Schmuckstück: Das alte Fachwerkhaus wurde vor etwa zwei Jahren in Lintel abgetragen. Die Balken lagern seitdem in Marinfeld und sollen im nächsten Jahr nach den Plänen von Norbert Ströer den Grundstock bilden für das lange ersehnte Marienfelder Bürgerhaus.
Schmuckstück: Das alte Fachwerkhaus wurde vor etwa zwei Jahren in Lintel abgetragen. Die Balken lagern seitdem in Marinfeld und sollen im nächsten Jahr nach den Plänen von Norbert Ströer den Grundstock bilden für das lange ersehnte Marienfelder Bürgerhaus.

Marienfeld Bürgerhaus als Geschenk

Großzügige Spende von Heiner Bessmann an den Heimatverein / Konzept steht

Fast am Ziel: Gebhard Bessmann, Ludger Hecker, Heiner Bessmann und Daniel Brockpähler (v.l.), hier vor der Widukindstatue am Volksbankgebäude, freuen sich über den Durchbruch beim Projekt Bürgerhaus. - © FOTO: RICHARD ZELENKA
Fast am Ziel: Gebhard Bessmann, Ludger Hecker, Heiner Bessmann und Daniel Brockpähler (v.l.), hier vor der Widukindstatue am Volksbankgebäude, freuen sich über den Durchbruch beim Projekt Bürgerhaus. | © FOTO: RICHARD ZELENKA

Marienfeld. Nach fast 25 Jahren sind die Marienfelder (fast) am Ziel: Ein eigenes Bürgerhaus, das allen Vereinen im Dorf offen stehen soll, ist greifbar nah – dank einer fast wunderbaren Fügung: Der Textilunternehmer Heiner Bessmann, dem seit jeher die Pflege der Tradition und des Heimatgedankens am Herzen liegt, ermöglicht durch eine großzügige Spende die Realisierung des Projektes, dessen Kosten mit insgesamt 660.000 Euro geschätzt werden.

Der Plan: Heiner Bessmann und sein Sohn Gebhard schenken dem Heimatverein ein altes Fachwerkhaus, das vor etwa zwei Jahren in Lintel Balken für Balken fachgerecht abgetragen wurde. Zudem unterstützt der Schneidermeister die heimischen Vereine mit einem finanziellen Zuschuss von 100.000 Euro. Die Stadt soll sich an der Investition mit einem Zuschuss von 250.000 Euro beteiligen.

Information

Lange Suche

Seit 1991 sind die Marienfelder auf der Suche nach einem eigenen Domizil.

Vorschläge wie Erweiterung der Heimatstube, Räume in der Genossenschaft, in der Schule, in der neuen Sporthalle oder erst jüngst im Marienfelder Hof wurden als untauglich verworfen.

Nach Abriss der Heimatstube steht den örtlichen Vereinen ausschließlich das Obergeschoss der Volksbank zur Verfügung.

„Das ist für uns die optimale Lösung“, freute sich gestern Ludger Hecker, Vorsitzender des federführenden Heimatvereins, der gemeinsam mit Schriftführer Daniel Brockpähler das auf den Plänen des Architekten Norbert Ströer basierende Konzept vorstellte. „Der Heimatverein hat schon zu lange gesucht. Ich bin überzeugt, dass die Kultur in unserer Heimat gelebt und gekräftigt werden muss. Deswegen habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen“, begründete der 77-jährige Heiner Bessmann seine Hilfe.

Der Heimatverein gibt Gas. Die Pläne für das Bürgerhaus liegen fix und fertig vor. Am Mittwoch erläuterten die Vereinsspitzen ihre Vorstellungen in der Volksbank, dem provisorischen Domizil der Marienfelder Vereine, den Vorsitzenden der Ratsfraktionen. „Sie waren alle begeistert“, so Hecker. Sie wollen dem Heimatverein keine Steine in den Weg legen, hieß es. Und auch der Kreis als Genehmigungsbehörde habe bereits seine Zustimmung signalisiert.

Für das Bürgerhaus soll, schon aus steuerlichen Gründen, ein gemeinnütziger Förderverein gegründet werden, der als Träger der Einrichtung fungiert. Der Verein wickelt die Errichtung und spätere Bewirtschaftung des Gebäudes mit Hilfe eigener Beiträge und städtischer Zuschüsse ab. Das Gebäude verbleibt im Eigentum des Trägervereins.
Der Antrag soll so schnell wie möglich die zuständigen Fachgremien passieren. Wenn alles glatt läuft, könnte schon in einem Jahr der Rohbau an der Klosterstraße stehen. Dem Heimatverein verbleiben damit der Innenausbau des Gebäudes, die technischen Installationen und die Einrichtung des Gebäudes. Dies soll mit einem städtischen Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro in Eigenleistung erfolgen.

Noch ist es aber nicht so weit. Die Balken der alten Linteler Hofstelle Hansmeier lagern seit dem Abbruch säuberlich durchnummeriert in einer Bessmann-Halle. Bevor der Aufbau beginnt, soll das Fachwerk gründlich aufgemöbelt, wenn nötig ersetzt und so bald wie möglich auf dem städtischen Grundstück südlich des Parkplatzes an der Klosterstraße im Originalzustand wieder aufgebaut werden. Der Standort ist optimal, liegt es doch gegenüber dem Areal, auf dem künftig das Marienfelder Schützenfest stattfinden soll. Für den Aufbau will Bessmann alte handgeformte Steine aus dem Abbruch einer ehemaligen Ziegelei verwenden. Auch dieses Baumaterial lagert zum Teil bereits in Marienfeld.

Zur Erinnerung: Im November des Jahres 2013 hat der Heimatverein Marienfeld im Namen der örtlichen Vereine den Antrag gestellt, ein Bürgerhaus als Neubau zu errichten. In der Ratssitzung wurde die Entscheidung vertagt, da gemunkelt wurde, ein „möglicherweise geeignetes Objekt“ würde in Kürze frei. Damit war der Marienfelder Hof gemeint, der aber von den Vereinen als unbrauchbar eingestuft wurde.

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