte ich es gekonnt, als sie auf dem Boden lag." Pekün B. wurde noch am selben Tag um 18.30 Uhr festgenommen.

Der Prozess wird am 23. September vor dem Bielefelder Landgericht fortgesetzt.

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