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Einsatz an Neujahr: Im sechsten Stock eines Hochhauses in Rheda-Wiedenbrück ist an Neujahr ein Feuer ausgebrochen.
Einsatz an Neujahr: Im sechsten Stock eines Hochhauses in Rheda-Wiedenbrück ist an Neujahr ein Feuer ausgebrochen.

Rheda-Wiedenbrück Silvesterrakete setzt Balkon in Brand - Kurz darauf steht die Wohnung in Flammen

Bei dem Einsatz wurden die Fahrzeuge der Feuerwehr mit Raketen beschossen.

Andreas Eickhoff
02.01.2019 | Stand 02.01.2019, 16:16 Uhr |

Rheda-Wiedenbrück. Eine verirrte Silvesterrakete hat in einem Mehrfamilienhaus in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh einen Wohnungsbrand verursacht, bei dem sechs Menschen, darunter ein wenige Wochen altes Baby, verletzt wurden. Auf einem Balkon des Hauses mit zehn Stockwerken explodierte nach Angaben der Polizei 15 Minuten nach Mitternacht Silvesterfeuerwerk. Zuerst stand der Balkon in Flammen. Anschließend griff das Feuer auf die gesamte Wohnung über. Von der Feuerwehr wurden Löschzüge aus Rheda, Wiedenbrück, Gütersloh und Warendorf eingesetzt. „Der Löschzug Rheda war zunächst zu einem Zimmerbrand alarmiert worden", erklärte Sprecher Christian Dresmann vom Löschzug Rheda. Als die ersten Kräfte wenige Minuten später eintrafen, schlugen Flammen bereits meterhoch am Balkon hoch. Feuerwehr löst Großalarm aus Um 0.22 Uhr wurde dann Großalarm ausgelöst, 65 Feuerwehrleute beendeten ihre Neujahrsfeier. Aus dem brennenden Hochhaus mussten 16 der 73 Bewohner aus ihren Wohnungen ins Freie gebracht werden. Gleichzeitig löschten zwei Feuerwehrleute unter Atemschutz von der Drehleiter aus die Flammen auf dem Balkon und in der angrenzenden Küche. Weil alle Bewohner des Mehrfamilienhauses auf Verletzungen durch Raucheinwirkung untersucht werden mussten, löste die Rettungsleitstelle einen sogenannten Massenanfall von Verletzten unter der Leitung eines Notarztes aus. Von den untersuchten Personen wiesen sechs, darunter ein wenige Wochen altes Baby, erhöhte Kohlenmonoxidwerte in ihrem Blut auf und mussten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser transportiert werden. Die Höhe des entstandenen Sachschadens kann laut Polizei noch nicht beziffert werden. Die Wohnung ist bis auf weiteres unbewohnbar und wurde von der Polizei für weitere Untersuchungen beschlagnahmt. Angriffe auf Feuerwehrfahrzeuge Während des Einsatzes und auch während der An- und Abfahrten wurden die Fahrzeuge der Feuerwehr sowie Privatfahrzeuge der Einsatzkräfte nach Angaben von Stadtbrandinspektor Christian Kottmann mit Raketen beschossen. An den Einsatzfahrzeugen sei aber kein Schaden entstanden, von den Privatfahrzeuge habe er noch keinen Überblick, erklärte Kottmann. "Die Raketen wurden nicht ordnungsgemäß senkrecht in den Himmel geschossen, sondern waagerecht auf die Straße geworfen und führten so zu überaus gefährlichen Situationen", ergänzte Kottmann.

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