Theater: Oliver Groteheide und Karin Bante zeigten einen Sketch zum Thema übermäßiger Fleischkonsum. - © Waltraud Leskovsek
Theater: Oliver Groteheide und Karin Bante zeigten einen Sketch zum Thema übermäßiger Fleischkonsum. | © Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück Bündnis protestiert in Rheda-Wiedenbrück gegen Tönnies-Erweiterung

Das frisch gegründete Bündnis war am Samstag auf der Berliner Straße unterwegs. Dabei wurde vor allem auf mögliche Folgen vor Ort aufmerksam gemacht

Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück. Das vor einigen Wochen gegründete "Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung" war am Samstag mit einer Protest-Aktion auf der Berliner Straße. Sprecherin Camila Cirlini verdeutlichte, was es für Konsequenzen für die Bevölkerung von Rheda-Wiedenbrück und des Umlandes; aber auch für die Umwelt generell hat, wenn die Zahl der Schlachtungen nochmals erhöht wird. Schon jetzt würde das Werk so viel Wasser verbrauchen, wie alle Einwohner und Betriebe Rheda-Wiedenbrücks zusammen. Das städtische Wasserwerk beliefert nur Tönnies, für alle anderen Menschen muss das Wasser aus Nachbargemeinden bezogen werden. "Sauberes Trinkwasser ist ein kostbares Gut und muss gegen Konzerninteressen geschützt werden", erklärte Cirlini. Die andere Seite sei, dass der Verzehr von Schweinefleisch in Deutschland seit Jahren rückläufig sei. Man würde hier für das Ausland produzieren. Viele Protestteilnehmer liefen mit Schildern über den Wochenmarkt mit Sprüchen wie "Artgerecht ist nur die Freiheit", "Deine Entscheidung - ihr Leben" oder "Nein zur Kapazitätserweiterung bei Tönnies". Auf der Plattform change.org gibt es eine Online-Petition unter dem Titel "Nein zur Kapazitätserweiterung der Schlachtfabrik Tönnies". Deutliche Lärmzunahme und höhere Geruchsbelästigung erwartet Bislang hätten dort knapp 5.000 Menschen teilgenommen, erklärte Sonja von Zons, Fraktion Bündnis Die Grünen. Bis zum 28. Juni kann jeder Bürger beim Kreis Einspruch einlegen. Neben dem kostbaren Trinkwasser käme es bei einer Kapazitätserhöhung auch zu einer deutlichen Lärmzunahme, mehr Geruchsbelästigung und psychischer Belastung, weil der Anblick der vielen Lkw mit den eingepferchten Tieren, die zum Schlachthof gebracht werden, nicht gerade schön ist, ergänzt Achim Betticher aus Düsseldorf von Animals united. In einem kleinen Theaterstück vom "Veggie-Theater" mit Oliver Groteheide und Karin Bante wurde das Thema übermäßiger Fleischkonsum sehr anschaulich vertieft. Am Mittwoch, 21. Juni gibt es um 20 Uhr ein Bündnis-Treffen in der Gaststätte "Ems-Aue" an der Hauptstraße und am 12. Juli ist ab 9 Uhr eine weitere Protestaktion vor dem Rathaus geplant. Die Gruppe weist darauf hin, dass alle Veranstaltungen überparteilich sind.

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