Was mag dessen Abriss wohl kosten? Der alte, mittlerweile nichtsnutzige Tower. Rund 380 Gebäude sind allein über jenen Teil des Areals verstreut, der mal Industrie- und Gewerbegebiet werden soll – wobei man schon darüber diskutieren könnte, ob man Garagen oder Container dazu rechnet. - © Andreas Frücht
Was mag dessen Abriss wohl kosten? Der alte, mittlerweile nichtsnutzige Tower. Rund 380 Gebäude sind allein über jenen Teil des Areals verstreut, der mal Industrie- und Gewerbegebiet werden soll – wobei man schon darüber diskutieren könnte, ob man Garagen oder Container dazu rechnet. | © Andreas Frücht

Gütersloh Verkauf des Gütersloher Flughafens zieht sich hin

Verhandlungen: Gütersloh und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben müssen sich erst mal einig werden, was zu den Abbruchkosten gehört. Erst danach beginnt der Gutachter mit der konkreten Wertermittlung

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Verhandlungen über den Verkauf des Flughafengeländes kommen nicht so zügig voran wie von vielen erhofft. Bei einem Gespräch am Montag zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der Stadt und der Gewerbepark Flugplatz Gütersloh GmbH stellte sich heraus, dass dieses Jahr wohl kaum mit einem Kaufpreis, geschweige denn mit einem Abschluss zu rechnen ist. Bis das Ergebnis der Wertermittlung vorliegt, dürfte es vielmehr Sommer 2019 werden. „Es ist eher so, dass hier viel Sorgfalt geboten ist" Die Wertermittlung ist die entscheidende Grundlage, ob und zu welchen Konditionen die Stadt jene Flächen kauft, die nicht zum Nationalen Naturerbe gehören und die sie für das Ausweisen eines Industrie- und Gewerbegebietes braucht. Die Stadt möchte der BImA am liebsten nicht mehr als einen symbolischen Euro überweisen – schließlich sei es eine extreme und auch teure Herausforderung, das Areal anschließend zu marktfähigen Bedingungen der Wirtschaft anzubieten. Selbst eine vollständige Berechnung der Abbruchkosten liegt bislang nicht vor. Zwar hat das damit beauftragte Gutachterbüro einen Entwurf vorgelegt, in dem auch eine geschätzte Zahl steht – doch ist darin auch alles enthalten? „Eine Endprüfung dieses Gutachtens steht noch aus", sagte Felix Nolte, Konversionsbeauftragter der BImA für OWL. Was ist mit den Kosten der Altlastenbeseitigung, was mit der künftigen inneren Erschließung, ist eine Aufbereitung des Bodens erforderlich, und sind überhaupt alle der circa 380 Gebäude auf jenem Teil, der mal Gewerbe werden soll, vollständig erfasst? „Wie umfangreich diese Aufgabe ist, hat sich in Teilen erst im Laufe der Zeit offenbart", sagte Bernd Grotefeld, Projektleiter der BImA für NRW. Das Gelände sei riesig und manches Auslegungssache. Dass bei einer solchen Größe von außen mitunter allzu ambitionierte Zeitvorstellungen an die Bundesanstalt herangetragen würden, komme vor und sei wenig überraschend. Von einer Verzögerung zu sprechen, halte er daher für falsch. „Es ist eher so, dass hier viel Sorgfalt geboten ist." Nolte verwies darauf, dass unter anderem zu überlegen sei, wie man mit dem Wasserwerk auf der Liegenschaft umgehe. Ungeklärt ist bislang auch noch, in welchem Umfang später Ausgleichsflächen anzulegen seien. Der Geschäftsführer der Gewerbepark Flugplatz GmbH, Albrecht Pförtner, sagte, die Gespräche mit der BImA verliefen konstruktiv. „Manches könnte schneller gehen, aber gut." Er hoffe, dass eine Endprüfung der Abbruchkosten in absehbarer Zeit möglich sei, damit anschließend mit der konkreten Wertermittlung begonnen werden könne. Dass diese nicht schon weitgehend parallel erfolge, sei bedauerlich. BImA-Konversionsbeauftrager Nolte gab die Dauer für das Erstellen eines solchen Verkehrswertgutachtens mit mehreren Monaten an – und auch dieses Ergebnis würde danach noch endgeprüft.

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