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Harsewinkel 160 Fichten müssen in Harsewinkel gefällt werden

Im Telgenbusch Marienfeld wird abgeholzt. Das ist das Ergebnis von Dürre und einer ausgeprägten Borkenkäferpopulation.

Robert Becker
09.10.2019 | Stand 09.10.2019, 21:01 Uhr

Harsewinkel. Im Marienfelder Telgenbusch, auch als Ruggebusch bekannt, werden in Kürze die Motorsägen eingesetzt. Im Umweltausschuss teilte der Bezirksförster des Regionalforstamtes OWL den Politikern mit, dass in dem Waldgebiet am Sportzentrum demnächst 160 Fichten gefällt werden. Grund für die Fällung seien durch Dürre vertrocknete Bäume und ein ausgeprägter Borkenkäferbefall. Aus Gründen der Verkehrssicherheit müssten die Fichten gefällt werden. Nicht nur Marienfeld ist von Baumfällungen betroffen. In ganz NRW seien ein Drittel der Fichtenbestände abgestorben, gut 100.000 Hektar. Ein weiteres Drittel drohe ebenfalls einzugehen. Seit diesem Sommer seien auch Buchen betroffen, so der Regionalförster. Um den Buchen am Waldschlößchen eine Chance zu geben, sich zu verjüngen, und um den vitalsten Bäumen mehr Licht und Luft zu geben, werden etwa 20 Prozent der Bäume bis Mitte Dezember gefällt. Maßnahmen gegen das Insektensterben Die Frage, ob und wie Gräben und Gewässer an den Klimawandel angepasst werden können oder müssten, um Wasser in den Böden zu halten, soll in einer der nächsten Umweltausschusssitzungen beraten werden. Die Verwaltung beabsichtigt, Vertreter der Wasser- und Bodenverbände und der Unteren Wasserbehörde einzuladen, um deren Expertenwissen und Meinungen zum Problem zu hören und den Rechtsrahmen für Maßnahmen zu klären, teilte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide mit. Passend zum Thema lag dem Umweltausschuss die Anregung zur „Dringenden Revision der Wasserwirtschaft" vor, die die Brüder Leonhard und Meinhard Sieweke vorgetragen hatten. Beide beriefen sich auf einen Erstantrag von 1994. Aus der Mitte des Ausschusses wurde vorgeschlagen, das Thema auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen zu nehmen, weil die Argumente von Leonhard und Meinhard Sieweke schlüssig seien und die Versorgung der Vegetation mit Wasser in Zeiten des Klimawandels ein Problem darstelle, berichtete Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide. Die Sieweke-Brüder hatten auch einen Antrag für Maßnahmen gegen das Insektensterben gestellt und die Ausführungen bei der Umgestaltung der Kompensationsfläche Kuhteich Marienfeld kritisiert. Die sogenannte „Narbenpflege" mit Ansiedlung neuer Pflanzen sei nicht erfolgt, so Leonard Sieweke im Antrag an die Bürgermeisterin: „Wir haben es nach wie vor mit einem wertlosen Einheitsgras zu tun, das zweimal im Jahr gemäht und landwirtschaftlich genutzt wird." Entscheidung im Frühjahr Von Artenvielfalt sei keine Spur zu sehen, so Sieweke, der eine kleine Fläche von der Grasnarbe befreit, gegrubbert und mit Margeritensamen eingesät hatte. Sieweke: „Sie wachsen bereits hervorragend und werden wohl, weil zweijährig, im nächsten Frühjahr blühen." Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide erklärte, die Verwaltung stimme das Vorgehen auf den Flächen im Kuhteich mit der unteren Landschaftsbehörde und der Bio-Station Gütersloh/Bielefeld ab. Beide hätten sich die Flächen in den letzten Wochen angesehen. Hinzugezogen wurde ein Vertreter des Saatgutherstellers für regionale Sorten. In Abstimmung mit den genannten Fachleuten und auf Grundlage der Erfahrung mit der Fläche C werde darauf verzichtet, die Flächen A, B und D umzubrechen und neu einzusäen, so Amsbeck-Dopheide. Die Fläche C am Ruggebusch habe nur mit sehr viel Aufwand und hohem ehrenamtlichen Einsatz in Randbereichen von Wildkräutern freigehalten werden können, damit die Blütenpflanzen im letzten Sommer eine Chance gehabt hätten, teilte die Bürgermeisterin mit. Im Frühjahr werde entschieden, ob und welche Arten gezielt auf die Flächen A, B, und D nachgesät werden. Der Umweltausschuss erhob dagegen keine Einwände.

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