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Stefan Mersmann, Sergej Litmann und Marco Diethelm (v.l.) freuen sich auf die Wiedereröffnung des Herzebrocker Hallenbades. - © Andreas Frücht
Stefan Mersmann, Sergej Litmann und Marco Diethelm (v.l.) freuen sich auf die Wiedereröffnung des Herzebrocker Hallenbades. | © Andreas Frücht

Herzebrock-Clarholz Das Hallenbad Herzebrock öffnet endlich wieder

Die Renovierung der Duschen und der Lüftungsanlage dauerte doppelt so lange wie geplant. Jetzt hofft Bürgermeister Marco Diethelm, dass die Bürger das Schwimmbad wieder gut annehmen.

Anja Hustert
08.08.2019 | Stand 08.08.2019, 09:33 Uhr

Herzebrock-Clarholz. Ende gut, alles gut: Nach mehr als einem Jahr öffnet das Hallenbad Herzebrock am Mittwoch, 21. August, um 6 Uhr wieder für Frühschwimmer. „Und um 5 Uhr ziehe ich an dem Tag meine ersten Runden", sagt Sergej Litmann, leitender Betriebsleiter des Hallenbades. Noch bedeckt eine feine Staubschicht die Gänge zwischen den Umkleiden und erinnert daran, dass hier in den vergangenen Monaten kräftig gewerkelt wurde. „Das Hallenbad wurde 1974 erbaut, eine erste Teilsanierung erfolgte um die Jahrtausendwende. Nach nun fast 20 Jahren Betriebszeit war insbesondere die Lüftungsanlage so stark beschädigt, dass sie dringend erneuert werden musste", erläutert Stefan Mersmann vom Planungsbüro bt plan aus Essen. Alte Lüftung war wirklich marode „Wir hatten einige Herausforderungen bei der Sanierung", erklärt Bürgermeister Marco Diethelm die zeitliche Verzögerung. Ursprünglich sollte das Hallenbad nur für ein halbes Jahr schließen. „Durch die gute Baukonjunktur gab es längere Lieferzeiten bei der Lüftung", so der Bürgermeister. Und die Lüftung war schließlich das Herzstück der Sanierung. „Die Sanierung kam buchstäblich in letzter Minute", erinnert sich der Bürgermeister. Viele Bauteile seien so stark korrodiert gewesen, dass es ein Wunder war, dass sie nicht schon viel eher ausgefallen seien. Zur maximalen Energieeinsparung musste die neue Lüftungsanlage deutlich größer werden als die alte. „Dafür waren im Technikraum keine Platzreserven", so Diethelm. Also stehen die Lüftungsgeräte mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung für die Umkleiden, die Duschen und den Rutschenturm nun auf dem Dach. „Die Abluft des Rutschenturms wurde bisher völlig ungenutzt an die Atmosphäre abgegeben", erläutert Mersmann. Mit der eingesparten Energie könnten mehrere Einfamilienhäuser beheizt werden Mit der nun eingesparten Energie allein für den Rutschenturm könnten mehrere Einfamilienhäuser ganzjährig beheizt werden. „Wir erwarten, dass sich der Energieverbrauch für die Lüftungstechnik um mehr als 30 Prozent verringert", sagt der Bürgermeister. Er hofft, dass sich die Badegäste bei dem nun geschaffenen Raumklima wohlfühlen. „Als die alte Lüftung beim DLRG-Training einmal ausfiel, war hier nur noch Nebel", erinnert er sich. Was für die Badegäste aber noch viel auffälliger sein wird: In den Duschen und Umkleiden gibt es eine neue LED-Beleuchtung, neue Trennwände, teilweise neue Boden- und Wandfliesen und neue Umkleideschränke. „Auch die Duschen wurden erneuert und dem neuesten Stand der Technik angepasst", erläutert Mersmann. „Hierdurch wird der Wasser- und Energieverbrauch reduziert, sowie der Trinkwasserverkeimung durch Legionellen entgegengewirkt." Etwa 1,2 Millionen Euro hat die Sanierung gekostet, mit 400.000 Euro schlägt allein die neue Lüftung zu Buche. Trotz der zeitlichen Verzögerung und der unvorhergesehenen Überraschungen durch schlechte Bausubstanz wäre es fast bei den vorher veranschlagten 1,1 Millionen Euro geblieben. Die ersten Schwimmkurse sind schon ausgebucht Nun hofft der Bürgermeister, dass das sanierte Bad auch wieder gut von den Bürgern angenommen wird. Die ersten Schwimmkurse, die die Gemeinde ab September erstmals in Eigenregie anbietet, waren binnen weniger Tage ausgebucht. Weitere Kurse finden sich jedoch auf der Internetseite der Gemeinde www.herzebrock-clarholz.de unter dem Menüpunkt „Hallenbäder". Zur Wiederöffnung des Bades, das jetzt auch noch ein neues Logo hat, hat sich der stellvertretende Betriebsleiter Marco Schröder übrigens etwas Besonderes ausgedacht: Bis einschließlich Sonntag, 1. September, gilt im Herzebrocker Hallenbad das Motto „Schwimmen gegen Spende". Dabei zahlt jeder so viel Eintritt, wie er möchte, eine Spendenbox steht am Eingang bereit. Danach sind die Preise wieder genauso wie zum Zeitpunkt der Schließung: Der zeitlich unbegrenzte Eintritt für Erwachsene kostet vier Euro, Jugendliche bis 17 Jahre zahlen zwei Euro und Kinder unter vier Jahre planschen kostenlos.

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