Kritik an Tönnies: Die Gruppe "Schweinebande" mit Vertretern der IG Werkfairträge und des Bündnisses gegen die Tönnies-Erweiterung beim Rosenmontagsumzug. - © Natalie Gottwald
Kritik an Tönnies: Die Gruppe "Schweinebande" mit Vertretern der IG Werkfairträge und des Bündnisses gegen die Tönnies-Erweiterung beim Rosenmontagsumzug. | © Natalie Gottwald

Rheda-Wiedenbrück Protest gegen Tönnies-Erweiterung: Weiter Wirbel um "Schweinebande"

Rosenmontagsumzug: Die Fußgruppe der Mitglieder von IG Werkfairträge und des Bündnisses gegen die Tönnies-Erweiterung und das Verbot eines Transparentes durch das RMK liefern weiter Gesprächsstoff

Rheda-Wiedenbrück. Dass eine Prise Politik wohl schon zu viel gewesen sei für den Rosenmontagsumzug durch Rheda-Wiedenbrück kritisieren die rund 20 Mitglieder der IG Werkfairträge und des Bündnisses gegen die Tönnies-Erweiterung und beziehen sich damit auf die Berichterstattung in der Neuen Westfälischen vom 13. Februar. Verkleidet als Schweine oder Schlachthausmitarbeiter waren sie mit einem Transparent mit der Aufschrift "Europas größte Sauerei" am Sammelplatz für den Umzug erschienen und nach eigenen Angaben aufgefordert worden, das Transparent wieder einzupacken. "Zu politisch", habe es seitens der Vertreter des Rosenmontagskomitees geheißen. Der Aufforderung seien die Teilnehmer der Gruppe nachgekommen, hätten das Plakat aber in der Stadt wieder kurzzeitig ausgerollt. Daraufhin sei die "Schweinebande" zum Verlassen des Zuges aufgefordert worden, berichtet Michael Pusch, Sprecher der Gruppe, in einer Mail an die Redaktion. Dort heißt es weiter: "Es folgte eine kurze Diskussion. Die Frage, wer auf welcher Grundlage entscheidet, was gezeigt werden darf, blieb unbeantwortet." "Schweinebande" hat kein Verständnis für die Reaktion der Organisatoren Da es aus Sicht der Gruppe schließlich der ursprüngliche Sinn von Karneval sei, die jeweiligen Machthaber zu verhöhnen und Kritik zu üben, haben die Mitglieder der "Schweinebande", wie sie sich selbst nennen, kein Verständnis für die Reaktion der Organisatoren. "Wir hatten eine klare Abmachung mit der Gruppe getroffen", sagte Guido Lütkewitte, Chef des Rosenmontagskomitees (RMK) auf Nachfrage der NW. Grundsätzlich begrüße man politische Aussagen im Zug, aber hier hätten die Verantwortlichen die Entscheidung getroffen, dass der Auftritt mehr den Anschein einer privaten Demonstration erweckt habe. "So etwas hat da nichts zu suchen. Wir lassen schließlich auch keine politischen Parteien zum Umzug zu", erklärt Lütkewitte. Und im Zug habe die Gruppe ja mitlaufen können. "Nur das großformatige Plakat sollten sie wegpacken - das war die Abmachung. Und daran hat man sich nicht die ganze Zeit über gehalten. Da sich die Gruppe unter einem Privatnamen zum Zug angemeldet hatte, hatte das RMK im Vorfeld keinen Verdacht geschöpft, um welche Inhalte es sich hier handeln könnte. "Sonst hätte man sich vorher mal drüber unterhalten können", so Lütkewitte.

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