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Die Verkehrssicherheitsberater Alexander Hüske (l.) und Sebastian Brand mit Jonathan (7) und Bruder Joshua (5) zu. - © Waltraud Leskovsek
Die Verkehrssicherheitsberater Alexander Hüske (l.) und Sebastian Brand mit Jonathan (7) und Bruder Joshua (5) zu. | © Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück Alternative zum Fahrrad-Helm: Wie wär's mit einem Airbag?

Zwei Verkehrssicherheitsberater stehen in Rheda-Wiedenbrück Rede und Antwort. Sie sprechen auch über Fahrradhelme - und nennen dazu eine Alternative.

Waltraud Leskovsek
15.08.2019 | Stand 15.08.2019, 09:36 Uhr

Rheda-Wiedenbrück. Eine junge Frau kommt mit ihren beiden Töchtern am Infostand der Kreispolizeibehörde auf dem Wiedenbrücker Wochenmarkt vorbei. Alexander Hüske begrüßt sie freundlich und fragt die Mädchen, ob sie einen Helm beim Radfahren tragen. „Klar", sagen beide wie aus einem Mund. Als er die Mutter fragt wie sie auf dem Rad unterwegs ist, zögert sie. Dann antwortet sie, dass sie unregelmäßig einen Helm trage. Der Polizeioberkommissar zieht sein Handy aus der Tasche und zeigt auf die Schutzhülle. „Hat Ihr Handy auch so eine?", fragt er und die Mutter sagt spontan: „Oh ja, sonst wird es teuer, wenn es herunterfällt." Das hört Hüske immer wieder. „Viele Menschen schützen ihr Handy sehr gut, ihren Kopf leider immer noch zu wenig - dabei kann man den schließlich nicht nachkaufen", erklärt er. "Anhören, wo der Schuh drückt" Hüske war mit seinem Kollegen Sebastian Brand auf dem Markt. Die Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizei sind derzeit unter dem Motto „Summer-Talk – alles was Sie bewegt" unterwegs. „Wie der Name sagt, wollen wir in lockerer Atmosphäre mit den Menschen ins Gespräch kommen, uns anhören wo der Schuh drückt und Fragen beantworten", informiert Hüske. Der Rheda-Wiedenbrücker sieht es als eine ganz wichtige Aufgabe an, "zu den Menschen zu kommen, uns zu zeigen und ihnen die Hemmschwelle zu nehmen, mit uns ins Gespräch zu kommen". Das Angebot wurde gut angenommen. Ein Ehepaar kam mit seinen neuen Pedelecs, um sie registrieren zu lassen. Das erledigten die Beamten gleich vor Ort. Andere Marktbesucher fragten nach dem richtigen Verhalten in verschiedenen Verkehrssituationen - zum Beispiel, wie sich Radfahrer an einer Ampel auf der Straße einordnen sollen. Gerade die Unwissenheit von Auto- und Radfahrern sei oft ein Grund, dass es zu Unfällen komme - immer öfter mit Radfahrern. Kritik an den neuen Fahrradstreifen Bernhard Hansemeier fährt viel mit seinem Pedelec. Er hat es nicht nur einmal erlebt, dass Autofahrer ihn beschimpfen, weil er als Radfahrer die Linksabbiegerspur auf der Hauptstraße Richtung Westring benutzt hat. Das darf der Linteler. Es gebe kein Schild das angibt, dass Radfahrer auf dem Radweg bleiben und den Fußgängerübergang nutzen müssen, sagen die Polizisten. Brand erklärt, dass Hansmeier alles richtig mache und so als geübter Radfahrer mit dem Verkehr fließe. Das sei jedoch keine Empfehlung für jeden, betont der Beamte. Wer auf dem Fahrrad unsicher sei, der sollte lieber schiebend die Fußgängerampel nutzen. Einige Bürger, die den Stand der Polizei aufsuchten, sprachen auch die jüngst ausgewiesenen Fahrradschutzstreifen auf dem Ostring und auf dem Nordring an. Die gefielen ihnen nicht, weil sie das Gefühl hätten, mitten auf der Straße zu fahren, sagten sie. Das sei ihnen zu unsicher. Die Polizisten nannten die Markierungen gut und richtig. Sie seien eine Sicherheitsvorkehrung für Fahrradfahrer, an die man sich gewöhne. Eine Hülle umschließt Hinterkopf und Nacken Noch nicht alle Verkehrsteilnehmer haben sich daran gewöhnt, dass inzwischen insbesondere viele ältere Menschen inzwischen mit Pedelecs, gerne E-Bikes genannt, unterwegs seien - und das häufig sehr schnell. „Oft unterschätzen Autofahrer die Geschwindigkeit, mit der Pedelecfahrer unterwegs sind" sagt Hüske. Er rät zu gegenseitiger Rücksichtnahme. Und er empfiehlt, unbedingt mit Helm zu fahren. Den Kopf schütze inzwischen auch ein Airbag-Kragen, mit dem Hüske selbst gut unterwegs ist. Sollte ein Fahrradfahrer stürzen, löst der Airbag-Kragen aus. Eine Hülle bläst sich auf und umschließt den Hinterkopf und den Nackenbereich. „Das ist eine gute Alternative für alle, die sich sträuben, einen Helm aufzusetzen - wegen der Frisur oder aus anderen Gründen", erklärt der Polizeioberkommissar.

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