Das Ruder fest in der Hand: Theo Nordemann aus Herzebrock-Clarholz steht vor Mallorca am Steuerrad des Segelschiffs. Eine knappe Woche segelte er bei einem Benefiz-Segeltön rund um die Balearen-Insel. - © José Carreras Leukämie-Stiftung
Das Ruder fest in der Hand: Theo Nordemann aus Herzebrock-Clarholz steht vor Mallorca am Steuerrad des Segelschiffs. Eine knappe Woche segelte er bei einem Benefiz-Segeltön rund um die Balearen-Insel. | © José Carreras Leukämie-Stiftung

Herzebrock-Clarholz Nach Leukämie - Herzebrock- Clarholzer segelt vor Mallorca

Theo Nordemann aus Herzebrock-Clarholz segelt nach überstandener Leukämie-Erkrankung vor Mallorca. Sein Bruder spendete ihm Knochenmark

Anja Hustert

Herzebrock-Clarholz. Es war ein Artikel in der Neuen Westfälischen, der Theo Nordmann dazu brachte, sich bei der José Carreras-Leukämie-Stiftung um die Teilnahme an einem Segeltörn zu bewerben. „Meine Nachbarin hat mich darauf aufmerksam gemacht, erzählt der 60-Jährige aus Herzebrock-Clarholz, der im vergangenen Jahr an akuter myeloischer Leukämie (AML) erkrankte. Am 12. Mai war es dann soweit: Gemeinsam mit fünf anderen ehemaligen Leukämiepatienten stach der Tischler vor Mallorca in See. Endlich wieder Sonne im Herzen. Gemeinsam segelte die Crew beim José Carreras-Yacht-Törn fünf Tage lang zurück in ein neues Leben. „Das war eine tolle Truppe", schwärmt Theo Nordemann. „Und Sonne hatten wir auch." Hinter ihm liegt ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Nach zwei Chemotherapien im Städtischen Krankenhaus in Gütersloh hieß es, dass ein Stammzellenspender für ihn in Amerika gefunden sei. „Ich selbst habe mich auch vor mehr als 30 Jahren typisieren und in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei aufnehmen lassen", erzählt Theo Nordemann. Damals konnte er ja noch nicht ahnen, dass er auch einmal auf die lebenswichtige Stammzellenspende angewiesen sein sollte. Doch der angekündigte Spender aus Amerika war auf einmal nicht mehr auffindbar. „Da haben sich dann meine Geschwister typisieren lassen", erzählt Theo Nordemann. Und obwohl Geschwister nur eine 50-prozentige Übereinstimmung haben, stellte sich sein Bruder Gerd Nordemann aus Möhler als Spender zur Verfügung. „Ich bin meinem Bruder, der übrigens gestern seinen 65. Geburtstag feierte, sehr, sehr dankbar dafür", sagte Theo Nordemann. Vor einem Jahr  fand die Stammzellentransplantation statt Vor einem Jahr, am 29. Mai, fand die Stammzellentransplantation statt. „Letztes Jahr im Herbst hat mich dann meine Nachbarin, die weiß, dass ich gerne segele, auf den Bericht über den Segeltörn der José Carreras-Stiftung aufmerksam gemacht", erzählt Theo Nordemann. Er sprach mit seinem Arzt, bewarb sich, und während er mit seiner Frau zur Reha in Bad Kreuznach war, kam die Zusage, dass er beim Törn dabei ist. „Ich war zwei Wochen zu Hause, da ging es schon wieder los", erzählt er. Fünf unvergessliche Tage an Bord einer 16 Meter langen Bavaria 15 mit 10 Schlafplätzen und Segelprofi Lars Liewald als Skipper. „Ich habe vor 30 Jahren meinen Segelschein gemacht, da muss man erstmal wieder reinkommen", erzählt Nordemann, der zwischendurch mit einem Arbeitskollegen auf der Ems bei Emden segeln war. Und nun auf Einladung der Stiftung des spanischen Tenors José Carreras, der 1987 auf dem Höhepunkt seiner Karriere selbst an Leukämie erkrankte. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung: „Aufgeben ist keine Option. Unsere sechs Teilnehmer möchten anderen Patienten mit Leukämie oder mit einer verwandten Blutkrankheit Mut machen und zeigen, dass es sich lohnt zu kämpfen. Die José Carreras Leukämie-Stiftung hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten über 200 Millionen Euro an Spenden generiert und damit unter anderem die medizinische Forschung unterstützt. Auch wenn wir das Ziel unserer Stifters José Carreras, Leukämie immer und bei jedem heilbar zu machen, bisher noch nicht erreicht haben, können wir doch dank unserer vielen Spenderinnen und Spender zahlreiche Leben retten und viel Leid lindern."

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