Der Glasfaserausbau geht der UWG in Harsewinkel zu langsam voran. - © Burkhard Hoeltzenbein
Der Glasfaserausbau geht der UWG in Harsewinkel zu langsam voran. | © Burkhard Hoeltzenbein

Harsewinkel Fast das Schlusslicht: Harsewinkel wird beim Netzausbau abgehängt

Der flächendeckende Breitbandausbau kommt in Harsewinkel nur schleppend voran - im Kreisvergleich ist Harsewinkel sogar fast das Schlusslicht

Harsewinkel. Der Ausbau des Breitbandnetzes in Harsewinkel kommt aus Sicht der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) viel zu langsam voran. Die Bemühungen des Unternehmens Innogy um eine flächendeckende Versorgung reichten bei weitem nicht aus. Um mehr Fachwissen in der Frage zu bündeln, beharren die Unabhängigen auf der Forderung, ein Expertengremium zu gründen. „Die Flächendeckung ist erhöht worden. Nur ist dieser Ausbau kein FTTH-Ausbau gewesen", erklärt UWG-Sprecher Johannes Sieweke gegenüber der Neuen Westfälischen seine Skepsis. Hier sei nur ein FTTC-Ausbau vorgenommen worden. Dies sei aber keine durchgehende Glasfaserverbindung bis zum Endkunden. "Da muss nochmal nachgearbeitet werden" „Da muss nochmal nachgearbeitet werden", fordert die UWG. Die Fraktion verweist auf das Ziel des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, FTTH und eine Geschwindigkeit von 1.000Mbit/s umzusetzen. Dieses lasse sich mit dem in Harsewinkel bislang vorgenommenen Ausbau mitnichten erreichen. Vor der heutigen Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses, in der es im öffentlichen Teil ab 17.30 Uhr ausschließlich um den einen Tagesordnungspunkt geht, zitiert Sieweke den aktuellen Stand, auf den sich alle Parteien einstimmig am 21. März einigten: „Es gibt ein erhebliches Defizit bei der flächendeckenden Versorgung aller Haushalte und Unternehmen mit schnellem Internet." Harsewinkel liegt an viertletzter Stelle aller Kommunen im Kreis Harsewinkel liege im Vergleich der Internetanschlüsse mit einer Geschwindigkeit von 50Mbit oder mehr mit einer Abdeckung von 54,5 Prozent an viertletzter Stelle aller Kommunen im Kreis Gütersloh. Sieweke zieht für diese Zahlen die veröffentlichten Daten von Mitte 2018 als Quelle heran. Hinter Harsewinkel lagen danach nur noch Herzebrock- Clarholz (10,05 Prozent), Rietberg (20 Prozent) und Langenberg (14,05 Prozent). „Für die Zukunft wird Harsewinkel weiter nach unten rücken", prognostiziert er mit Verweis auf Herzebrock-Clarholz, wo aktuell mit Glasfaser ausgebaut werde. Die Stadt Rietberg plane den Beginn des Tiefbaus für Ende des zweiten Quartals 2019. Langenberg habe die ersten Gebiete bereits abgeschlossen. "Rückstand mit bewährten Mitteln aufzuholen, ist Wunschdenken" „Diesen Rückstand mit bewährten Mitteln und durch die fachliche Arbeit in den zuständigen Gremien aufzuholen, ist schlichtweg Wunschdenken", kritisiert der UWG-Sprecher. In den Gremien werde das Thema bereits seit fast zehn Jahren diskutiert. Wirklichen Fortschritt kann er nicht erkennen. In wohlformulierten Worten kritisiert Sieweke verklausuliert das fehlende Fachwissen in allen Stadtratsparteien. „Bei den meisten Mitgliedern gehören die Begriffe und Techniken, was den Aufbau und Betrieb eines Glasfasernetzes angeht, nicht unbedingt zur täglichen Arbeit", erklärt er. Eben darum brauche Harsewinkel ein Experten-Team, das sich ohne viel bürokratischen Aufwand zusammensetzt und diese Themen im Vorhinein diskutiere, Ideen entwickle und außerhalb der üblichen Bahnen denke – aber auf dem aktuellen Stand der Technik. „Natürlich kann dieses Experten-Team keine abschließenden Konzepte im Alleingang ausarbeiten oder sich um Fördergelder bemühen", schränkt Sieweke mit Blick auf die verbindlichen politischen Entscheidungsprozesse ein. Es gehe lediglich darum, vorhandenes Know-How auf den Punkt zu bündeln, Ideen zu entwickeln und diese in einem ersten Entwurf zu sondieren. Dies könne zusammen mit dem Breitbandbeauftragtem des Kreises, Branchenunternehmen und betroffenen Personen und Unternehmen vor Ort geschehen.

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