Vielfalt: Die Online-Plattform wochenmarkt24.de richtet sich an Kunden, die frische und nachhaltig produzierte Lebensmittel direkt von den Bauernhöfen aus der Region bekommen möchten. - © Christian Geisler
Vielfalt: Die Online-Plattform wochenmarkt24.de richtet sich an Kunden, die frische und nachhaltig produzierte Lebensmittel direkt von den Bauernhöfen aus der Region bekommen möchten. | © Christian Geisler

Verl Neues Online-Portal: Regionale Produkte werden bis vor die Haustür geliefert

Internet: Die neu gegründete Genossenschaft Wochenmarkt24 baut ein Online-Vertriebskonzept für regionale Lebensmittel auf. Zwei Verler Lebensmittelproduzenten machen mit und bieten auch ihre Waren im Netz an

Christian Geisler

Verl-Sende. Robert Tönnies und die neu gegründete Genossenschaft Wochenmarkt24 eG haben auf dem Spargelhof „Große Wächter" in Verl-Sende ein neues Vertriebskonzept für regionale Lebensmittel vorgestellt. Über die Online-Plattform wochenmarkt24.de bieten Lebensmittelproduzenten aus den Regionen Bielefeld und Gütersloh ihre Produkte zum Verkauf an. Geliefert wird über Nacht – am nächsten Morgen sollen dann landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Milch, Fleisch und Brot vor der eigenen Haustür liegen. Regionales Involvement Mit Willi und Barbara Große Wächter vom gleichnamigen Spargelhof sowie Stephan Graute vom Sender Wildhandel machen gleich zwei Verler Lebensmittelproduzenten bei dem Projekt mit. Insgesamt sind elf landwirtschaftliche Betriebe aus der Region Bielefeld-Gütersloh involviert. „Wir versprechen uns davon einen Wachstum in der Direktvermarktung", sagt Graute und ergänzt: „Wir haben alle gute Produkte. Nur ist es schwierig eine Eigenmarke zu bilden." Das Portal biete den lokalen Landwirten eine zusätzliche Verkaufsmöglichkeit neben dem eigenen Hofladen. Die Marge und die Transparenz seien größer als im Einzelhandel. Die Testphase beginnt „Die Testphase startet ab kommenden Montag", sagt Tönnies, Gesellschafter des Fleischkonzerns in Rheda-Wiedenbrück. Von da an sollen vor allem die städtischen Räume Bielefeld und Gütersloh beliefert werden. Ist die Nachfrage groß genug, wird es auch Transporte in die Kreisgebiete, wie Verl, geben. Schon jetzt könnten sich erste Kunden auf dem Portal registrieren. „Der Online-Lebensmittelhandel wird in absehbarer Zeit einen signifikanten Marktanteil erreichen, so wie es in anderen Ländern schon der Fall ist", so Tönnies. Als Vorbilder nennt er die USA, China und die Niederlande. „Hierzulande ist das noch eine Marktlücke." Die Testphase reiche noch bis zum Frühjahr, sagt Eike-Claudius Kramer vom Vorstand der Genossenschaft Wochenmarkt24 eG. „Im Winter gibt es saisonbedingt nicht so eine große Produktvielfalt. Wir stellen uns daher vor im Frühling zur Spargelsaison richtig loszulegen", so Kramer. Aktuell seien bereits 150 verschiedene Produkte von lokalen Produzenten online. „Das Angebot soll sich sukzessive erweitern. Wir möchten unseren Kunden eine Auswahl bieten, die sie in der heutigen Zeit gewohnt sind." Die Logistik Wochenmarkt24 holt am Abend bei den Herstellern die Ware mit einem Kühltransporter ab und stellt sie in der Nacht an dem vom Kunden angegebenen Ort ab. Bei Bedarf stelle die Genossenschaft dafür Thermoboxen und Kühlakkus zur Verfügung. Aktuell gebe es drei Transporter, drei weitere sind in der Planung. Die Genossenschaft Robert Tönnies wird den Aufsichtsratsvorsitz der Genossenschaft Wochenmarkt24 eG übernehmen. Eike-Claudius Kramer und Kai Steinkröger sitzen im Vorstand, der Bielefelder Steuerberater Jens-Uwe Göke im Aufsichtsrat. Nach Angaben von Kramer sponsert Tönnies die Genossenschaft und damit auch den Aufbau der Online-Plattform mit einem sechsstelligen Betrag. Aktuell sind die Produkte von elf landwirtschaftlichen Betrieben der Region über die Webseite zu erwerben. „Im Einzelhandel bekommen wir den Verkaufspreis vorgegeben. Bei wochenmarkt24 ist das anders", sagt Kai Steinkröger. Die Vertriebskosten werden mit einem definierten Umsatzteil gedeckt. Gewinne werden an die Produzenten umsatzanteilig ausgeschüttet. Die klassischen Belastungen für die Hersteller wie die Margen für Groß- und Zwischenhändler würden entfallen. Ausweitung ist möglich Erweist sich die Testphase in der Modellregion als erfolgreich, sei eine Ausweitung auf andere Regionen möglich. „Dafür braucht es keine neuen Mitarbeiter oder Gebäude. Die landwirtschaftlichen Betriebe gibt es bereits vor Ort. Diese bringen ihre Mitarbeiter mit und können in der Regel direkt loslegen", sagt Kramer. In etwa zwei Jahren möchte die Genossenschaft mit dem Portal schwarze Zahlen schreiben.

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