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Ab hier müssen aus Richtung Greffen kommende Radfahrer auf die rechte Seite der B 513 wechseln. - © Burkhard Hoeltzenbein
Ab hier müssen aus Richtung Greffen kommende Radfahrer auf die rechte Seite der B 513 wechseln. | © Burkhard Hoeltzenbein

Harsewinkel Gefährlich: Schulkinder sind auf der falschen Straßenseite unterwegs

Schüler aus Greffen müssen im Harsewinkeler Ortsgebiet die Straßenseite der Bundesstraße wechseln. Ein nahezu unmögliches Unterfangen. Die Politik sucht nun nach anderen Lösungen

Burkhard Hoeltzenbein
19.05.2019 | Stand 17.05.2019, 18:46 Uhr

Harsewinkel. Schüler, die jeden Morgen aus Greffen mit dem Fahrrad zur Gesamtschule oder dem Gymnasium fahren, haben spätestens am Ortseingangsschild an der Bundesstraße 513 an der Einmündung Wibbeltstraße ein Problem: Ab dort müssen sie laut Straßenverkehrsordnung den Radweg auf der rechten Straßenseite im Schatten der Fertigungshallen von Claas benutzen. Hier lauert Gefahr. Denn genau dieses vorgeschriebene Queren stellt zu Stoßzeiten ein fast unüberwindliches Hindernis dar. Viele fahren daher auf der „falschen" Seite Richtung Innenstadt und Schulzentrum weiter. Das verkehrswidrige Verhalten wiederum ruft immer wieder die Polizei auf den Plan. Die Beamten halten die Schülerinnen und Schüler an dem neuralgischen Punkt an und schicken diese auf die andere Straßenseite. Polizei war schon vor Ort Ein Dilemma, über das auch die Politiker in Harsewinkel seit geraumer Zeit debattieren. Vor der Planungsausschusssitzung am kommenden Donnerstag hat die SPD-Fraktion ein Schreiben aufgesetzt, in dem sie über Lösungsmöglichkeiten nachdenkt. Die Gretchenfrage lautet, wie Radfahrer und insbesondere Schulkinder, die aus Greffen kommen, auf dem Weg in die Innenstadt nicht die Bundesstraße kreuzen müssen und sich dennoch verkehrsrechtlich korrekt verhalten. Bereits im März machten sich Vertreter von Polizei, Stadtverwaltung und Straßenverkehrsbehörde des Kreises ein Bild vor Ort. Gemäß Straßenverkehrsordnung gilt hier das Rechtsfahrgebot. Der Radweg befindet sich bis zur Einmündung an der Wibbeltstraße außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Bis zu dieser Stelle ist der Radweg für die Gegenrichtung frei gegeben. "Hier drohen sogar Bußgelder" Ab hier müssen die Radler auf die ander Seite. „Andernfalls verhalten sich die Radfahrer ordnungswidrig. Hier drohen sogar Bußgelder", wird die Behörde zitiert. Die Chancen auf Einrichtung für einen Fußgängerüberweg über die Bundesstraße 513 werden seitens der Straßenverkehrsbehörde als sehr gering angesehen. „Die erforderliche Querungshäufigkeit für Radfahrer und Fußgänger werde höchstwahrscheinlich an keiner Stelle zwischen der Straße Tüllheide, wo der Radweg rechtsseitig beginnt, und der Kreuzung B 513/Tecklenbur-ger Weg erreicht", heißt es in der Vorlage. Fraglich wäre darüber hinaus, an welcher Stelle dieser errichtet werden sollte. "Die Situation würde hier verschärft" Die Freigabe des linksseitigen Radweges für die Gegenrichtung auf der gesamten Länge bis zur Kreuzung Tecklenburger Weg, ohne dass Schüler eine Ordnungswidrigkeit begehen, wird nach Rücksprache mit der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde nicht befürwortet. Diese Variante hatte die CDU bereits im vergangenen Jahr ins Spiel gebracht und um Nachsicht beim verkehrswidrigen Verhalten der Schülerinnen und Schüler gebeten. Die Gegenargumente zu dieser Variante sind die zu geringe Breite des Weges im Begegnungsverkehr und die relativ schlecht einsehbare Ein- und Ausfahrt an der Kita „Franz und Christine" kurz vor dem Tecklenburger Weg. „Die Situation würde hier durch eine solche Freigabe weiter verschärft", lautet die Befürchtung. Bessere Lösung? Als bessere Lösung schlägt die SPD vor, den Schulweg durchs Wohngebiet Wibbeltstraße, Overbergstraße und „Am Rövekamp" zu leiten. Hier gilt überall Tempo 30. Die Querung des Tecklenburger Weges ist durch die frisch installierte Ampel gewährleistet. „Wenn eine ungesicherte Querung der B 513 vermieden werden soll, ist der Schulweg durch die genannten Straßen die einzig verkehrsrechtlich korrekte Lösung", meint die SPD.

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