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Herzebrock-Clarholz Bildhauer Bernd Vielstätte gestorben

04.06.2015 | Aktualisiert vor 0 Minuten
Viele Kunstwerke erschaffen: Bernd Vielstätte.
Viele Kunstwerke erschaffen: Bernd Vielstätte.

Herzebrock-Clarholz. Der Bildhauer Bernhard Vielstädte ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Die Beisetzung hat bereits stattgefunden. In einem Nachruf würdigt der Heimatverein den Künstler.

Bernhard Vielstädte wurde am 1928 in Herzebrock geboren. Nach dem Besuch der Volksschule begann er mit der Lehre als Ornamentbildhauer beim Bildhauermeister Vogt in Rheda. 1948 ging er für ein Jahr als Schüler zum akademischen Bildhauer Hubert Hartmann, um sich als Figurist weiter auszubilden. 1950 begann er für ein Jahr eine zusätzliche Ausbildung als Steinbildhauer. 1952 legte er die Meisterprüfung ab. Gleichzeitig machte er sich als Bildhauer in Herzebrock selbstständig. Er schuf viele Kunstwerke, insbesondere im sakralen Bereich. Seine Weihnachtskrippen in einer eigens von ihm gestalteten Art sind einmalig. Auch viele Grabdenkmäler gehörten mit zu seinem künstlerischen Schaffen.

Bei der Gründung des Museums "Wiedenbrücker Schule" hat er ebenfalls mit Rat und Tat mitgewirkt. Aus Liebe zu seiner Heimat begann er schon sehr früh mit Aktivitäten im Heimatverein Herzebrock, er gehörte dem Vorstand 40 Jahre lang an. Bei der Einrichtung der Heimatstube Herzebrock ging es ihm vor allem um den Erhalt sakraler Objekte und alter Gebrauchsgegenstände, die er vielfach mit Weitblick vor der Zerstörung rettete.

Für den Festumzug zur 1100- Jahrfeier modellierte er 1960 die überlebensgroße Büste des Herzebrocker Bildhauers Caspar Ritter von Zumbusch, diese ist heute noch im Zumbusch Museum zu bewundern.

Mit viel Mut setzte er sich für den Erhalt des Herzebrocker Krankenhauses und des im Ortskern Herzebrock gelegenen Hofes Südhoff ein.

1945 trat Bernhard Vielstädte in die Kolpingfamilie ein und war für sie sieben Jahrzehnte lang tätig. 1950 gestaltete und schuf er während seines Urlaubs die überlebensgroße Büste von Adolf Kolping. Diese schenkte er dem Herzebrocker Kolpingverein. Von 1987 bis 1998 war Bernhard Vielstädte Vorsitzender des Kolping-Haus-Vorstandes. Durch seine tatkräftige Mitwirkung hat er das Kolpinghaus maßgeblich mitgestaltet. Es war sein Bestreben, dieses Gesellenhaus als Treffpunkt für die Kolpingfamilie und die ganze Gemeinde zu erhalten. Da sein Sohn die Bildhauerei weiterführte, hatte Bernhard Vielstädte das Glück, bis ins hohe Alter in der Werkstatt mitwirken und seine reichhaltigen Erfahrungen an jüngere Generationen weitergeben zu können.

Sein Leben war geprägt von künstlerischem Schaffen und seiner Liebe zur Heimat.