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Kostümvorbereitungen für das nächste Musical - © Marion Pokorra-Brockschmidt
Kostümvorbereitungen für das nächste Musical | © Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück Casting: Der Roman „Die Päpstin“ ist das neue Stück der Musical-Fabrik

Musical-Fabrik: VVZuschauer des Musicals „Der Zauberer von Oz“ haben schon über die neue Produktion gerätselt und gemutmaßt.

Marion Pokorra-Brockschmidt
17.06.2016 | Stand 17.06.2016, 16:13 Uhr

Rheda-Wiedenbrück. Kaum war der letzte Ton verklungen, der letzte Applaus verstummt und der letzte Vorhang gefallen, da wurde im Ensemble wild spekuliert: Was folgt auf das Musical „Der Zauberer von Oz", das in der ersten Staffel 3.500 Zuschauer gesehen haben? Das Geheimnis hat Klaus Wulfheide gelüftet, vor 120 Gästen der Musical-Fabrik: Es wird „Die Päpstin" des deutschen Komponisten Dennis Martin, basierend auf Donna Woolfolk Cross’ historischem Roman. DIE GESCHICHTE Im Jahr 814 kommt Johanna als Tochter eines Dorfpfarrers zur Welt. Heimlich lernt sie schreiben und lesen, flieht vor der Tyrannei ihres Vaters, bekommt durch einen Gelehrten einen Platz an einer Klosterschule. Doch als junge Frau ist sie dort Anfeindungen ausgesetzt und trifft als einzige Überlebende eines Massakers eine einsame Entscheidung: Sie gibt sich fortan als Mann aus. Johanna lebt als Mönch, kommt nach Rom, erlebt eine Welt der Intrigen, wird Vertraute des schwer kranken Papstes und wird zu seinem Nachfolger gewählt. DIE GESAMTLEITUNG Eigentlich war Klaus Wulfheide einem anderen Stück auf der Fährte, entdeckte dann aber eines, „von dem ich schon gehört hatte, als Buch und als Spielfilm und dachte: Wow, das gibt’s auch als Musical". Er war Feuer und Flamme, anders als seine Frau Bettina Wulfheide, mit der er die Gesamtleitung der Musicals hat. „Sie findet düstere Geschichten beklemmend, sah aber auch die hellen Passagen." Letztlich ist sich das Paar aber „bombensicher, dass das ein großartiges Projekt wird" – die Meinung teilt das gesamte Kreativteam der Musical-Fabrik. DER BÜHNENBILDNER „Sofort begeistert" war Guido Erlenkötter. Doch sieht der Zuständige fürs Bühnenbild „auch eine große Herausforderung" in der Kulisse für die neue Produktion. „Das geht wohl in Richtung fixer Bühne mit großen Bauteilen, so wie beim Musical ,Oliver’", meint er und denkt darüber nach, auch mit den Vorhängen zu arbeiten, wie jetzt bei „Oz". DIE KOSTÜMDESIGNERIN Auf die Kostüme des sehr frühen Mittelalters freut sich Simone Brüggenthies-Peitz. „Es ist schön, mit tollen Materialien zu arbeiten und die Altersspanne von Johanna als Kind, Mönch und Päpstin abzubilden", meint sie. Wenn es an die Szenen im Papstpalast geht, „dann wird es auch ein bisschen Strass geben". DIE REGIE Nach den vorangegangenen märchen- und zauberhaften Geschichten, will die Musical-Fabrik ihrem Publikum auch Abwechslung bieten. „Wir wollen mit der Päpstin Nervenkitzel erzeugen, aber uns liegt nichts an einer Altersfreigabe ab 18 Jahren", verspricht Regisseur Benjamin Lenert Spannung und Unterhaltung für alle Altersgruppen. Auch für die Bewerber, die inzwischen aus einem Umkreis von 50 Kilometern kommen und gerne bei dem Musical mitmachen möchten, „bemühen wir uns, für jeden seinen Platz zu entwickeln, sind aber physisch begrenzt". Das Schönste ist für den Regisseur, wenn Darsteller, Sänger, Tänzer und Musiker „selbst überrascht sind, was sie können". DIE CHOREOGRAPHIE Für Anja Gailus-Scheffbusch ist jede Choreographie eine Herausforderung. In „Die Päpstin" seien es besonders zwei Szenen: Die im Klosterkeller, wo Mönche die Nächte mit den Nonnen verbringen. Da muss „das Treiben deutlich gemacht werden, es darf aber auch nicht zu schlüpfrig werden". Und die Szene mit dem Tanz der Schattenwesen, die Emotionen ausdrücken müssen, aber das Geschehen der Solisten im Vordergrund nicht dominieren dürfen. DAS VOCAL-COACHING Einmal tief durchgeatmet hat Barbara Grohmann-Kraaz als sie von der Wahl des neuen Musicals mit seinen anspruchsvollen Liedern erfuhr. Richtig spannend wird es für die Stimmtrainerin nach dem Casting. „Dann kann ich mich dran machen, aus den Stimmen das Beste herauszuholen." Sehr angetan ist sie von den „schönen Melodien und tollen Nummern. Deren Spektrum reicht von gregorianischen Gesängen über herzergreifende Balladen bis zu flotten Stücken à la Sister Act, meint Wulfheide. DER VORSITZENDE Total begeistert ist Burkhard Schlüter vom neuen Vorhaben der Musical-Fabrik, deren Vereinsvorsitzender er ist und der schon bei manchem Musical selbst auf der Bühne stand. Er ist sicher, dass die Gäste „total geflasht sind", wenn das Geheimnis bei der Sommerparty der Musical-Fabrik gelüftet wird. Aufgeführt werden soll das zweieinhalbstündige Stück im November 2017. Dass auch „Die Päpstin" ein Erfolg wird, davon ist Schlüter überzeugt. Das Kreativteam meint, „dass das Ensemble eine wesentlich höhere Qualität erreicht hat, als noch vor drei Stücken", so Wulfheide. Zu verdanken sei das auch dem Leitungsteam. „Wir wissen inzwischen viel besser was wir tun und haben für jedes Element einen Experten dabei", meint Lenert.

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