Harsewinkel Dieser Harsewinkler fotografiert Heidis Model-Mädels

Kevin Jochmanns wichtigster Lehrer war die Internetseite YouTube

Harsewinkel. Sie heißen Céline, Jolie, Julia oder Romina und haben einen großen Traum: Als Germany's next Topmodel (GNTM) durch die Welt zu jetten, vom Shooting in Miami zur Fashion Week in Berlin, um für namhafte Designer zu laufen. Kevin Jochmann hat den gleichen Traum, nur will der 19-jährige Harsewinkeler auf der anderen Seite der Kamera top sein. Was liegt da näher, als sich an die zu halten, die bereits eine Etappe des Weges zurückgelegt haben? Fünf GNTM-Teilnehmerinnen der letzten Staffel hat er bereits fotografiert. Dabei ist es noch nicht einmal ein Jahr her, dass Kevin die Kamera für sich entdeckte. "Der Vater meiner Freundin ist Fotograf, das hat mich interessiert", erzählt er von den Anfängen. Schnell wurde ihm klar, dass er Menschen fotografieren möchte - aber nicht irgendwelche. "Das erste Model habe ich Anfang des Jahres fotografiert. Das war eine tolle Erfahrung." Und das Ergebnis kam bei einigen Agenturen offenbar so gut an, dass er weitere Aufträge bekam. "Mich reizt daran besonders, die Ideen der Kunden umzusetzen", sagt der 19-Jährige. Dass er gut darin ist, könnte auch daran liegen, dass er die Branche aus mehreren Perspektiven kennt, denn er hat früher selbst für kurze Zeit als Model gearbeitet. Seitdem ist viel passiert. Auf seiner Facebookseite, wo er sich selbst auch unter dem Label JK Photography vermarktet, ist jede Menge los. Kevin wird für seine Fotos gefeiert und nicht nur von bereits erfolgreichen Models angeschrieben, sondern auch von denen, die es noch werden wollen. "Ich liebe deine Arbeit und wäre gern mal ein Teil davon", bekennt zum Beispiel Jana Schubert. "Hey, wir hatten ja schon mal geschrieben, Interesse ist weiterhin da", schreibt Theresa Hebekeuser, eines der diesjährigen Bad Oeynhausener Parklichter-Gesichter. Das gute Verhältnis beruht auf Gegenseitigkeit: "Die Topmodels, die ich bisher kennenlernen durfte, sind alle supernett und auf dem Teppich geblieben", schwärmt der Harsewinkeler. Die Qualität seiner Arbeiten ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass der 19-Jährige ein klassischer Autodidakt ist: "Mein wichtigster Lehrer war Youtube", sagt er, "ich habe mir eigentlich alles über Fotografie-Tutorials beigebracht. Youtube hat mir auf jeden Fall geholfen". In dem Internetportal findet man Lehrfilme zu fast allem, was man lernen kann: kochen, nähen, reparieren - und natürlich auch fotografieren. Drei Kameras hat Kevin in den letzten Monaten ausprobiert, bis er mit seiner Canon jetzt ein echtes Profigerät gefunden hat. "90 Prozent meiner Fotos sind schwarz-weiß, denn ich möchte auf meinen Bildern Ausdruck vermitteln. Die Menschen sollen authentisch sein und intensiv wirken." Auch seinen Stil - meist ein wenig düster und mit mondänem Touch - hat sich der Harsewinkeler selbst beigebracht. 130 Models später ist er sicher, seine Bestimmung gefunden zu haben. "Meine Eltern waren zunächst nicht so begeistert von meiner neuen Leidenschaft, weil ich ja noch in der Ausbildung war. Aber jetzt finden sie es cool, was ich mache, und sie sind sehr stolz." Nach dem Besuch der August-Claas-Schule hat er gerade seine Ausbildung zum Maschinenführer in einem Marienfelder Betrieb erfolgreich abgeschlossen. Passend zu seinem Alter rufen jetzt Freiheit und Abenteuer. Sein nächstes Ziel: "Ich möchte im Ausland arbeiten und hoffe auf meine Kontakte zu den deutschen Agenturen, dass sie mich für solche Jobs buchen." Sein Lebensmittelpunkt soll aber weiterhin in Deutschland sein. Manchmal wundert er sich selbst über die Wendung, die sein Leben so plötzlich genommen hat. "Meine Ziele werden immer höher, bislang habe ich ja auch noch nie etwas Negatives erlebt und ich staune selbst, wie viel Erfolg man schon in so kurzer Zeit haben kann. Heute muss man nur entdeckt werden und man hat alles."

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