Der Wasserturm in Rheda-Wiedenbrück. - © Marion Pokorra-Brockschmidt
Der Wasserturm in Rheda-Wiedenbrück. | © Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück 102 Stufen bis nach oben: Besucher können auf den Wasserturm

Der Wasser- und Energieversorger lädt zu seinem 50. Geburtstag zu einem Tag der offenen Tür ein. Dort gibt es viel zu sehen, und geschweißt werden kann auch

Rheda-Wiedenbrück. Dieses Jahr ist ein besonderes für die Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH (VGW). Seit einem halben Jahrhundert ist die Tochter der Gelsenwasser AG für die Trinkwasserversorgung in Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Geseke verantwortlich. In Verl tut sie das seit 1976. Zum 50-Jährigen lädt die VGW am Sonntag, 9. September, zum Tag der offenen Tür auf das Wasserwerk, Bielefelder Straße, von 10 bis 17 Uhr ein. Gegründet wurde die VGW 1968 von der Gelsenwasser AG. Vor 50 Jahren übernahm das junge Unternehmen von den Vereinigten Elektrizitätswerken (VEW, heute RWE) die Wasserversorgung für Rheda-Wiedenbrück und Geseke sowie das dortige Wasserwerk. Die VGW baute das Versorgungsnetz aus, belieferte auch Rietberg mit Wasser. 1973 sicherte sich das Unternehmen die Konzession für Verl. 1974 begann der sukzessive Ausbau des Verteilnetzes. Der Doppelbehälter oben im Turm fasst 150.000 Liter Wasser Wegen des steigenden Bedarfs wurde das Wasserwerk Geseke 1980 erweitert, wo ein neuer Hochbehälter gebaut wurde. Zeitgleich wurde das Wasserwerk Mühlgrund in Verl errichtet. Seit 2011 bietet die VGW auch Strom und Gas, in Kooperation mit dem Netzpartner GWN Südwestfalen. Viele Aktionen gibt es zum Jubiläum am 1914 errichteten, rund 34 Meter hohen Wasserturm. Den hatte die Deutsche Wehrmacht während des Zweites Weltkrieges als Beobachtungsposten genutzt, um den Himmel nach Flugzeugen abzusuchen. Außerdem war er Geschützstellung und wegen seiner dicken Mauern auch Luftschutzkeller. Der Sockel hat einen Durchmesser von 10,50 Metern; die unteren Außenwände sind 1,50 Meter dick – aus statischen Gründen, weil auf ihnen ein hohes Gewicht ruht. 102 Stufen bis nach oben „Das Jubiläum ist für uns ein Grund, mit den Menschen in unserem Versorgungsgebiet zu feiern", freut sich VGW-Betriebsleiter Carsten Behlert. Viel dreht sich um die Wasserversorgung, das Kerngeschäft. Besucher können die Filterbecken besichtigen und die zwei Tiefbehälter mit 1.900 Kubikmeter Fassungsvermögen. Sie können 102 Stufen auf den Wasserturm steigen und oben, unter dem Doppelbehälter, staunen, dass sich 150.000 Liter Wasser über ihnen befinden. Zudem können sie den Monteuren bei der Arbeit zuschauen, beispielsweise beim PE-Schweißen – und selbst das Gerät bedienen, unter Anleitung. Mit dieser Technik werden jährlich viele Kilometer Kunststoffrohrleitungen im Versorgungsgebiet zusammengefügt. Antwort gibt es auf die Frage, wie das Wasser ins Haus kommt. Und zu der Aussage, dass Wasserzähler den Verbrauch ungenau erfassen, erklären Experten, was es mit Irrtümern rund um die unverzichtbare Technik auf sich hat. Thema Ressourcenschonung Doch geht es nicht nur ums Wasser, sondern auch um Erdgas. So wird auch gezeigt, wie der Brennstoff aus dem Netz ins Haus gelangt und wie ein Anschluss aufgebaut ist. Um das Thema Ressourcenschonung geht es bei der Kooperation von Wasserwirtschaft und Landwirtschaft, die mit einem Probenahmefahrzeug die Veranstaltung ergänzt. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg und einen großen Sandhaufen, in dem Schieberkappen mit einem Metalldetektor aufgespürt werden können. Verlost wird ein E-Bike und es gibt Essen und Getränke – auch Wasser, frisch aus dem Werk.

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