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Arbeiten schulübergreifend zusammen: Die Mitglieder des Jugendforums haben drei Projekte geplant. Dazu gehört das „Public Picknick" auf dem Kirchplatz, für das Lea Pecani (l.) mit einem Plakat wirbt. - © Marion Pokorra-Brockschmidt
Arbeiten schulübergreifend zusammen: Die Mitglieder des Jugendforums haben drei Projekte geplant. Dazu gehört das „Public Picknick" auf dem Kirchplatz, für das Lea Pecani (l.) mit einem Plakat wirbt. | © Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück Diese Jugendlichen wollen die Stadt verändern

Junge Leute initiieren drei Projekte. Dabei geht es um Müllproblematik, Attraktionen für Jugendliche und Stärkung der Schülervertretung

Marion Pokorra-Brockschmidt
31.05.2018 | Stand 30.05.2018, 21:22 Uhr

Rheda-Wiedenbrück. Die Chance, als Jugendliche in Rheda-Wiedenbrück mitbestimmen zu können, nutzt die 15-jährige Linn. Ihr Ziel: Mehr für junge Leute bieten und gemeinsam etwas verändern. Linn und ihre Mitstreiter sind auf einem guten Weg, genau das zu erreichen. Sie haben sich drei Projekte vorgenommen. Mit der Ratsgymnasiastin haben 30 Kinder und Jugendliche im Februar mit der Veranstaltung "Zukunft (in) der Demokratie" das Jugendforum der Demokratiepartnerschaft Rheda-Wiedenbrück konstituiert. Die 10- bis 18-Jährigen sammelten in der Zukunftswerkstatt Ideen, was in der Stadt verbesserungswürdig ist und arbeiten daran. Dominik arbeitet in der Umwelt-AG des Einstein-Gymnasiums und möchte ändern, "dass auf Wegen und Straßen zu viel Müll rumliegt". Aktiv ist der Elfjährige in der Gruppe "Müllproblematik". Die meint, dass es zwar genug Abfallbehälter gibt, "aber sie sind zu unauffällig". Um Bürger für das Thema zu sensibilisieren und Öffentlichkeitsarbeit für das Jugendforum zu machen, loben die jungen Leute einen Fotowettbewerb aus. Unter dem Motto "Mach aus Mülleimern Heldinnen und Helden" sind 9- bis 21-Jährige aufgerufen, bis Ende August Bilder von Abfallgefäßen zu machen, die sie aufgepeppt haben: mit Masken, Girlanden oder Umhängen. Gemalt oder geklebt werden darf nicht. "So wollen wir auf die Müllproblematik aufmerksam machen", sagt Linn. Das nächste Ziel der Gruppe ist es, Mülleimer dauerhaft auffällig zu gestalten. "Schön, wenn die Gesamtschule mehr einsteigen würde" Mehr mitgestalten wollen die Jugendlichen in den weiterführenden Schulen über die Schülervertretung (SV). "Jedes Halbjahr bieten wir einen Workshop an", erklärt Lukas. Das soll den Austausch untereinander verbessern sowie Inhalte und Methoden vermitteln. Um zu erfahren, was die Aktiven wünschen, hat die Gruppe "Stärkung der SV" einen Fragebogen ausgearbeitet, erklärt der 15-Jährige, der Klassensprecher am Ratsgymnasium ist. Um sich erfolgreicher mit eigenen Anliegen durchsetzen zu können, will das Jugendforum zudem eine Stadtschülervertretung gründen - als Brücke zwischen den weiterführenden Schulen. Die soll eine Stimme der Kinder und Jugendlichen sein und ein Mitspracherecht in der Kommunalpolitik bekommen. Zwar sind Jugendliche aller Schulen im Jugendforum vertreten, "es wäre aber schön, wenn die Gesamtschule noch mehr in die Kooperation einsteigen würde", meint Demokrat Ramadani. Er koordiniert bei der VHS die Demokratiepartnerschaft Rheda-Wiedenbrück, die Teil des Bundesprogramms "Demokratie leben!" ist und vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Das Jugendforum entscheidet für zwei Jahre über jeweils 25.000 Euro. "Es ist noch genug Geld da", sagt Ramadani. Denn die Jugendlichen packen selbst an, auch beim dritten Projekt: "Public Picknick". Das wird am Samstag, 16. Juni, von 14 bis 18 Uhr auf dem Kirchplatz veranstaltet. Initiiert hat das die Gruppe "Attraktionen für Jugendliche", die zu der Aktion Gäste jeden Alters begrüßt. "Wir wollen ohne Programm zusammenkommen", erklärt Dersim, dass die jungen Leute Stühle und Tische aufbauen, an denen sich die Gäste, die "Essen und Getränke zum Teilen mitbringen sollen", niederlassen. Auf einer offenen Bühne gibt es Programm. Dort kann jeder singen, tanzen oder slammen. "Wir wollen es schön haben am bundesweiten Tag der offenen Gesellschaft", erklärt der 14-Jährige. Die Gruppe denke über weitere Attraktionen nach, beispielsweise ein Café für Jugendliche. Linn und Dominik macht die Arbeit im Jugendforum Spaß. "Und wir kommen gut voran", meint der Einsteingymnasiast. Für die 15-Jährige ist die Möglichkeit zur demokratischen Beteiligung und zur Veränderung in der Stadt "nicht nur so daher gesagt". Die ersten Projekte zeigten, dass sich Jugendliche einbringen können "und dass hier wirklich etwas passiert". www.vhs-re.de

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