Harsewinkel Wie Stadtarchivar Eckhard Möller ein kleines Kunstwerk zurück nach Harsewinkel holte

„Die Badende“ kehrt heim

Harsewinkel. Nach dem Erwerb der Bronzeskulptur "Die Badende" des 1866 in Harsewinkel geborenen Bildhauers Peter Pöppelmann im Jahr 2001 konnte Stadtarchivar Eckhard Möller nun ein weiteres Werk des in Dresden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zu Ansehen und Berühmtheit gelangten Künstlers erwerben: ein Exemplar der aus Anlass der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden 1911 erschienenen Bronzeplakette. Das nur 6,7 Zentimeter breite und 11,4 Zentimeter hohe Relief war dem Archivar bei Recherchen über den Bildhauer im Katalog eines Nürnberger Münzhändlers aufgefallen. "Natürlich habe ich mich sachkundig gemacht, ob der verlangte Preis angemessen ist", berichtet Eckhard Möller, der dann nach einer Empfehlung der Münzsammlung der Staatlichen Kunstmuseen in Dresden in Preisverhandlungen getreten ist und einen deutlich günstigeren Preis als ursprünglich verlangt erzielen konnte. Die bei der Prägeanstalt Glaser & Sohn in Dresden produzierte Plakette zeigt links einen nackten im Kontrapost stehenden Mann. Er hat der linken Arm in die Hüfte gestemmt und wendet sein Gesicht einer rechts neben ihm sitzenden Mutter zu, die auf ihrem von einem Gewand bedeckten Schoß ein Kind hält, das von ihr gestillt wird. Hinter dem Mann ist der Stamm eines Baumes zu sehen, dessen Krone sich über dem Mann entfaltet. Oben rechts, über der sitzenden Frau, befindet sich in drei Zeilen die Inschrift "Kein Reichtum gleicht dir, o Gesundheit". In einem abgetrennten Feld unter der Abbildung steht in ebenfalls drei Zeilen "Internationale Hygiene-Ausstellung 1911". Die Signatur P. Pöppelmann befindet sich unten rechts im Bildfeld. In der Literatur über die Plakette wird betont, dass der Mann, die Frau und der Säugling Idealbilder kräftiger und gesunder Menschen seien, die damit auch symbolisch für die volksgesundheitlichen Ziele der Ausstellung stünden. Solche Plaketten, weiß Stadtarchivar Möller zu berichten, seien keineswegs in einer kleinen Auflage hergestellt worden. Vielmehr könne man sie als frühe Marketingartikel betrachten, die an Besucher der Ausstellung als Erinnerungsstücke verkauft worden seien. Ähnliche Plaketten habe P. Pöppelmann für die Deutsche Bauausstellung im Jahr 1900, für die Große Kunstausstellung in Dresden im Jahr 1904 und als verkleinerte Replik einer Gedenktafel für den Maler Fritz von Uhde in Wolkenburg (Sachsen) entworfen. Von der "Badenden", die heute im Rathaus von Harsewinkel steht, wurde ein Guss sogar im deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris gezeigt.

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