Harsewinkel Neuer Anlauf für Partnerschaft mit lettischer Gemeinde

Erster offizieller Besuch aus Harsewinkel in Lettland seit zehn Jahren

Mäzen und Unternehmer: Bruno Kleine baute in Mazsalaca ein Krankenhaus.
Mäzen und Unternehmer: Bruno Kleine baute in Mazsalaca ein Krankenhaus.

Harsewinkel/Mazsalaca. „Mazsalaca freut sich schon auf den Besuch aus Harsewinkel“, sagte Hans-Joachim Schwolow, Koordinator und unermüdlicher Motor der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera (früher Kreis Valmiera) in der baltischen Republik Lettland. Harijs Rokpelnis ist noch keine 30 Jahre alt, doch der junge Verwaltungsfachmann steht schon seit mehreren Jahren als Bürgermeister an der Spitze der aufstrebenden Großgemeinde mit knapp 4.000 Einwohnern.

Ende Mai/Anfang Juni wird Rokpelnis in seinem Städtchen am Ufer der idyllischen Salaca die alljährliche Delegation aus dem Kreis Gütersloh empfangen. Die Reise ist restlos ausgebucht – mehr als 35 Vertreter aus dem Kreis Gütersloh werden in Lettland wieder ein buntes Programm aus Informationen, Kultur und Geselligkeit absolvieren. Darunter ist erstmals nach vielen Jahren auch wieder eine starke Abordnung aus Harsewinkel. Auch die beiden Bürgermeisterstellvertreterinnen Pamela Westmeyer (CDU) und Regina Meißner-Schlömer (SPD) werden der Reisegruppe angehören. Für sie ist der Lettland-Besuch eine Dienstreise, die aus Mitteln der Stadt finanziert wird. Der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss machte am Dienstag den Weg frei für die Visite, indem er die Reisekosten von je 600 Euro genehmigte.

DRK-Erzieherinnen reisen mit

Darüber hinaus werden auch drei Erzieherinnen aus der DRK-Bewegungskita „Freunde“ mit von der Partie sein: Theresia de Byl, Melanie Fußner-Kamp und Swetlana Wagner. Sie folgen damit einer Einladung der Verwaltungsspitze von Mazsalaca, die im vergangenen Jahr bei einem Treffen im Rathaus von Harsewinkel ausgesprochen wurde. Dabei standen Fragen der Vereinsarbeit und der beruflichen Ausbildung sowie Konzepte zur Erziehungseinrichtungen im Blickpunkt. Während des Gesprächs wurde von Seiten der lettischen Teilnehmer der Wunsch geäußert, die angesprochenen Themen in Lettland vor Ort zu vertiefen. Angestrebt ist auch eine Hospitation deutscher Erzieherinnen im Kindergarten von Mazsalaca. „Für die Gruppe aus Harsewinkel wird ein spezielles interessantes Programm vorbereitet“, versprach Schwolow. „Ich bin gespannt, was uns in Lettland erwartet“, fiebert Swetlana Wagner schon der Reise vom 28. Mai bis 1. Juni entgegen.

Information

Neues Kapitel wird aufgeschlagen

Der letzte offizielle Besucher aus Harsewinkel in Valmiera war die Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide. Es ist bereits zehn Jahre her. Im Rahmen der Delegationsreise 2005 standen auch Gespräche mit führenden Vertreten von Mazsalaca, so auch mit dem damaligen Bürgermeister Ojars Bekeris, auf dem Programm. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie die freundschaftlichen Bande auf Dauer intensiviert werden und möglicherweise in eine offizielle Städtepartnerschaft, wie sie seit einigen Jahren zwischen den Städten Halle und Valmiera besteht, münden können. Daraus ist nichts geworden. Von gelegentlichen Besuchen der Letten in Harsewinkel abgesehen herrscht Funkstille. Jetzt könnte also ein neues Kapitel der Städtepartnerschaft aufgeschlagen werden.

Bereits seit Mitte der 90er Jahre ist Harsewinkel auf vielen Ebenen mit Mazsalaca verbunden. Eine zentrale Rolle spielen dabei zwei Namen: Renate Müterthies und Bruno Kleine. Die frühere ehrenamtliche SPD-Bürgermeisterin hatte 1996 bei ihrem Besuch in der baltischen Republik die partnerschaftlichen Kontakte zwischen Mazsalaca und Harsewinkel eingeleitet und in der Folgezeit vorantrieben.
Der im Oktober 2003 verstorbene Textilunternehmer Bruno Kleine und seine Familie werden in der Region Valmiera verehrt. Denn bekanntlich finanzierte Kleine aus eigenem Vermögen in Mazsalaca ein 40-Betten-Krankenhaus mit Betreuungszentrum. Die für die damaligen lettischen Verhältnisse hochmoderne medizinische Einrichtung wurde im Juni 2000 im Rahmen eines großen Festes feierlich eingeweiht. In der Folge baute die Familie Kleine in einem Seitentrakt des Krankenhauses auf rund 550 Quadratmetern Fläche zudem einen schönen Drei-Gruppen-Kindergarten, im dem 75 Jungen und Mädchen aus Mazsalaca und den Nachbargemeinden betreut werden.

Hildegard und Bruno Kleine sind Ehrenbürger

Zum Dank wurden Hildegard und Bruno Kleine zu Ehrenbürgern Mazsalacas ernannt. Auf der Wiese vor dem Krankenhaus steht seit Oktober 2003 eine Skulptur aus Sandstein aus der Werkstatt des bekannten lettischen Bildhauers Andrese Vargas. „Ich bin auf der Welt, um anderen zu helfen“ – dieser Leitspruch ziert das Denkmal, das die Letten in Gedenken an Bruno Kleine errichten ließen.

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