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In der Beckerpassage wird "häufig wild geparkt", kritisiert der Seniorenbeirat. Das soll sich bald ändern, dann wird die Verbindung zwischen Wasser- und Marienstraße zur Fußgängerzone. - © Marion Pokorra-Brockschmidt
In der Beckerpassage wird "häufig wild geparkt", kritisiert der Seniorenbeirat. Das soll sich bald ändern, dann wird die Verbindung zwischen Wasser- und Marienstraße zur Fußgängerzone. | © Marion Pokorra-Brockschmidt

Antrag genehmigt Sperrung für Autos: Hier im Kreis Gütersloh entsteht eine neue Fußgängerzone

In spätestens sechs Wochen sollen die Schilder an der Beckerpassage in Wiedenbrück aufgestellt sein, die Autos verbannen. Die Kosten für die Umwandlung sind gering.

Marion Pokorra-Brockschmidt
19.10.2022 , 14:29 Uhr

Rheda-Wiedenbrück. Die Beckerpassage soll zu einer Fußgängerzone werden. Das geht auf einen Antrag des Seniorenbeirates zurück. Denn das Gremium sieht keine Notwendigkeit, dass es auf der Verbindung zwischen Wasserstraße und Marienstraße Kfz-Verkehr gibt.

Der Seniorenbeirat hatte der Fachverwaltung im April mitgeteilt, dass es ihm "ein großes Anliegen ist, die Beckerpassage für den Autoverkehr zu sperren", mit Pollern. Die Verbindung zwischen Marien- und Wasserstraße würden viele Menschen nutzen, besonders viele ältere Bürgerinnen und Bürger. Doch sei die Beckerpassage nicht unbedingt sicher.

Dort würde häufig wild geparkt. Es komme auch zu Begegnungsverkehr "bei nur einer Fahrspur". Dann müssten Autos auf den Zebrastreifen der viel befahrenen Wasserstraße zurücksetzen. Das führe zu "gefährlichen Irritationen". Angemerkt wird auch, dass die Ruhebank in der Beckerpassage zwar zum Verweilen einlade. Doch stehe sie direkt an der Fahrspur. Unpraktisch sei der Verkehr auch angesichts der aufgestellten Kinderspielgeräte. Jungen und Mädchen würden "sozusagen direkt auf der Straße spielen".

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Behindertenparkplatz nur schwer zu finden

Und noch ein Problem sieht der Seniorenbeirat: den markierten, aber kaum genutzten Behindertenparkplatz. Den würden Ortsunkundige in der Beckerpassage gar nicht erst finden, da keine Schilder auf ihn hinweisen würden. Darum solle er wieder an die Wasserstraße verlegt werden, an der es sonst keinen Behindertenparkplatz gebe.

Bei dem von der Stadt eingeleiteten Anhörungsverfahren, hat sich die Kreispolizeibehörde geäußert. Es sei in den vergangenen zwei Jahren zu zwei Unfällen mit Bagatellschäden gekommen, weil ein Auto rückwärts auf die Wasserstraße fuhr. Auf dem Zebrastreifen seien bei weiteren zwei Unfällen jeweils ein Fußgänger und ein Fahrradfahrer verletzt worden. Aufgrund der Unfalllage in der Beckerpassage sei die Umwandlung in eine Fußgängerzone nicht nötig.

Dennoch teilt die Kreispolizeibehörde die Auffassung des Seniorenbeirates, dass es dort keinen Kfz-Verkehr brauche. Um sie aber weiterhin als Rettungsweg nutzen zu können, sollte die Sperrung über Schilder erfolgen. Der Kreis als Straßenbaulastträger unterstützt die Ausweisung als Fußgängerzone, soweit Radfahrer und der Lieferverkehr sie weiterhin befahren können.

500 Euro für zwei Schilder und das Entfernen der Parkbuchten

Die Politik befürwortet den Antrag des Seniorenbeirates. "Das ist genau das, was wir wollen", sagte Peter-Heinz Woste, CDU. Für Hans-Hermann Heller-Jordan erfordern die Zustände noch ein weiteres Handeln. Für den Bündnisgrünen ist die Beckerpassage ein "vernachlässigter öffentlicher Raum, der aufgewertet gehört".

Die Kosten für die Umwandlung zur Fußgängerzone bezifferte Joel Otta, Abteilungsleiter Verkehrsangelegenheiten, im Ausschuss für Umwelt-, Klimaschutz und Mobilität auf "schätzungsweise 500 Euro für zwei Schilder und das Entfernen der Parkbuchten". Umgesetzt werden könnte das umgehend, hieß es im September. Nun informiert die Stadt auf Nachfrage der NW, dass die Einrichtung der Fußgängerzone angeordnet sei. Aufgestellt werden soll die notwendige Beschilderung allerdings erst in etwa sechs Wochen vom Bauhof. Denn derzeit "sind die Schilder leider nicht vorrätig".

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