Auf dem Plakat verpasst ein Mann auf einer Leiter Schloss Rheda einen neuen Anstrich.
Auf dem Plakat verpasst ein Mann auf einer Leiter Schloss Rheda einen neuen Anstrich.

Rheda-Wiedenbrück "In billiger Weise Schloss Rheda benutzt"

Kanzlei-Direktor spricht von Eigentumsverletzung

Rheda-Wiedenbrück (pok). Freundliche Farben mögen das triste Grau dieser Tage aufhellen. Doch über das Plakat, das mit einem gelb getünchten Schloss für die Neueröffnung des Baumarktes Max Bahr wirbt, ist Albrecht Wrede alles andere als amüsiert. Wie der Direktor der Fürstlichen Kanzlei gestern auf Anfrage mitteilte, "ist das eine Methode zu Lasten des Fürstenhauses, die in billiger Weise Schloss Rheda benutzt".

In der Verwendung des Bildes für die Werbung sieht er eine Eigentumsverletzung. Denn nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes von 2010 sei es verboten, das Foto eines Gebäudes in Privatbesitz gewerblich zu nutzen, wenn es auf dem Privatgrundstück aufgenommen wurde. Niemand vom Unternehmen Max Bahr habe bislang Kontakt zum Fürstenhaus aufgenommen, um die Verwendung des Bildes vom Schloss, das ein Mann auf einer Leiter sonnengelb anstreicht, abzusprechen.

"Wir waren nicht eingebunden, ein Motivvertrag wurde nicht abgeschlossen", so Wrede. Er ist überzeugt, dass die Verwendung des Bildes widerrechtlich erfolgt ist. Darum habe er dem Unternehmen eine Unterlassungserklärung zugestellt, auf die in den nächsten Tagen eine einstweilige Verfügung folgen könnte.

Die Rechtsabteilung von Max Bahr habe die Idee, eine Aufnahme von Schloss Rheda für Werbezwecke zu verwenden, juristisch geklärt. Das sagte Sabine Naujoks, Pressesprecherin des Unternehmens. Bundesweit würden 120 Praktiker-Märkte auf den Baumarkt Max Bahr umgestellt (die NW berichtete) – unter dem Slogan "Deutschland wird gelb" als Corporate Design.

Die Marketingabteilung wähle für die Werbung in den Städten "markante Gebäude mit einem hohen Wiedererkennungs- und Sympathiewert" aus. Dabei liege es dem Unternehmen fern, "für Verstimmungen am neuen Standort zu sorgen". Bei Max Bahr nehme man den Ärger auf Schloss Rheda ernst. "Wir müssen diesen Fall wohl noch einmal explizit untersuchen", so Naujoks.

Welche Konsequenzen das haben kann und ob die Plakate vielleicht wieder entfernt werden müssen, ist indes offen. Wrede geht davon aus, dass die einstweilige Verfügung so viel Zeit in Anspruch nehmen dürfte, dass die Eröffnung des neuen Baumarktes am 14. März dann bereits geschehen sein könnte.

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