Ampelsteuerung: Finn Leon Eickholt, Jonas Ebert mit dem Gesellen Leo Janzen (Schürmann und Weber). - © Richard Zelenka
Ampelsteuerung: Finn Leon Eickholt, Jonas Ebert mit dem Gesellen Leo Janzen (Schürmann und Weber). | © Richard Zelenka

Harsewinkel 550 Schüler informierten sich im Berufsparcours bei 53 Firmen

Einblicke in die Arbeitswelt

Harsewinkel. Für die Bürgermeisterin ist der Berufsparcours wirklich nichts Neues, denn schließlich ist Sabine Amsbeck-Dopheide von Anfang an die Schirmherrin der erfolgreichen Veranstaltung an der Schnittstelle Schule/Beruf, die gestern in der Mehrzweckhalle bereits in die achte Auflage ging. "Jedes mal bin ich aber beeindruckt von der Vielfalt und dem breiten Spektrum der Ausbildungsberufe. Das ist ein echter Einblick in die Arbeitswelt", schwärmte sie nach einem Rundgang durch die Ausstellungshalle. Mitorganisator, Jugendpfleger Michael Trödel von der Regionalstelle West des Kreises Gütersloh, wusste gar von einem Rekord zu berichten: Es waren in diesem Jahr insgesamt 53 Betriebe und Einrichtungen aus der Region vertreten, die den Schülern in der Mehrzweckhalle 97 Ausbildungsberufe in Theorie und Praxis präsentierten. Das Spektrum der Aussteller reichte von A wie Altenpfleger bis Z wie Zimmermann. Auch die Zahl der Schüler, die sich von erfahrenen Fachleuten die einzelnen Berufsbilder erklären lassen, wird von Jahr zu Jahr größer: Insgesamt durchliefen 550 Schüler aus den 8. und 9. Klassen der August-Claas-Schule und des Gymnasiums Harsewinkel sowie der Von-Zumbusch-Haupt- und Gesamtschule Herzebrock-Clarholz in mehreren Durchläufen den Parcours. Überhaupt: Die Nachbargemeinde spielt eine immer größere Rolle beim Berufsparcours. Die Zahl der Schüler und Betriebe, die sich daran beteiligen, steigt von Jahr zu Jahr. Für alle Beteiligten ist der Berufsparcours eine gute Plattform, um miteinander ins Gespräch zu kommen und eventuell auch die Weichen für ein Praktikum oder gar die berufliche Zukunft zu stellen. "Nicht über Berufe reden, sondern sie erlernbar und begreifbar machen - das ist das Anliegen des Berufsparcours", formulierte es Michael Trödel, der sich bei den vielen Kooperationspartnern bedankte, die zum Erfolg der Veranstaltung beitragen. In diesem Jahr hob er insbesondere die August-Claas-Schule hervor, die für das Catering gesorgt hatte. "Es herrscht hier eine nette Atmosphäre", freute sich auch Jutta Duffe, die Gleichstellungsbeauftragte von der Herzebrock-Clarholzer Gemeindeverwaltung. Der direkte Kontakt der Schüler zu den Betrieben, Verbänden, Behörden und Einrichtungen sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Berufsfindung, hieß es. Die Erfahrungen zeigten, dass die Jugendlichen durch ihre Erfahrungen beim Berufsparcours zunehmend auch wenige bekannte Berufe wie den des Brunnenbauers in Erwägung zögen. Für das Gewerbe in der Region ist der Berufsparcours mittlerweile zu einem Selbstläufer geworden. Das bestätigen alle, die daran mitwirken. So auch Dachdeckermeister Dieter Berheide, der seit Jahren mit einem Stand dabei ist. Erstmals konnten die Schüler bei ihm ihre Geschicklichkeit mit dem Schieferhammer unter Beweis stellen. "Sie zeigen großes Interesse", lobte Berheide, der leicht besorgt in die Zukunft blickt. Denn es ist nicht gerade einfach, Auszubildende für das Dachdeckerhandwerk zu finden. Das Baugewerbe ist eben nicht sehr beliebt bei den Jugendlichen. Zur Zeit beschäftigt Berheide fünf Azubis, davon vier im gewerblichen Bereich. In 26 Jahren haben bei ihm 81 junge Menschen das Handwerk gelernt.

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