Ganz schön sportlich: El Houcine Boussouf Bouarfa (bei Prophete; hinten, v. l.), Mohamed Ghalemi Benchakra (bei C & J Direkt), Mimoun El Imrani Saghraoui (bei Thiel) und Soufiane Mahboub El Hamdouni (bei der Tönnies-Gruppe; vorne, v. l.) sowie Jawad Tlarhi Majtia (bei Westag & Getalit) freuen sich auf ihre Zeit in Rheda-Wiedenbrück - und hoffen auf einen Ausbildungsplatz. - © privat
Ganz schön sportlich: El Houcine Boussouf Bouarfa (bei Prophete; hinten, v. l.), Mohamed Ghalemi Benchakra (bei C & J Direkt), Mimoun El Imrani Saghraoui (bei Thiel) und Soufiane Mahboub El Hamdouni (bei der Tönnies-Gruppe; vorne, v. l.) sowie Jawad Tlarhi Majtia (bei Westag & Getalit) freuen sich auf ihre Zeit in Rheda-Wiedenbrück - und hoffen auf einen Ausbildungsplatz. | © privat

Rheda-Wiedenbrück Junge Spanier absolvieren Praktika in Firmen

Nur das Wetter könnte besser sein

Rheda-Wiedenbrück. Zwölf junge Spanierinnen und Spanier sind am 20. Juli zuversichtlich und motiviert in ein vierwöchiges Praktikum gestartet. Ihr Ziel ist es, am Ende einen Ausbildungsvertrag in der Tasche zu haben. Die Teilnehmer sind allesamt über 20 Jahre alt und haben in einem dreimonatigen Intensiv-Deutschkursus bewiesen, dass es ihnen ernst ist. Nach Deutschland durften nur diejenigen kommen, die die Abschlussprüfung im B1-Sprachlevel bestanden haben. Für die jungen Männer, die den Beruf der Fachkraft für Lagerlogistik erlernen wollen, geht es um viel: Sie sehen in dem Projekt ihre Chance, nicht nur eine Ausbildung, sondern vielleicht auch ihre Zukunft in Rheda-Wiedenbrück zu gestalten. Houcine zum Beispiel ist 23 Jahre alt. Er kommt aus Gerona und verfügt bereits über eine abgeschlossene Berufsausbildung als Lackierer. Houcine absolviert derzeit im Unternehmen Prophete das Praktikum und freut sich über die netten Kollegen, die ihn freundlich aufgenommen haben. Sein Hobby ist der Fußball - in Spanien war er Schiedsrichter und auch Trainer einer Kindermannschaft. Gern würde er sich auch in Rheda-Wiedenbrück in einem Verein einbringen. Aber das kann er natürlich erst in Angriff nehmen, wenn er weiß, ob er tatsächlich ab Mitte August die Ausbildung für drei Jahre antreten darf. Soufiane (21) hat sein Praktikum in der Tönnies-Gruppe angetreten. Auch er möchte als Fachkraft für Lagerlogistik eine Ausbildung absolvieren. Die Größe des Unternehmens hat Soufiane am Anfang stark beeindruckt, doch jetzt findet er sich schon gut zurecht. Auch Soufiane ist sportlich engagiert. Er läuft die Zehn-Kilometer-Strecke in knapp 32 Minuten. Erste Kontakte zur LG Burg wurden bereits geschlossen. Houcine und Soufine nahmen das Angebot zu einer Radtour durch die Stadt mit anschließendem Fußballspiel wahr. Mit dabei waren auch ihre Kollegen Jawad (21), Mohamed (26) und Mimoun (21). Sie alle haben bereits eine Berufsausbildung in Spanien abgeschlossen, hatten jedoch am dortigen Arbeitsmarkt keine Aussicht auf eine Beschäftigung. Sie sind froh über die Chance auf einen Ausbildungsplatz und möchten diese als Basis für ihre Zukunft nutzen - nicht nur beruflich. Alle können sich eine Zukunft in Rheda-Wiedenbrück sehr gut vorstellen und denken sogar schon daran, in ein paar Jahren hier eine eigene Familie zu gründen. Nur: "Das Wetter könnte besser sein in Deutschland." „Das Projekt füllt sich mit Leben“ „MobiPro – The job of my life“ ist ein Förderprogramm des Bundesarbeitsministeriums, das seit 2013 junge Europäer bei der Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung in Deutschland unterstützt. Dieses Programm hat die Fare gGmbH (Fortbildungsakademie Reckenberg-Ems) genutzt, um mit der Stadt Rheda-Wiedenbrück ein Projekt mit jungen Spaniern aus der Region Palamós auf die Beine zu stellen. „Nachdem die erste Projektskizze bereits im September letzten Jahres eingereicht wurde, füllt sich das Projekt jetzt endlich mit Leben: Am 17. Juli sind zwölf junge Spanierinnen und Spanier eingetroffen, die in Rheda-Wiedenbrück derzeit ihre Chance auf einen Ausbildungsplatz nutzen“, so Fabian Terwey, der das Projekt federführend für die Fare umsetzt. Die Stadt unterstützt das Projekt tatkräftig. Einerseits geht es um den Ausbau der partnerschaftlichen Beziehungen; so sind denn auch die Palamós-Freunde und der spanische Kulturverein dabei, wenn es darum geht, die Spanier aufzunehmen. Für Wirtschaftsförderin Nikola Weber geht es hingegen darum, Nachwuchskräfte für Unternehmen zu sichern. „Wir haben im Vorfeld mit Unternehmen gesprochen: In der Gastronomie und im Ausbildungsberuf Fachkraft für Lagerlogistik gibt es in unseren Betrieben mehr Ausbildungsplatzangebote als Interessenten.“ In sieben Betrieben in Rheda-Wiedenbrück wird jetzt geprüft, ob diese Lücke mit einem der Auszubildenden aus Spanien geschlossen werden kann: bei der Auto-Zentrale Thiel, C & J Direct, Tönnies-Gruppe, Hotel-Restaurant Reuter, Prophete, Romantik-Hotel Ratskeller sowie bei Westag & Getalit.

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