Um 1930 in Rheda: Die heutige Berliner Straße hieß damals Lange Straße. Das alte Amtsgericht steht dort noch. - © Jochen Sänger
Um 1930 in Rheda: Die heutige Berliner Straße hieß damals Lange Straße. Das alte Amtsgericht steht dort noch. | © Jochen Sänger

Rheda-Wiedenbrück Geschäfte zeigen Rhedaer Geschichte in Schaufenstern

Bei der Aktion "Anno dazumal" zeigen Geschäftsleute historische Aufnahmen. Dazu gibt es ein Quiz mit 19 Fragen zur Stadtgeschichte. Doch sind die dieses Mal einfacher zu beantworten

Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück. Weil die Passanten vor den Rhedaer Geschäften im vergangenen Jahr so gerne in Erinnerungen geschwelgt haben, bekommen sie dazu erneut die Gelegenheit, mit einer Wiederholung von "Anno dazumal". 19 Läden laden zum "Stadtbummel durch das alte Rheda ein". Sie zeigen historische Aufnahmen - und stellen Fragen, über die selbst eingefleischte Rhedaer mindestens einen Moment lang nachdenken müssen. Jochen Sänger hatte 2017 aus seinem großen, privaten Fundus 200 Bilder ausgesucht, die Ansichten von Rheda aus den 1930er bis in die 1980er Jahre zeigen. Präsentiert werden davon nun andere als im Vorjahr. "Die großformatigen, schwarz-weißen Fotos wecken nostalgische Gefühle, die den Betrachter in die Vergangenheit zurück versetzen", meinen Andrea Sandknop und Thomas Daut, Initiative Rheda. Sie haben die Aktion mit dem Heimatforscher initiiert - parallel zum Altstadtfest der Bürgerinitiative Rheda. Das wird am Wochenende, 7. bis 9. September, gefeiert. Dann gibt es auch einen verkaufsoffenen Sonntag. Die Aktion startet am Samstag, 1. September, und endet am 30. September. "Anno dazumal" ist verbunden mit einem Quiz, bei dem es 19 Fragen zu beantworten gilt. Dabei hat dem Team die Stadtarchivarin Annette Roesler geholfen. "Bürger haben sie vergangenes Jahr manches Mal angerufen, auf der Suche nach der richtigen Lösung", berichtet Sandknop. Um es den Ratenden einfacher zu machen als im Vorjahr, als die Antworten frei formuliert werden mussten, gibt das Projektteam nun zwei Antwortmöglichkeiten vor. Fragen aus der jüngeren Vergangenheit Rhedas Ausgedacht haben sich Sandknop und Daut als "echte Rhedaer Kinder" interessante, witzige, aber auch knifflige Fragen aus der jüngeren Vergangenheit Rhedas. Zum Beispiel: Wie hieß einst der Supermarkt, der sich in der Nähe des Domhofes und Drostenhofes befand? Wann wurde die erste Fußgängerzone eröffnet? Wie hieß das letzte Kino an der Bahnhofstraße? Welches Gebäude ist das älteste erhaltene Fachwerkhaus in der Rhedaer Altstadt? Wie hieß der erste gemeinsame Bürgermeister von Rheda-Wiedenbrück? Wie lange gibt es den Wochenmarkt in Rheda? Die Fragen gibt es in den teilnehmenden Geschäften, zum Teil mit Hintergrundinformationen. In den Schaufenstern sind bis zu vier historische Aufnahmen zwischen der dekorierten Ware ausgestellt. Sie zeigen die Läden, ihre nähere Nachbarschaft oder Altstadtquartiere mit einem Bezug zu ihrem aktuellen Standort. Weil die Antworten nicht mal so eben im stillen Kämmerlein am PC in einem Online-Lexikon recherchiert werden können, empfehlen Daut, Sänger und Sandknop, einfach mal "alteingesessene Bürgerinnen und Bürger aus Rheda zu fragen". So kommen die Passanten ins Gespräch und erfahren eventuell noch viel mehr über die Stadt, in der sie leben, als nur die richtigen Antworten. "Retro ist echt ein Thema", war im vergangenen Jahr das Fazit von Andrea Sandknop. Sänger wurde in der Stadt oft auf die Fotos angesprochen, sagt er. Einigen, die sich voller Freude selbst auf den Fotos wieder erkannt haben, hat er diese Aufnahmen per E-Mail oder auf einer DVD zur Verfügung gestellt. "Heutzutage muss man die Bilder ja nicht mehr abziehen lassen", erklärt der Heimatforscher, dass er diesen Gefallen gerne getan hat. Außerdem ist auch er stets bemüht, Geschichte und Geschichtchen aus Rheda zusammen zu tragen. Zu einer Zeitreise in ihre eigene Geschichte lädt auch die Volksbank an der Andreasstraße wieder ein. Sie zeigt während der Aktion "Anno dazumal" eine spezielle Ausstellung zur Historie der Bank.

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