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Klärwerksleiter Oliver Beermann, seit 2000 stellvertretender Klärwerksmeister und seine Stellvertreterin Anna Strotmann vor der Kläranlage, die 2015 für sechs Millionen Euro saniert und erweitert wird. - © FOTO: ROBERT BECKER
Klärwerksleiter Oliver Beermann, seit 2000 stellvertretender Klärwerksmeister und seine Stellvertreterin Anna Strotmann vor der Kläranlage, die 2015 für sechs Millionen Euro saniert und erweitert wird. | © FOTO: ROBERT BECKER

Herzebrock-Clarholz Neuer Leiter für die Kläranlage

Gemeinde Herzebrock-Clarholz setzt auf heimische Kräfte

08.11.2014 | Stand 07.11.2014, 21:14 Uhr

Herzebrock-Clarholz. Die Kläranlage Herzebrock-Clarholz wird ab der zweiten Jahreshälfte 2015 für rund sechs Millionen Euro umgebaut und renoviert. Da passe es gut, einen Fachmann an Bord zu haben, der die Anlage von der Pike auf kennt, sagte Bürgermeister Jürgen Lohmann. Seit dem 1. September hat Oliver Beermann (42) die Leitung des Eigenbetriebs (innerhalb der Gemeindewerke) übernommen, was Lohmann ("Unser Eigengewächs!") bei einem Pressetermin in der Kläranlage positiv herausstellte.

Dass Beermann, der aus Pixel stammt, die Anlage so gut wie kein anderer kennt, liegt vielleicht auch daran, dass er genau am Tag der Klärwerks-Eröffnung am 1. August 1989 seinen ersten Arbeitstag hatte. Beermann startete damals seine Ausbildung zum Ver- und Entsorger und legte 2009 in Lauingen/Donau die Meisterprüfung zum Abwassermeister nach. Seit 2000 war Beermann bereits stellvertretender Klärwerksmeister. Jetzt übernahm er den Platz von Heinrich Brummel, der Ende August in den Ruhestand ging. Als Stellvertreterin hat die Gemeinde die 25-jährige Anna Strotmann eingestellt. Die Clarholzerin hat ihre Meisterprüfung 2012 in Norddeich abgelegt und war mit Beginn ihrer Ausbildung beim Klärwerk Putzhagen in Gütersloh angestellt.

Hinsichtlich der Renovierung und Erweiterung werden schon seit Monaten im Werksausschuss die Planungen vorangetrieben. Demnächst sollen dort die endgültigen Pläne vorgestellt werden, sagte der Betriebsausschussvorsitzende Bernhard Petermann jetzt. Petermann wollte keine näheren Details nennen, kündigte aber an, "dass es einen Paradigmenwechsel" geben werde. "Wir setzen auf eine Klärtechnik mit Faulturm", sagte Petermann. Neben den drei Millionen Euro, die für die Sanierung vorgesehen sind, seien weitere drei Millionen für den Bau eines Faulturms eingeplant. Der soll künftig durch das Nutzbarmachen von Abgasen Strom erzeugen. "So können wir die Betriebskosten senken", erläuterte Petermann.

Die Gemeinde gehe die Investition unter anderem auch deshalb an, weil sie ihre "Kunden" (Bürgermeister Lohmann) halten will. Die Betriebe im Industriegebiet sollen, so der Wunsch der Gemeinde, keine Eigenklärung machen. Das habe auch kalkulatorische Gründe, denn die fleischverarbeitende Industrie mit ihren Abwässern gehöre auch zu denen, die letztlich am meisten zahlen, sagte Lohmann.

Insgesamt sind beim Klärwerk acht Mitarbeiter beschäftigt. Allein zwei Elektriker hat die Gemeinde dort im Einsatz. Mit 800 bis 1.000 Pumpen, die aus den Außenbezirken die Fäkalien mittels Druckrohrleitungen an das Klärwerk liefern, ist die Gemeinde überdurchschnittlich stark auf funktionierende Pumpentechnik angewiesen. Als andere Gemeinden in den Außenbereichen noch Dreikammersysteme mit Klärung vor Ort erlaubten, habe Herzebrock-Clarholz schon früh auf die Druckrohrleitungen gesetzt, erläuterte Jürgen Lohmann. Andernorts gehören die Pumpen dem jeweiligen Grundbesitzer. In Herzebrock-Clarholz sind sie Eigentum der Gemeinde. "Wir machen die Wartung und haben die Verantwortung für die Pumpen", erklärte der Bürgermeister das System.

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