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Georg Robra bleibt Erster Beigeordneter der Stadt Rheda-Wiedenbrück. - © Marion Pokorra-Brockschmidt
Georg Robra bleibt Erster Beigeordneter der Stadt Rheda-Wiedenbrück. | © Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück Bewerbung zurückgezogen: Georg Robra bleibt doch in Rheda-Wiedenbrück

Der Erste Beigeordnete der Stadt wird doch nicht zum Dezernenten in Mülheim ernannt - er zog seine Bewerbung zurück

Christian Geisler
12.02.2019 | Stand 11.02.2019, 17:20 Uhr

Rheda-Wiedenbrück. Georg Robra hat seine Bewerbung auf die Stelle des Dezernenten für Bildung, Soziales, Jugend, Gesundheit, Sport und Kultur in Mülheim zurückgezogen. Das bestätigte Volker Wiebels von der Pressestelle der Stadt Mülheim an der Ruhr auf Anfrage dieser Zeitung. Demnach habe der Erste Beigeordnete der Stadt Rheda-Wiedenbrück seine Kandidatur bereits am Freitagabend widerrufen. Nach Angaben des Pressesprechers hat nun ein Kandidat der CDU-Fraktion aussichtsreiche Chancen, den Posten als Dezernenten in Mülheim zu besetzen. Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich dabei um den 50-jährigen Marc Buchholz, aktuell noch Erster Beigeordneter in Kevelaer. „An sich ist das Sozialdezernat in den vergangenen 40 Jahren klassisch SPD-besetzt gewesen", sagt Wiebels. „Insofern hat die SPD geglaubt, dass sie Georg Robra, dessen Bruder auch in Mülheim in der Verwaltung arbeitet, durchgesetzt bekommt." Keine Chance auf die Mehrheit? Da die CDU-Fraktion mit Buchholz aber einen eigenen Kandidaten aufgestellt hat und mit einigen weiteren Fraktionen eine klare Mehrheit im Rat bildet, gilt es als wahrscheinlich, dass Robra nicht mehrheitlich gewählt werden würde. „Bei der Abstimmung kann es natürlich sein, dass Fraktionsdisziplin herrscht und die SPD Robra geschlossen ihre Stimme gibt. Aber im Vorfeld gab es selbst aus der SPD-Fraktion schon andere Stimmen", berichtet Wiebels. Das wollte Dieter Spliethoff, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der 170.000-Einwohner-Stadt Mülheim, nicht bestätigen. „Wir waren einstimmig für ihn. Nicht nur mehrheitlich", sagt er. Der komplette Stadtrat habe sich aber gegen die SPD-Fraktion positioniert. Diese sei deswegen wiederum „bedient". „Da steckt von interessierten Leuten auch ein wenig Vorarbeit hinter. Die sorgen dafür, dass im Verwaltungsvorstand demnächst drei Fachdezernenten der CDU sitzen", erzählt Spliethoff. "Wir ziehen daraus unsere Folgen" Die Fraktion nehme die Entscheidung des Rates „natürlich demokratisch" an. „Wir ziehen daraus aber unsere Folgen." Spliethoff sei „felsenfest" von Georg Robra überzeugt gewesen. Er erklärt: „Das wäre genau der richtige Mann an der richtigen Stelle gewesen." Christina Küsters, CDU-Fraktionsvorsitzende im Mülheimer Rat war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Aus dem Lebenslauf von Robra geht hervor, dass er bisher alle zwei bis drei Jahre die Stelle gewechselt hat. „Das spielt unter Verkennung der Hintergründe des ganzen für manch einen hier eine Rolle. Genau so, wie diese ominöse Strafanzeige. Die ist hier auch durchgesteckt worden, obwohl da nichts dran ist", berichtet der SPD-Fraktionsvorsitzende. Ein Spediteur aus Lintel erhob im Dezember Vorwürfe gegen den Ersten Beigeordneten der Stadt , er habe Hausfriedensbruch begangen. Ihm wird vorgeworfen, die Lagerhalle des Spediteurs unbefugt betreten zu haben und dort sensible Personaldokumente fotografiert zu haben. "An Personalgerüchten beteilige ich mich nicht" Georg Robra selbst hält sich zu allen Nachrichten rund um seine Person weiter bedeckt. „Ich habe weder bestätigt, noch verneint, dass ich mich irgendwo beworben habe", sagt er auf Anfrage dieser Zeitung. „Bisher habe ich mich zu solchen Dingen in der Öffentlichkeit nicht geäußert und werde es auch jetzt nicht tun. An Personalgerüchten beteilige ich mich nicht." Stand jetzt wird der Erste Beigeordnete auch über den 1. März hinaus seine Position im Rathaus in Rheda-Wiedenbrück behalten.

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