Freuen sich auf das nächste Musical-Projekt: Burkhard Schlüter (v.l.), Matthias Grimmelsmann, Angele Reker-Ost, Larissa Millan, Bettina Wulfheide, Guido Erlenkötter und Klaus Wulfheide suchen Mitwirkende, haben aber schon eine erste Idee für die abstraktere Kulisse, die sich leicht verwandeln lässt. - © Marion Pokorra-Brockschmidt
Freuen sich auf das nächste Musical-Projekt: Burkhard Schlüter (v.l.), Matthias Grimmelsmann, Angele Reker-Ost, Larissa Millan, Bettina Wulfheide, Guido Erlenkötter und Klaus Wulfheide suchen Mitwirkende, haben aber schon eine erste Idee für die abstraktere Kulisse, die sich leicht verwandeln lässt. | © Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück Musical-Fabrik führt als nächstes "Der Medicus" auf

Dafür sucht der Verein Mitwirkende, die singen, tanzen und schauspielern können

Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück. Welches Musical folgt auf "Die Päpstin", die "einzigartig und sehr erfolgreich ist". Welches Projekt "ist ihm ebenbürtig"? Eine Antwort haben Klaus Wulfheide, Geschäftsführer des Vereins Musical-Fabrik, und seine Frau Bettina, mit der er für bislang vier Projekte die Gesamtleitung hatte, gefunden: "Der Medicus". "Musik überragt die Päpstin um Längen" Vor 1.000 Jahren will Rob Cole unbedingt Arzt werden. Er reist von England nach Persien, muss sich als Jude ausgeben, um unter Arabern die Geheimnisse der Heilkunst studieren zu können. Erzählt wird über die Koexistenz der Kulturen, über die Macht des Wissens und über die Liebe. "Der Medicus" habe einen starken Stoff, basiere auf einem großen Roman und die Musicalfassung sei vom selben Komponisten wie die für "Die Päpstin", die im Reethus schon 6.000 Zuschauer gesehen haben. "Doch ist die Musik noch reizvoller, ausgefeilter und dynamischer und überragt die Päpstin", meint Wulfheide. Doch leicht war es für den Verein nicht, dafür die Lizenz zu bekommen. Eine mündliche Zusage wurde im Dezember widerrufen. Eine neue Vereinbarung zog der Rechte-Inhaber im März endgültig zurück. "Da haben wir uns direkt an den Autor Noah Gordon gewandt", sagt Wulfheide. Er ist froh, im Mai eine schriftliche Zusage bekommen zu haben, mit einer kleinen Einschränkung: die Spielzeit ist begrenzt. Es gibt zwölf Aufführungen von "Der Medicus" vom 19. bis 29. März 2020 in der neuen Stadthalle. Um spielbereit zu sein, hat das Ensemble 15 Monate Vorlauf. Erst mal müssen die etwa 120 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne gefunden werden. Dafür gibt es ein Casting vom 30. November bis zum 2. Dezember. "Anmeldungen werden schon angenommen", sagt Vorsitzender Burkhard Schlüter. Gesucht werden für die Hauptrollen acht Männer und drei Frauen - je doppelt besetzt. Dazu etwa 30 Interessierte, die im Ensemble singen, tanzen und schauspielern. Die Rollen von zwei Mädchen und einem Jungen müssen ebenfalls zweifach vergeben werden. Alle Rollen sind noch frei, so Wulfheide. "Wir sind ein offener Verein, wo immer neue Leute einen Platz finden, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen." Erstmals beurteilen bei den Vorsprechen, -singen und - tanzen zwei Neue im Kreativteam die Bewerber. Matthias Grimmelsmann und Larissa Millan. Der 25-Jährige stand bei drei Produktionen der Musical-Fabrik auf der Bühne. Künftig führt er Regie und löst Benjamin Lenert ab, der um eine Auszeit gebeten hat, so Wulfheide. Ausgeschieden ist darum auch Anja Gailus-Scheffbusch. Ihre Aufgabe als Choreographin übernimmt die 26-Jährige. Der Lehramtsstudent und die Studentin der Medienwissenschaften freuen sich auf die Arbeit und darauf, eigene Ideen bei "Der Medicus" einzubringen. Die Lizenz für die Aufführung des Musicals schreibt vor, dass sich der Verein an Textbuch und Noten halten muss - alles andere ist künstlerische Freiheit, auch bei den Kostümen, für die Bettina Wulfheide, unterstützt von Anja Kaiser, zuständig ist. "Vielleicht werden wir etwas moderner und bekommen neuen, frischen Wind", meint Guido Erlenkötter über die beiden Neuen. Er selbst zeichnet von Anfang für das Bühnenbild verantwortlich. Der neue Regisseur und die neue Choreographin sammeln schon jetzt Erfahrungen mit der Musical-Fabrik, denn "Die Päpstin" wird in einer dritten Staffel vom 1. bis 4. November erneut aufgeführt. Wegen kleiner Veränderungen - "70 Prozent der Musicals sind aber noch von meinem Vorgänger", so Grimmelsmann - wird sei April geprobt. "Das ist für mich gut, um die Abläufe und die Leute kennen zu lernen", sagt Millan. "Vielleicht werden wir etwas moderner" Eine Darstellerin ist nicht mehr dabei: Jenny Effertz, überragend in der Rolle der Päpstin. Weil sie bald ihr zweites Kind erwarte, habe man sich geeinigt, dass sie für die dritte Staffel ausscheide. "Wir wollten ihr den Druck nehmen, und wir brauchen Sicherheit", so Bettina Wulfheide. Doch freue sich Effertz auf das Casting zu "Der Medicus", ergänzt Klaus Wulfheide. Auf die neue Arbeit freuen sich eigentlich alle. "Das ist eine große Herausforderung, aber sie wird uns gelingen, weil wir eine große Musical-Familie sind", so Schlüter. www.musical-fabrik.de

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