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Debatte: Die Grünen wollen mit ihrem Antrag den Klimaschutz vorantreiben. - © picture alliance
Debatte: Die Grünen wollen mit ihrem Antrag den Klimaschutz vorantreiben. | © picture alliance

Rheda-Wiedenbrück So wollen die Grünen in Rheda-Wiedenbrück den Klimaschutz vorantreiben

Einen Schritt in Richtung Klimaschutz machen die Bündnisgrünen mit einem Antrag. Sie bedauern, dass von Verwaltung und Klimaschutzmanager wenig Initiativen in dieser Richtung kommen.

Marion Pokorra-Brockschmidt
13.09.2019 | Stand 13.09.2019, 14:47 Uhr

Rheda-Wiedenbrück. Der Antrag der Bündnisgrünen auf die "Errichtung von Fotovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden" sei wohl kein großer Schritt vorwärts "im Sinne eines substanziellen Beitrags auch unserer Stadt für mehr Klimaschutz", räumt Andreas Hahn ein. Doch sei er ein "Versuch, völlig überflüssige Hemmnisse und Planungsbremsen aufzuheben, damit das von allen politischen Akteuren beschworene größere Engagement für mehr Klimaschutz in der Realität endlich Fahrt aufnimmt". Wie der bündnisgrüne Ratsherr informiert, scheinen "leider in Rheda-Wiedenbrück auch so kleine Fortschritte im Handlungsfeld Klimaschutz stets von der Politik angeregt werden zu müssen, auf eigenständige Initiativen von der Verwaltung oder vom städtischen Klimamanagement warten wir vergebens". Seine Fraktion beantragt nun, dass der Fachbereich Immobilienmanagement prüfen soll, "wie möglichst bald auf möglichst viele Dächer städtischer Gebäude Fotovoltaik-Anlagen installiert werden können". Ziel soll es sein, möglichst alle aufgrund ihrer Lage und ihrer konstruktiv-technischen Voraussetzungen in Frage kommenden Dachflächen damit auszustatten. In Zeiten des immer noch ungebremsten Klimawandels Das Thema sei nicht neu, erinnert Hahn. 2007 habe der Ausschuss für Grundstücke und Gebäude auf Antrag der Bündnisgrünen, darüber diskutiert. 2009 beschloss er, die Errichtung und den Betrieb von Fotovoltaik-Anlagen Interessenten anzubieten. 2017 habe der Ausschuss einen Antrag der Jungen Union befürwortet, Errichtung und Betrieb solcher Anlagen auch durch die Stadt selbst anzustreben. "Der Begründung dieses Antrags ist natürlich auch aus heutiger Sicht und in Zeiten des immer noch ungebremsten Klimawandels unbedingt zuzustimmen", so Hahn. Dafür spreche, dass die Stromerzeugung mit Fotovoltaikanlagen einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende und damit zum Umweltschutz darstelle. Öffentliche Gebäude böten dafür wegen ihrer Größe geeignete Dachflächen. "Zudem ist mit der überwiegenden Gebäudenutzung zu den sonnigen Tagesstunden ein entsprechend hoher Eigenverbrauchsanteil verbunden." Der sei besonders wegen der Wirtschaftlichkeit einer Fotovoltaikanlage aufgrund der Neuregelung der Einspeisevergütung erforderlich. Doch, so Hahn, sei der Beschluss von 2017 an eine Bedingung geknüpft gewesen, die er eine Einschränkung nennt, nämlich: „Bei allen Neubauten sowie Dachsanierungen von städtischen Gebäuden." Das sei aus Sicht der Bündnisgrünen "in Zeiten des alarmierend voranschreitenden Klimawandels nicht mehr zeitgemäß". Statt auch künftig viele Jahre lang zu warten, bis ein Dach dringend sanierungsbedürftig sei, sollte die Installation weiterer Fotovoltaik-Anlagen offensiv und zügig vorangetrieben werden. Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück und Rheda-Wiedenbrücker Energiegenossenschaft sollten ebenso wie schulische Akteure ausdrücklich dazu eingeladen werden, "sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen", heißt es in dem Antrag. Es gibt Anlagen zur Stromerzeugung auf Schuldächern Wie es auf Nachfrage aus dem Rathaus heißt, sind auf städtischen Liegenschaften bislang sowohl Solaranlagen zur Wärme- als auch zur Stromerzeugung installiert. Anlagen zur Wärmeerzeugung stehen auf Schuldächern. Insgesamt 84 Quadratmeter Solarkollektoranlagen sind installiert, deren Ertrag bei 29.400 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr liegt. Solarabsorger-Anlagen haben die Freibäder. In Rheda sind auf 600 Quadratmetern Gummischläuche verlegt, die für warmes Wasser sorgen. Sie bringen eine Leistung von 75.000 kWh pro Jahr. 750 Quadratmeter sind es im Freibad Wiedenbrück mit einer Jahresleistung von 93.750 kWh. "Außerdem werden das Frei- und das Hallenbad über ein Biogas-Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt", informiert Pressesprecher Martin Pollklas, dass die Wärmelieferung 2018 bei 1,5 Millionen kWh lag. Die Fotovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden wurden langfristig an Privatleute vermietet. "Das heißt auch, dass sie die Anlagen pflegen und warten müssen", so der Pressesprecher. Sie stehen auf den Dächern von Eichendorff- und Piusschuleund , am Standort Ratsgymnasium II am Emssee und auf der ehemaligen Ernst-Barlach-Realschule, heute Johannisschule, sowie auf der Gesamtschule Rheda, ehemals Einstein-Gymnasium II. Ihr Ertrag liege insgesamt bei etwa 160.000 kWh pro Jahr. Mit dem Neubau der Gesamtschule Rheda wurde zudem erstmals eine eigene städtische Fotovoltaik-Anlage installiert. "Der zu erwartende Ertrag liegt bei etwa 6.000 kWh pro Jahr", so Pollklas.

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