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Schweine befinden sich am 27.09.2017 bei der Anlieferung des Fleischunternehmens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) in einem Viehtransporter. - © picture alliance / Bernd Thissen/dpa
Schweine befinden sich am 27.09.2017 bei der Anlieferung des Fleischunternehmens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) in einem Viehtransporter. | © picture alliance / Bernd Thissen/dpa

Rheda-Wiedenbrück Leserin stellt sich gegen Tönnies-Erweiterung: "Wann beginnen wir zu hinterfragen?"

08.12.2018 | Stand 07.12.2018, 12:40 Uhr

Rheda-Wiedenbrück. Anfang der Woche stand die Entscheidung fest: Tönnies darf die Schlachtkapazität erweitern. Der Kreis Gütersloh erteilte die Genehmigung für das größte deutsche Fleischunternehmen. Statt 26.000 können dort dann künftig rund 30.000 Schweine täglich geschlachtet werden. Der Beschluss stößt vor allem bei Tierschützern auf große Kritik und Unverständnis. Monatelang haben sie versucht, die Erweiterung aufzuhalten - erfolglos.NW-Leserin Margit Dorn äußert sich in einem ausführlichen Leserbrief. "Die umstrittene Genehmigung der Tönnies-Kapazitäts-Erweiterung ist nun erteilt. Hier hätte ein Zeichen gesetzt werden können gegen die Macht und den Einfluss nur an Profit denkender Unternehmer, deren Geschäft es ist nichtmenschliches und auch menschliches Leben zu zerstören. In diesem Fall in Form von jetzt schon 26.000 jungen Schweinen, die täglich getötet werden, denen wir das Grundrecht auf Leben und Unversehrtheit absprechen. Ein Leben auf unserer Erde, dem Planeten, der auch den Tieren gehört, ein Leben das ihnen aber nicht zugestanden wird, da die Fleischgier der menschlichen Spezies einfach höher bewertet wird. "Auch Menschliches Leben wird zerstört" Es ist noch nicht mal Hunger oder eine andere Notwendigkeit der diese Gier antreibt, es sind schlicht und einfach Gelüste. Wann beginnen wir endlich dieses Recht zu hinterfragen und vor allem, wann beginnt die Gesellschaft die vermeintlich vernünftigen Gründe zu hinterfragen, die es uns immer wieder ermöglichen unseren armseligen Tierschutz über den Haufen zu werfen? Menschliches Leben wird zerstört, indem Arbeiter aus dem osteuropäischen Ausland angeworben werden um die Arbeit zu verrichten, die hier kein Mensch mehr machen will (obwohl er die toten Tiere essen will). Wenn diese Menschen nicht schon an der verrohenden Arbeit Schaden nehmen, dann zumindest wenn diese isoliert und ausgenutzt in heruntergekommenen Unterkünften in eigenen Ghettos verharren müssen in denen keiner derjenigen würde leben wollen der für diese Zustände verantwortlich ist. (. . .)Wir können nur hoffen, dass gerade für die Rechte der Menschen, der Tiere und für unsere Umwelt viel mehr Bürger auf die Straße gehen und so zukünftige Entscheidungen mit mehr vorausschauender Vernunft getroffen werden. "Die Hoffnung ist momentan der einzige Trost" Die Hoffnung ist vielleicht gefühlt momentan der einzige Trost für all die, die diesen Kampf gegen die Gleichgültigkeit und Engstirnigkeit großer Teile der Bevölkerung nicht gescheut haben. Bei der übergroßen Gleichgültigkeit gibt es aber auch immer wieder Lichtblicke: Menschen, die sich sehr wohl Gedanken machen, auch über unseren Umgang mit den nichtmenschliche Tieren, also auch denen, die nicht zu den Kuscheltieren zählen. Menschen, die gerade anfangen ihre Ernährung auf eine Pflanzliche umzustellen und solche, die das schon längst gemacht haben und versuchen andere Menschen mitzunehmen auf diese wunderbare friedliche Reise zu mehr Gerechtigkeit, mehr Empathie und zu mehr Glück, nicht nur für die Tiere." Leserbriefe geben ausschließlich die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich sinnwahrende Kürzungen vor.

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