Der Lkw-Fahrer durfte erst weiter fahren, als das Unternehmen das Bußgeld bezahlt hatte. - © Themenfoto/Pixabay
Der Lkw-Fahrer durfte erst weiter fahren, als das Unternehmen das Bußgeld bezahlt hatte. | © Themenfoto/Pixabay

Rheda-Wiedenbrück Manipulationen an polnischem Lkw - Unternehmer muss 15.750 Euro zahlen

Innerhalb von drei Tagen hatte der polnische Unternehmer das Bußgeld bezahlt - der Fahrer musste solange im Hotel übernachten

Rheda-Wiedenbrück. Eine Werkstatt informierte den Verkehrsdienst der Polizei vergangene Woche, dass sie am digitalen Kontrollgerät eines polnischen Lkw Manipulationen festgestellt hatte. Beamten stellten mit Hilfe des Werkstattmeisters gleich mehrere Eingriffe fest. Zwischen Getriebesensor und digitalem Kontrollgerät war ein im Armaturenbrett versteckter Schalter eingebaut. Wurde er betätigt, wurde dem Kontrollgerät vorgetäuscht, dass der Wagen steht, es Ruhezeit aufzeichnet und der Kilometerzähler ebenfalls steht, – obwohl der Lkw fährt. Zusätzlich war eine „Speed Box" eingebaut. Reifenstillstand wird vorgetäuscht Sie manipuliert die an der Hinterachse angebrachten Signale der Radsensoren und speist gefälschte Daten in das elektronische Bremssystem ein. Auch so wird der Fahrzeugelektronik ein Reifenstillstand vorgetäuscht, obwohl die Sattelzugmaschine fährt. „Manipuliert wurden zwei unabhängige Sicherheitssysteme, die alle elektronischen Brems- und Fahrsysteme auf Stillstand setzen, obwohl der Lkw fährt", so die Polizei. Die Sattelzugmaschine mit Auflieger war mit 25 Tonnen Salz auf dem Weg von Polen nach Belgien. Der Fahrer hatte nach einer Pause auf der A 2 Fehlermeldungen in seiner Instrumententafel und fuhr zur Werkstatt, um sie löschen zu lassen. „Vermutlich hatte ein Defekt an dem laienhaft angeschlossenen Manipulationsschalter die Meldungen ausgelöst", so die Polizei. Fahrer musste im Hotel übernachten Sie informiert, dass der Einbau beziehungsweise das Bereithalten einer Einrichtung zur Fälschung, Unterdrückung oder Vernichtung von Aufzeichnungen und Speicherinhalten eine Ordnungswidrigkeit nach dem Fahrpersonalgesetz darstellt. Sie wird mit einem Bußgeld von 15.750 Euro geahndet. Das habe der polnische Unternehmer als Sicherheitsleistung innerhalb von drei Tagen bezahlt. In dieser Zeit musste der Fahrer im Hotel übernachten und durfte erst weiterfahren, nachdem die Manipulationen entfernt und der Lkw wieder in ordnungsgemäßem Zustand war – bestätigt von einem Sachverständigen.

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