Als Begegnungsstätte für alle Vereine geplant: Das Marienfelder Bürgerhaus wird auf einem städtischen Grundstück an der Klosterstraße gebaut. Es ist ein altes Fachwerkhaus, das vor einigen Jahren im Rheda-Wiedenbrücker Ortsteil Lintel abgebaut wurde.
Als Begegnungsstätte für alle Vereine geplant: Das Marienfelder Bürgerhaus wird auf einem städtischen Grundstück an der Klosterstraße gebaut. Es ist ein altes Fachwerkhaus, das vor einigen Jahren im Rheda-Wiedenbrücker Ortsteil Lintel abgebaut wurde.

Marienfeld Vorfreude auf das Bürgerhaus

Bauantrag wurde beim Kreis eingereicht

Richard Zelenka

Marienfeld. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Dieses positive Stimmungsbild beherrscht derzeit das Klosterdorf. Nach unzähligen vergeblich Anläufen in über 25 Jahren rückt der erste Spatenstich für das Marienfelder Bürgerhaus immer näher. Ende Februar haben die Helfer des Heimatvereins und des eigens für das Projekt gegründeten Bürgervereins mit den Arbeiten auf dem Grundstück an der Klosterstraße begonnen. Das Gelände wurde freigeschnitten, um Platz für den Baukörper zu schaffen. Die ersten Bäume und Sträucher, die dem Vorhaben im Wege standen, wurden im Einklang mit der städtischen Baumschutzsatzung entfernt. Mitten auf dem Grundstück stand ein Baum, der an das Jubiläum "50 Jahre Siedlerbund" erinnerte. Dieser wurde von den Siedlern selbst auf die Ausgleichsfläche auf der gegenüberliegenden Straßenseite versetzt. Gleichzeitig wurde der Bauantrag beim Kreis Gütersloh eingereicht. Die Genehmigung steht zwar noch aus, aber alle Beteiligten sind guter Hoffnung, dass es keine Probleme geben wird. "Derzeit laufen die Rückfragen bei den beteiligten Behörden; von einigen liegen schon die Antworten vor", berichtet Daniel Brockpähler, beim Heimatverein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Ein Bodengutachten habe ergeben, dass keine Altlasten auf dem Areal vorhanden seien. Mittlerweile wurde das Haus mit einer Nutzfläche von etwa 360 Quadratmetern auf dem Grundstück in Sichtweite des Klosters abgesteckt. Die Stadtverwaltung sei dabei, so Brockphäler, das Grundstück zu erschließen. So würden Wasser, Abwasser und Gas aus dem Radweg an der Klosterstraße kommen, für Strom und Telefon werde man wohl bis zur Trafostation zwischen Glascafé und Abtei auf dem Klosterhof buddeln müssen. "Hier sind wir noch etwas nervös, denn bis Ende Mai muss das abgeschlossen sein, da wir Wasser, Abwasser und Strom auch für das Heimat- und Schützenfest brauchen, was ja am letzten Maiwochenende dort erstmals stattfindet", beschreibt er die momentane Lage in Marienfeld. Das Bürgerhaus ist für die Marienfelder fast so etwas wie ein Geschenk des Himmels. Denn Anfang 2015 beschlossen der Marienfelder Schneidermeister Heiner Bessmann und sein Sohn Gebhard, der langen und vergeblichen Suche nach einem guten Standort für ein Heimathau, das allen Vereinen im Dorf offen stehen soll, sein Ende zu setzen. Sie schenken dem Heimatverein ein altes Fachwerkhaus, das zuvor im Rheda-Wiedenbrücker Ortsteil Lintel Balken für Balken abgetragen worden war. Zudem unterstützt der Schneidermeister, dem Heimatgeschichte, Pflege des Brauchtums und altes Handwerk seit jeher ein Herzensanliegen sind, die heimischen Vereine mit einem finanziellen Zuschuss von 100.000 Euro. In der Zwischenzeit wurde das historische Gefach in einer Halle im Industriegebiet von Grund auf restauriert. Nach den Plänen des Architekten Norbert Ströer soll es nun südlich des Parkplatzes an der Klosterstraße im Originalzustand wieder aufgebaut werden. Der Standort ist optimal, liegt es doch gegenüber dem Areal, auf dem künftig das Marienfelder Schützenfest stattfinden soll. Die Kosten sind mit insgesamt 660.000 Euro veranschlagt. Den Innenausbau, die technischen Installationen und die Einrichtung des Gebäudes will der Verein in Eigenregie bewerkstelligen. Die Stadt beteiligt sich mit einem Zuschuss von 250.000 Euro an dem Projekt.

realisiert durch evolver group