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Thema Trockenheit: Diese Fußgruppe widmet sich der Wasserknappheit. - © Robert Becker
Thema Trockenheit: Diese Fußgruppe widmet sich der Wasserknappheit. | © Robert Becker

Herzebrock-Clarholz Die schönsten Fotos vom großen Erntedankumzug in Clarholz

57 Gruppen und Wagen locken die Besucher an die Straßen von Clarholz. Die Botschaften mancher Teilnehmer stimmten nachdenklich.

Robert Becker
07.10.2019 | Stand 07.10.2019, 09:52 Uhr |

Herzebrock-Clarholz . Kühl war es, aber dem Zuspruch zum 68. Clarholzer Erntedankumzug tat das keinen Abbruch. Zu Tausenden säumten Besucher die Straßen. Die Themen der liebevoll geschmückten Wagen drehten sich nicht nur um die Ernte allein, vielmehr nahmen die Gruppen auch die Umwelt, die Verschmutzung der Weltmeere, die Waschbären-Population in den US-Städten und – aus lokaler Sicht besonders brennend – die geplante Umgehungsstraße B 64n in den Fokus. „Lasst uns die Herausforderungen der Zukunft besonnen und nachhaltig angehen", forderte Franz-Josef Tegelkamp, Präsident der Erntedankgemeinschaft, in seiner Begrüßung. Die Arbeit der Wagenbauer solle das Publikum gern goutieren, sagte Tegelkamp: „Sparen Sie nicht mit Applaus." Seit 1951 richtet die Erntedankgemeinschaft den Umzug ohne Unterbrechungen aus. 42 bunt geschmückte Wagen und 15 Fußgruppen zogen durch das festlich geschmückte Dorf, ein Wagen schöner als der andere. Mit dem Umzug läuteten die Clarholzer die Herbstwoche ein, die noch bis zum 12. Oktober weiterläuft. Raupen machen uns das Leben schwer, die Vögel freuen sich umso mehr Tegelkamp, der zusammen mit Hermann Hartmann, Ehrenbrudermeister der St.-Hubertus-Schützen, wieder die Moderation vom Rugge-Balkon aus vornahm, kam aus dem Schwärmen nicht heraus und begrüßte die Ehrengäste auf der Tribüne am Start des zwei Kilometer langen Umzugs zu „Deutschlands größtem und schönstem Erntedankumzug im schönsten Kreis der Welt". „50 Jahre Woodstock" hatte die Kolpingfamilie thematisiert und marschierte mit einer bunt gekleideten, sonnenbebrillten Mannschaft durch die Straßen. Die „Clarholzer Jungs" hatten mit Wagen und Fußgruppe die Mondlandung vor 50 Jahren ins Bild gesetzt. War im vergangenen Jahr die Hitze des Sommers und verbunden damit der Klimawandel ein vorherrschendes Thema, so knüpfte in diesem Jahr eine Fußgruppe als Aufgebot mit mehr als 20 Gießkannen an das Thema Trockenheit von Luft und Böden an. Befall durch Raupen hob ein anderer Wagen auf den Schild: „Raupen machen uns das Leben schwer, die Vögel freuen sich umso mehr." Lkw-Atrappen durchkreuzen die Landschaft Natürlich durfte das Thema Kohlenstoffdioxid (CO2) nicht fehlen. Ganz frei von dem schädlichen Gasausstoß radelten zehn Bauern auf einem Tandem im Umzug mit. Die geplante Umgehung B 64n war von der Kulturgemeinschaft Sundern, Samtholz, Brock mit einem krassen Bild ins Bewusstsein gerückt: Lkw-Attrappen durchkreuzen auf breiter Straße die durch Maispflanzen dargestellte Landschaft. Auch die Klassiker waren wieder dabei, fantasievoll mit Liebe zum Detail erstellte Wagen wie ein Mähdrescher-Nachbau komplett aus Ähren. Auch die Raupenplage wurde in den Blickpunkt gerückt. Als Zünsler verkleidet, beschrieben als „der Baumbuchs-Schreck", marschierte eine zehnköpfige Frauengruppe im Umzug mit. Franz-Josef Tegelkamp hatte zur Begrüßung gesagt, ein Anliegen des Clarholzer Erntedankumzugs sei die „Bewahrung der Schöpfung". Profaner hatte es Wagen Nummer 9 plakatiert, dessen Trecker folgenden Leitspruch hochhielt: „Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird."

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