Als Begegnungsstätte geplant: Das Marienfelder Bürgerhaus wird auf einem städtischen Grundstück an der Klosterstraße gebaut.
Als Begegnungsstätte geplant: Das Marienfelder Bürgerhaus wird auf einem städtischen Grundstück an der Klosterstraße gebaut.

Harsewinkel Grünes Licht für das Bürgerhaus Marienfeld

Grundsätzliche Zustimmung zum Konzept

Richard Zelenka

Harsewinkel. Im "Club der Harmonie", wie Grünensprecher Juan Carlos Palmier den Schul-, Kultur- und Sportausschuss bezeichnete (siehe nebenstehenden Bericht), ging es Schlag auf Schlag. Auch bei der Entscheidung über das Bürgerhaus in Marienfeld überholte das Fachgremium sozusagen die Empfehlung der Verwaltung. Einstimmig signalisierte die Politikerrunde ihre sofortige grundsätzliche Zustimmung zu den Plänen des Marienfelder Heimatvereins, der an der Klosterstraße ein eigenes Bürgerhaus errichten möchte. Reinhard Hemkemeyer plädierte dafür, hier und heute abzustimmen, statt die Entscheidung auf die Sitzung des Schulausschusses am 6. Mai zu vertagen. "Alle Fakten liegen auf dem Tisch. Es gibt nichts Neues", lautete seine Begründung. Nun kann der Rat in seiner Sitzung am 15. Mai den Schlussstrich unter die unendliche Geschichte Bürgerhaus ziehen, die bereits seit mehr als 24 Jahren währt. Wie berichtet, ermöglicht der Textilunternehmer Heiner Bessmann durch eine großzügige Spende die Realisierung des Projektes, dessen Kosten mit insgesamt 660.000 Euro geschätzt werden. Der heimatverbundene Schneidermeister Heiner Bessmann und sein Sohn Gebhard schenken dem Heimatverein ein altes Fachwerkhaus, das ehemals in Lintel stand. Zudem unterstützt er die heimischen Vereine mit einem finanziellen Zuschuss von 100.000 Euro. Die Stadt wird sich an der Investition mit einem Zuschuss von 250.000 Euro beteiligen. Die Balken der alten Linteler Hofstelle Hansmeier lagern seit dem Abbruch säuberlich durchnummeriert in Marienfeld. Bevor der Aufbau beginnt, soll das Fachwerk gründlich aufgemöbelt, wenn nötig ersetzt und so bald wie möglich auf dem städtischen Grundstück südlich des Parkplatzes an der Klosterstraße im Originalzustand wieder aufgebaut werden. Der Standort ist optimal, liegt es doch gegenüber dem Areal, auf dem künftig das Marienfelder Schützenfest stattfinden soll. Für das Bürgerhaus, das allen Vereinen im Dorf offen stehen soll, wird ein gemeinnütziger Förderverein gegründet, der als Träger der Einrichtung fungiert. Der Verein wickelt die Errichtung und spätere Bewirtschaftung des Gebäudes mit Hilfe eigener Beiträge und städtischer Zuschüsse ab. Das Gebäude verbleibt im Eigentum des Trägervereins. Die Politiker (fast) aller Couleur sind glücklich mit dem Konzept der Marienfelder. Nur Juan Carlos Palmier brachte im Namen der Grünen einige Bedenken gegen das Vorhaben vor. Er fragte, ob ein Bürgerhaus in dieser Dimension gerechtfertigt sei und äußerte die Befürchtung, dass durch das wuchtige Gebäude die Sichtachse zum Kloster beeinträchtigt werde. "Ich habe das Gefühl, dass hier weniger ein Bürgerhaus, sondern ein Gebäude für die Schützen in Marienfeld entstehen soll", sagte er. Sofort kam Einspruch von den anderen Fraktionen. Dr. Angelika Wensing (CDU) erklärte, dass der Blick auf das Kloster frei bleibe. "Und schließlich können wird von dem Haus nicht einfach fünf Meter wegschneiden", sagte sie weiter. Geplant sei kein Schützenhaus, sondern eine Begegnungsstätte für alle Marienfelder. Ihre Fraktionskollegin Pamela Westmeier ergänzte: "Das ist der beste Vorschlag, den wie je hatten. Es ist das, was wir uns immer gewünscht haben".

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