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Der Plan: Der erstplatzierte Entwurf für die Neubebauung der Kolpingstraße stammt von dem Architekturbüro Kottmair aus Köln. - © Kottmair
Der Plan: Der erstplatzierte Entwurf für die Neubebauung der Kolpingstraße stammt von dem Architekturbüro Kottmair aus Köln. | © Kottmair

Rheda-Wiedenbrück Vier neue Läden für Rheda-Wiedenbrück - erste Mieter stehen wohl fest

An der Kolpingstraße entstehen etwa 70 Wohnungen und vier große Läden.

Marion Pokorra-Brockschmidt
25.09.2019 | Stand 25.09.2019, 09:27 Uhr

Rheda-Wiedenbrück. Läuft es gut, wird der erste Spatenstich für das neue Wohn- und Geschäftsquartier an der Kolpingstraße 2021 gesetzt. Denn "selbst für den schnellsten Bebauungsplan braucht man ein Jahr", sagt Bürgermeister Theo Mettenborg. Jetzt freut er sich erst einmal über den Entwurf für die Gebäude in einer "sehr hochwertigen, exzellenten Architektensprache". Der Entwurf des Kölner Architektenbüros Kottmair hat sich im Wettbewerb, auf den sich Stadt und Investor verständig hatten, mit acht aufgeforderten Teilnehmern durchgesetzt. "Insgesamt stellt diese Arbeit eine Lösung dar, die sich angenehm in die gewachsene Stadt einbindet und so vielen Wünschen und Anforderungen der Auslobung gerecht wird", lautet das Urteil des Preisgerichts. Geschäfte mit 4.530 Quadratmetern Verkaufsfläche Überplant haben die Architekten das noch gewerblich genutzte, 18.500 Quadratmeter große Areal zwischen der Bahntrasse und der Kolpingstraße. Dabei galt es, die aus dem Einzelhandelskonzept abgeleitete Verkaufsflächen von insgesamt 4.530 Quadratmetern für Geschäfte vorzusehen: 2.400 Quadratmeter für einen Vollsortimenter inklusive Backshop und gastronomischem Angebot, 730 Quadratmeter für einen Drogeriefachmarkt, 1.100 Quadratmeter für ein Kleinkaufhaus und 300 Quadratmeter für einen Textilfachmarkt. Als Mieter der Läden sollen Rewe, Rossmann und Woolworth feststehen. Der ausdrückliche Wunsch der Ratsmitglieder war es im Dezember 2017, auf der Fläche Wohnen und Handel zu verbinden. Integriert sind in das Projekt etwa 70 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von etwa 4.000 Quadratmetern. "Es sind alles Mehrfamilienhäuser, 20 Prozent sind geförderter Wohnungsbau", so Mettenborg auf Nachfrage. Er sprach von einer erheblichen, zweistelligen Millioneninvestition. Den Entwurf des Wettbewerbssiegers nennt er "hervorragend, weil er eine gutbürgerliche Klientel und andere bedient", denkt er auch an Studenten, die vermehr nach Rheda-Wiedenbrück zögen. "Eindruck einer unmaßstäblichen Parkwüste vermieden" Entschieden hat über die Entwürfe ein Preisgericht mit Vertretern aus Verwaltung und Politik, mit Architekten, Immobilienmakler und Bastian Hämmerle, Prokurist der Hamburger Procom Invest GmbH & Co. KG. "Wir haben einen Tag intensiv und fruchtbar diskutiert", sagte Hämmerle, dass das einstimmig angenommene Konzept bald umgesetzt werden soll. Für Gernot Schulz, Vorsitzender des Preisgerichts, steht fest, dass "Rheda in dieser verdichteten Anordnung von Wohnen und Einzelhandel mit vielen Grünflächen landesweit ganz vorne dabei ist". Der Erstplatzierte bekommt ein Preisgeld von 14.000 Euro und ein Bearbeitungshonorar von 4.000 Euro so wie die anderen Teilnehmer bekommt. Sein Konzept "stellt die gewünschten städtebaulichen Aspekte, die Durchmischung von Wohnen und Handel sowie das Ausbilden einer klaren Raumkante zur Kolpingstraße in den Vordergrund", so die Jury. Der Investor Procom stellte das Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro bereit. Die Beiträge zu dem Wettbewerb sind bis 11. Oktober im Foyer des Rathauses zu sehen. Das Konzept von Hanspeter Kottmair sieht drei separate Gebäude für den Einzelhandel vor. Zwei, die entlang der Kolpingstraße errichtet werden, werden durch Wohnungen im Obergeschoss ergänzt. Durch die Unterteilung in differenzierte Baukörper für das Fachmarktzentrum könnten unterschiedliche Anforderungen wie beispielsweise Raumhöhen individuell optimiert werden, so die Juroren. Es entstehe eine Bebauung, die sich maßstäblich an ihrem Umfeld orientiere und klare Zugänge zu den Geschäften biete. Die für die Läden nötigen Parkplätze entstehen im unterteilten Innenhof. Durch eine Gliederung "der Stellplatzflächen wird der Eindruck einer unmaßstäblichen Parkwüste vermieden". "Dass da gutes Wohnen stattfinden kann" Wohnhäuser werden auch entlang der fortzuführenden Hammersenstraße gebaut, ausgerichtet nach Süden und Osten. Ihre Erschließung über Laubengänge sei "aufgrund der Lärmimmissionen aus Richtung Norden sinnvoll", so das Preisgericht. Ausgewiesen wird ein reduzierter Stellplatzschlüssel von einem Parkplatz je Wohnung "als zeitgemäßer Ausdruck sich wandelnder Mobilität". Für Mettenborg ist klar, "dass da gutes Wohnen stattfinden kann". Der Bürgermeister sagte auf Nachfrage auch, dass die Umsetzung des prämierten Architektenentwurfs für den Investor verpflichtend sei. "Es kommt das, was wir als Stadt steuern." Der Bauleitplan und ein städtebaulicher Vertrag legten alles fest - bis zur Dachbegrünung. Nicht allein das Investoreninteresse dürfe federführend sein. Das Wettbewerbsergebnis zeige, dass die politische Erwartung, auch Wohnen mitzudenken, erfüllt werde. Auf Politik und Verwaltung kommen nun weitere Aufgaben zu. Beschäftigen müssen sich die Bürgervertreter mit einem Verkehrskonzept für die Kolpingstraße. "Über die Bauleitplanung müssen wir da Antworten finden", sagte Mettenborg. Dabei geht es nicht nur um den Verkehrsfluss, sondern auch um die Anbindung des neues Fachmarktzentrums an die Innenstadt von Rheda.

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