Vodafone-Kunden gucken in die Röhre. - © Pixabay
Vodafone-Kunden gucken in die Röhre. | © Pixabay

Harsewinkel Vodafonekunden sind seit Tagen ohne Mobilnetz

Viele Harsewinkeler können derzeit ihr Handy vor Ort nicht nutzen

Burkhard Hoeltzenbein

Harsewinkel. Seit vier Tagen ist das Mobiltelefon von Roland Krüger außer Gefecht. Er kommt nicht ins Funknetz, um mobil zu telefonieren. Gestern platzt dem Kunden des Mobilfunk-Giganten Vodafone der Kragen. Er wendet sich an die Neue Westfälische. Und erfährt im Internet, dass er mit seinem Problem nicht allein ist. „Seit dem 1. September um 2.03 Uhr haben wir tatsächlich Einschränkungen in Teilen unseres Mobilfunknetzes in Harsewinkel", bestätigt Vodafone-Konzernsprecher Volker Petendorf auf Anfrage der NW. „Betroffen sind 4.000 Kunden, die das Vodafone-Netz vorübergehend nicht oder nicht in der gewohnten Qualität nutzen können", heißt es in der Mitteilung. Ursache ist eine Störung einer Mobilfunkstation Ursache sei eine Störung in der Mobilfunkstation in Harsewinkel. „Zur Behebung ist der Austausch eines defekten Bauteils notwendig", erklärt Petendorf. Dieses Ersatzteil werde „so schnell wie möglich" nach Harsewinkel gebracht und dann vor Ort eingebaut. Bis dahin wird der Mobilfunkverkehr größtenteils über umliegende Mobilfunkstationen geleitet, um die Einschränkungen möglichst gering zu halten. „Ich habe es natürlich beim Kundenservice von Vodafone probiert", erklärt der Harsewinkeler. Das Wort „Kundenservice" spricht er in Bezug auf das Kommunikationsunternehmen nur noch in Anführungszeichen. Denn von „Dienst am Kunden" könne keine Rede sein. „Ich habe eine lapidare Antwort als E-Mail erhalten, dass man sich um das Problem kümmere", zitiert er seine magere Ausbeute. "Da kam dann nur so eine No-Reply-Antwort" Als er am Dienstag ungeduldig wird, weil mit dem Handy nach wie vor nichts anzufangen ist („Nur der Notruf funktioniert"), schreibt er eine zweite. „Da kam dann nur so eine No-Reply-Antwort. Bei Vodafone heißt es nur, dass keine Störung vorliegt", erklärt Roland Krüger sauer. Dabei kann der Harsewinkeler, der in Münster arbeitet, das Problem genau lokalisieren. „Sobald ich Greffen hinter mir habe, habe ich auch wieder Netz", hat er festgestellt. Lediglich sein Anbieter Otelo, eine Vodafone-Tochter, die das selbe Funknetz nutzt, habe ihm immerhin per E-Mail mitgeteilt, dass es in diesem Postleitzahlengebiet eine Störung gebe. „Die können aber nicht sagen, wann sie behoben wird", beschwert er sich. "Seit Samstag kein Internet, Telefon und TV" Wie Krüger geht es nach NW-Recherchen auch anderen Vodafone-Nutzern in Harsewinkel. Auf der Plattform „heise.de", das sich auf Nachrichten aus der digitalen Welt spezialisiert hat, finden sich in einem Forum viele weitere genervte Kunden. „Seit Samstag kein Internet, Telefon und TV. Bekomme niemanden persönlich ans Telefon und Störungen werden nicht angezeigt", schreibt eine Stefanie, die es mit ihrem digitalen Komplettpaket bei Vodafone noch ärger getroffen hat. „In Greffen geht nichts mehr", vermeldet „Aggi55". „Seit Samstag kein mobiles Telefonieren in Harsewinkel möglich", bestätigt eine Agnes, die tags zuvor schon „Wann ist die Störung behoben?" in die Runde fragte. "Wir habe keine Informationen über eine Störung bekommen" „Wir haben keine Informationen über eine Störung bekommen", erklärt Markus Wiegert, im Rathaus zuständig für Wirtschaftsförderung, auf Anfrage. Es habe in der Vergangenheit schon Fälle gegeben, in denen die Stadt auf Hinweise aus der Bevölkerung bei Mobilfunkanbietern Druck gemacht habe. Den macht sich Vodafone wohl nun selbst. „Wir bitten die betroffenen Kunden noch um etwas Geduld und um Entschuldigung für ihre vorübergehenden Unannehmlichkeiten. Uns ist bewusst, dass es hier nicht nur um die Wiederherstellung einer Mobilfunkstation geht, sondern um Kunden, die klare Kommunikationsbedürfnisse haben und den Anschluss an das Mobilfunknetz von Vodafone wünschen und benötigen", schreibt Petermann. Sein Unternehmen setze alles Menschenmögliche daran, dass die betroffenen 4.000 Kunden so schnell wie möglich wieder vollen Mobilfunkempfang haben.

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